
Berufliche Vorsorge – früh genug an später denken
Die berufliche Vorsorge beschäftigt viele Menschen erst kurz vor der Pensionierung. Wichtige Weichen werden aber bereits in jungen Jahren gestellt. Gemeinden können dazu beitragen, ihre Mitarbeitenden frühzeitig für das Thema zu sensibilisieren, und gleichzeitig ihre Attraktivität als Arbeitgeberin stärken. Denn eine gute Vorsorge ist auch im Wettbewerb um Fachkräfte ein Plus.
Die Lohnabrechnung ist da! Gerade jüngere Mitarbeitende legen das Dokument nach einem kurzen Blick auf den Nettolohn nicht selten beiseite. Das ist nachvollziehbar: Wer am Anfang seines Berufslebens steht, denkt eher an Ferien, Wohnungseinrichtung oder Familiengründung als an die Pensionierung in 40 oder mehr Jahren. Genau deshalb lohnt es sich, das Thema früh anzusprechen: «Wer sich erst kurz vor der Pensionierung mit seiner beruflichen Vorsorge auseinandersetzt, verpasst möglicherweise die Chance, ein solides Altersguthaben aufzubauen», erklärt Franziska Gäggeler, Leiterin Vorsorge der Pensionskasse Previs Vorsorge. Deshalb gilt: Je früher man mit der Altersvorsorge beginnt, desto besser. «Der grösste Hebel liegt im langfristigen Sparen», sagt Franziska Gäggeler und ergänzt: «Je höher die Sparbeiträge sind, desto höher ist später das Alterskapital.»
Den Zinseszinseffekt nutzen
Der Aufbau der Altersvorsorge wird zusätzlich durch den Zinseszinseffekt gefördert, wie das folgende Beispiel zeigt: Wer mit 30 Jahren ein Altersguthaben von 20 000 Franken besitzt, erhält bei einer Verzinsung von 2 % im nächsten Jahr 400 Franken Zins gutgeschrieben. Ein Jahr später werden die Zinsen bereits auf 20 400 Franken berechnet. Über Jahrzehnte entsteht so ein zusätzlicher Vermögenseffekt, der oft unterschätzt wird. Das bedeutet: Nicht nur ein guter Vorsorgeplan bzw. die Beitragshöhe zählt, sondern auch die Dauer, während der das Geld «arbeiten» kann.
Gemeinden: Vorsorgelösungen regelmässig überprüfen
Viele Gemeinden verfügen bereits über gut ausgebaute Vorsorgelösungen. Dennoch lohnt sich eine regelmässige Überprüfung der Vorsorgepläne, um die finanzielle Absicherung der Mitarbeitenden zu gewährleisten bzw. sogar zu verbessern. Verschiedene Pensionskassen bieten beispielsweise ein «frühes» Sparen ab Alter 20 oder Wahlpläne, bei denen Mitarbeitende freiwillig höhere Sparbeiträge leisten und dadurch ihr Altersguthaben zusätzlich erhöhen können. Oder Gemeinden als Arbeitgebende nutzen die Möglichkeit, den Koordinationsabzug dem Beschäftigungsgrad anzupassen und so das Sparpotenzial für die Mitarbeitenden zu vergrössern. Die Ansprechperson bei der Pensionskasse hilft bei Fragen weiter.
Nicht zuletzt zählen vorteilhafte Vorsorgelösungen zur Arbeitgebendenattraktivität – ein nicht zu unterschätzender Faktor in Zeiten des Fachkräftemangels. «Wer gute Mitarbeitende halten und gewinnen will, sollte auch die Vorsorge als Bestandteil eines attraktiven Gesamtpakets betrachten», sagt Franziska Gäggeler. Zudem bietet die berufliche Vorsorge eine finanzielle Absicherung bei Invalidität und Tod.
«Der grösste Hebel für den Aufbau des Altersguthabens liegt im langfristigen Sparen.»
Mitarbeitende: Beliebte Teilzeitanstellung kann Folgen haben
Gerade jüngere Mitarbeitende legen grossen Wert auf Work-Life-Balance. Teilzeitmodelle sind deshalb weitverbreitet. Was viele unterschätzen: Ein tieferes Pensum bedeutet nicht nur weniger Lohn, sondern auch weniger Alterskapital. Vorsorgelücken werden oft erst viele Jahre später sichtbar. Wer länger Teilzeit arbeitet, sollte deshalb die eigene Situation regelmässig prüfen. Nebst Teilzeitarbeit können auch Erwerbsunterbrüche, etwa wegen Kinderbetreuung, Weiterbildung oder Auslandsaufenthalt, zu Vorsorgelücken führen. Nicht alle lassen sich vermeiden, oft aber lassen sie sich reduzieren. Dazu folgende Tipps:
Onlineportal der Pensionskasse nutzen und die eigene Situation verstehen
Prüfen, ob freiwilliges Zusatzsparen möglich ist (Wahlpläne)
Einkäufe (Einlagen) in die Pensionskasse evaluieren
Säule 3a (private Vorsorge) nutzen
Vorsorgefragen innerhalb der Partnerschaft besprechen (zum Beispiel Ausgleich bei unterschiedlichen Pensen)
«Das Thema nicht aufschieben!», empfiehlt Vorsorgeexpertin Franziska Gäggeler abschliessend. «Die Vorsorge entsteht nicht erst kurz vor der Pensionierung, sondern während des gesamten Berufslebens.» Denn die entscheidenden Weichen für die finanzielle Sicherheit im Alter werden oft viel früher gestellt, als viele denken.
Previs Vorsorge – passende Lösungen für Gemeinden
Mit ihren beiden Vorsorgewerken Comunitas und Service Public bietet die Previs unter anderem für Gemeinden und gemeindenahe Institutionen und Betriebe passende Lösungen; dazu zählt die grosse Flexibilität bei der Wahl und der Ausgestaltung der Vorsorgepläne. Aus dem genannten Bereich sind aktuell rund 600 Kunden mit 12 000 Versicherten bei der Previs angeschlossen.