Eine realistische Pensions- und Budgetplanung ist entscheidend für den neuen Lebensabschnitt.

Gut vorbereitet in die Pensionierung

01.10.2026
10 | 2026

Die Pensionierung ist mehr als ein Datum im Kalender. Für den neuen Lebensabschnitt sollten die wichtigsten finanziellen Weichen ab 55 Jahren gestellt werden. Wenn Gemeinden ihre Mitarbeitenden rechtzeitig für das Thema sensibilisieren, gewinnen beide Seiten an Planungssicherheit.

Der letzte Arbeitstag ist da: Der Schreibtisch ist aufgeräumt, die Schlüssel sind übergeben, der Abschiedsapéro wartet. Was danach kommt, sollte schon lange vorher Thema sein. Denn mit der Pensionierung beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Damit dieser auch finanziell den eigenen Vorstellungen entspricht, ist es sinnvoll, sich rechtzeitig mit einer ganzheitlichen Finanzplanung zu befassen. «Die Pensionierung ist mehr als ein Datum im Kalender», sagt Franziska Gäggeler, Leiterin Vorsorge der Pensionskasse Previs Vorsorge. «Ab 55 Jahren sollten die Weichen für die finanzielle Zukunft gestellt werden», betont sie.

Tipp 1 | Standortbestimmung: Was habe ich? Und was brauche ich?

Eine realistische Pensions- und Budgetplanung unter Einbezug aller Einnahmen, Vermögensteile und Ausgaben ist entscheidend. Nur so lässt sich beurteilen, ob die Mittel nach der Pensionierung ausreichen. Die Ausgleichskasse oder die AHV-Zweigstelle gibt Auskunft zur persönlichen Situation in der 1. Säule. Der Vorsorgeausweis, das Onlineportal, wenn vorhanden, sowie das Vorsorgereglement der Pensionskasse liefern wichtige Informationen zur 2. Säule. Guthaben aus der privaten Vorsorge, der 3. Säule, und allfällige weitere Vermögenswerte ergänzen das Altersguthaben und sind in die Planung miteinzubeziehen.

Tipp 2 | Vorsorgelücken, wenn möglich, schliessen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Vorsorge bis zur Pensionierung zu verbessern. Eine Option sind freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse, sofern Einkaufspotenzial besteht. Damit kann das Altersguthaben erhöht werden. Wurde für Wohneigentum Kapital aus der beruflichen Vorsorge vorbezogen oder bei einer Scheidung Vorsorgeguthaben übertragen, kann eine Rückzahlung respektive Wiedereinzahlung geprüft werden. Mit diesen Massnahmen lassen sich das Altersguthaben erhöhen und eine Vorsorgelücke ganz oder teilweise schliessen. Zu beachten ist: Soll das Altersguthaben teilweise oder ganz in Kapitalform bezogen werden, müssen Einlagen spätestens drei Jahre vor der Pensionierung getätigt werden.

Tipp 3 | Den passenden Pensionierungszeitpunkt finden

Je nach Vorsorgelösung kommen eine vorzeitige Pensionierung, eine Pensionierung im Referenzalter 65, eine Teilpensionierung oder ein Aufschub über das Referenzalter hinaus infrage. Es lohnt sich, die finanziellen Konsequenzen genau abzuklären. Eine vorzeitige Pensionierung führt zu einer lebenslangen Kürzung der Altersrente aus Pensionskasse und AHV. Eine Teilpensionierung ermöglicht einen gleitenden Übergang in den Ruhestand; die Bedingungen richten sich nach dem Vorsorgereglement. Sie ist gemeinsam mit der Arbeitgeberin oder dem Arbeitgeber sorgfältig zu planen.

«Die Pensionierung ist mehr als ein Datum im Kalender.»

Franziska Gäggeler, Leiterin Vorsorge, Previs Vorsorge

Tipp 4 | Rente und Kapital: sich frühzeitig damit auseinandersetzen

Wie soll das Altersguthaben aus der Pensionskasse bezogen werden: als lebenslange Rente, als Kapital oder als Kombination? Wer sich frühzeitig damit beschäftigt, kann den Entscheid in die Pensionsplanung einbetten. Die Rente bietet ein regelmässiges Einkommen, der Kapitalbezug mehr finanzielle Flexibilität und Eigenverantwortung. Eine pauschal richtige Antwort gibt es nicht. Entscheidend sind unter anderem die Vermögens- und Einkommenssituation, Immobilienbesitz, familiäre Verhältnisse, das Sicherheitsbedürfnis sowie die voraussichtlichen Ausgaben und Pläne im Ruhestand.

Tipp 5 | Informationsangebote nutzen und sich beraten lassen

Die Pensionierungsplanung kann herausfordernd sein; Fristen sind zu beachten und Entscheidungen müssen getroffen werden. Viele Pensionskassen bieten Informationsveranstaltungen oder Pensionierungsseminare an, die helfen, die eigene Vorsorgesituation besser zu verstehen. Je nach Situation kann sich auch eine Finanzberatung durch eine unabhängige Stelle lohnen.

Planungssicherheit für beide Seiten

Als Arbeitgebende können Gemeinden ihre Mitarbeitenden frühzeitig für das Thema Pensionierung sensibilisieren. Sie müssen dafür nicht selbst zu Vorsorgeexpertinnen werden, sondern können auf Informationsangebote ihrer Pensionskasse hinweisen. Der Austausch ist für beide Seiten hilfreich: Mitarbeitende gewinnen Orientierung für den nächsten Lebensabschnitt, Gemeinden Planungssicherheit beim Generationenwechsel.

Previs Vorsorge – passende Lösungen für Gemeinden

Mit ihren beiden Vorsorgewerken Comunitas und Service Public bietet die Previs für Gemeinden und gemeindenahe Institutionen und Betriebe passende Lösungen; dazu zählt die grosse Flexibilität bei der Wahl und Ausgestaltung der Vorsorgelösung. Aus diesen Branchen sind aktuell 600 Kunden mit 12 000 Versicherten bei der Previs angeschlossen.

Kaspar Abplanalp
Im Auftrag der Previs