Plastiksammelstelle im Ecocentro von Locarno.

Plastiksammlung: Tessiner Gemeinden haben sich angepasst

11.04.2026
4 | 2026

Die Einführung der Pflicht zur separaten Sammlung von wiederverwertbaren Kunststoffen des Typs PP und PE hatte im Tessin zu einiger Aufregung geführt. Doch gut zwei Jahre später ziehen auch die Gemeinden eine positive Bilanz.

Die Tessiner Gemeinden haben sich weitgehend an die Pflicht zur getrennten Sammlung von Haushaltskunststoffen angepasst, die der Kanton im November 2022 angekündigt und ab Juni 2023 eingeführt hat. Nach Protesten wegen der kurzen Frist wurde vielen Gemeinden eine Verlängerung bis Januar 2024 gewährt. Heute erfüllen fast alle Gemeinden die Vorgaben; nur zwei kleine Gemeinden suchen noch nach einer passenden Lösung.

Die Mehrheit nutzt das System «Puricelli», das sich auf die gut recycelbaren Kunststoffe Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) konzentriert. 32 Gemeinden verwenden den «Sammelsack», bei dem alle Haushaltskunststoffe gesammelt werden. Der Kanton bevorzugt Puricelli, da weniger Transportwege anfallen.

Die gesammelten Plastikmengen sind gestiegen: von rund 3000 Tonnen im Jahr 2021 auf etwa 5000 bis 6000 Tonnen 2023. Die Entwicklung wird sowohl der neuen Pflicht als auch einem steigenden Umweltbewusstsein der Bevölkerung zugeschrieben. Beschwerden der Gemeinden sind ausgeblieben und generell zeigt sich eine positive Entwicklung der Sammelmengen.

Gerhard Lob
Freier Mitarbeiter