So sieht das Dashboard aus.

Ein Dashboard hilft Gemeinden, ihre Energiepolitik gezielt zu steuern

01.05.2026
5 | 2026

Der Verein Energiestadt hat ein Netto-Null-Dashboard für Gemeinden entwickelt. Mit diesem interaktiven Tool können Gemeinden ihre Daten aus dem Bereich der Energie- und Klimapolitik übersichtlich bündeln. Das Dashboard bereitet diese Daten in einer verständlichen Form auf, erlaubt es Entwicklungen nachzuvollziehen und daraus Massnahmen für die Zukunft abzuleiten.

Warum Gemeinden ein Monitoring brauchen? Viele Gemeinden stehen vor der gleichen Herausforderung: Sie wollen ihre Fortschritte in der Energie- und Klimapolitik sichtbar machen, verfügen aber über zahlreiche Datenquellen, die aufwendig zu pflegen und nur schwer vergleichbar sind. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Transparenz, Berichterstattung und strategische Steuerung.

Eine Plattform für Energie und Klima: Mit dem Netto-Null-Dashboard stellt Energiestadt seinen Mitgliedsgemeinden ein Instrument zur Verfügung, das diese Aufgaben gezielt unterstützt. Es bündelt relevante Energie- und Klimadaten an einem Ort, bereitet sie verständlich auf und macht Entwicklungen über die Zeit sichtbar. Gemeinden sehen auf einen Blick, wo sie stehen, können Fortschritte belegen und gezielt Massnahmen priorisieren.

Daten statt Datensuche: Für die Praxis bedeutet das eine deutliche Entlastung: Daten müssen nicht mehr aus verschiedenen Quellen zusammengesucht und aufbereitet werden. Stattdessen stehen zentrale Kennzahlen und Indikatoren direkt zur Verfügung – abgestimmt auf die Bedürfnisse von Gemeinden. Gleichzeitig ermöglicht das Dashboard den Vergleich mit ähnlichen Gemeinden, mit kantonalen Durchschnittswerten oder mit nationalen Zielpfaden wie den Energieperspektiven 2050+.

Einfach kommunizieren: Ein weiterer Vorteil liegt in der einfachen Kommunikation. Gemeinden können zentrale Kennzahlen direkt in ihre eigene Website integrieren und so ihre Fortschritte transparent gegenüber Politik und Bevölkerung darstellen. Neue Web-Widgets ermöglichen es, ausgewählte Daten und Grafiken ohne grossen Aufwand einzubinden und individuell aufzubereiten.

Gute Erfahrungen aus der Praxis – Stadt Baden: Auch in der Anwendung überzeugt die Lösung bei Gemeinden. Als cloudbasierte Plattform erlaubt das Dashboard die Zusammenarbeit mehrerer Nutzerinnen und Nutzer innerhalb einer Gemeinde. Neben Indikatoren können neu auch Massnahmen – etwa aus Klimaschutz-Aktionsplänen – abgebildet werden. So entsteht ein integriertes Monitoring, das sowohl für die interne Steuerung als auch für die externe Kommunikation genutzt werden kann.

Ein Beispiel aus der Praxis liefert die Stadt Baden (AG). Dort wird das Dashboard eingesetzt, um die eigene Klimabilanz systematisch zu erfassen und weiterzuentwickeln. «Das Dashboard ermöglicht es uns, unsere Fortschritte mit verständlichen Kennzahlen zu dokumentieren und gezielt weiterzuentwickeln», sagt Christian Vogler von der Stadt Baden. Künftig sollen zentrale Indikatoren auch in die Website der Stadt integriert werden, um die Entwicklung transparent aufzuzeigen.

Eine verlässliche Datengrundlage: Die Datengrundlage der vorbefüllten Indikatoren des Dashboards basiert auf öffentlich verfügbaren Quellen, die zentral zusammengeführt, geprüft und regelmässig anhand nachvollziehbarere Berechnungsmethoden aktualisiert werden. Dadurch entsteht eine verlässliche Basis, die Gemeinden Zeit spart und gleichzeitig die Qualität der Entscheidungsgrundlagen erhöht.

Vom Monitoring zur Datenplattform: Gleichzeitig entwickelt sich das Energiestadt-Dashboard kontinuierlich weiter. Neben Gemeinden nutzen bereits erste Kantone und Regionen die Plattform, und auch Energieversorger zeigen Interesse, ihre Daten einzubinden. Damit entsteht schrittweise eine gemeinsame Datenbasis, die verschiedene Akteure verbindet und eine koordinierte Energie- und Klimapolitik unterstützt.

Langfristig geht das Dashboard damit über ein reines Monitoring-Tool hinaus. Es entwickelt sich zu einer zentralen Plattform, die Daten bündelt, vergleichbar macht und für unterschiedliche Anwendungen nutzbar macht – von der strategischen Planung bis zur öffentlichen Kommunikation.

So wird das Energiestadt-Dashboard zu mehr als einer Visualisierung: Es wird zu einem Instrument, das Gemeinden dabei unterstützt, ihre Energie- und Klimapolitik fundiert, transparent und zukunftsgerichtet zu gestalten.

Valentin Pfäffli
Verein Energiestadt