Damit Recycling gelingt, braucht es eine gute Kommunikation.

So gelingt erfolgreiche Recyclingkommunikation in Gemeinden

30.07.2026
7-8 | 2026

Ob Recyclingkalender, Website oder Social Media: Gemeinden sind für die Bevölkerung die wichtigste Anlaufstelle für Informationen rund um Entsorgung und Recycling, wie eine repräsentative Bevölkerungsumfrage zeigt. Gute Kommunikation schafft Orientierung, reduziert Fehlwürfe und erleichtert den Zugang zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.

Die kommunale Abfallwirtschaft funktioniert nur dann effizient, wenn die Bevölkerung weiss, was, wo und wie entsorgt werden kann. Kommunikation ist deshalb weit mehr als die Bekanntgabe von Sammelterminen. Sie schafft Verständnis, beantwortet Fragen und sensibilisiert für ein korrektes Recyclingverhalten. Gleichzeitig stärkt sie das Vertrauen in die Dienstleistungen der Gemeinde.

Wie wichtig Gemeinden als Informationsquelle sind, bestätigt auch die repräsentative Swiss-Recycle-Bevölkerungsumfrage 2022. Neben Recycling- beziehungsweise Entsorgungskalendern werden Gemeinden auch direkt von der Bevölkerung als wichtigste Informationsquelle zum Thema Recycling genannt. Dies unterstreicht die Verantwortung der Gemeinden, Informationen verständlich, aktuell und möglichst niederschwellig bereitzustellen.

Klare Informationen auf einen Blick

Ein Recyclingkalender erfüllt seinen Zweck nur dann, wenn Informationen schnell gefunden und richtig verstanden werden. Die Gemeinde Meilen (ZH) beispielsweise setzt auf eine klare Gliederung, gut strukturierte Tabellen sowie eine intuitive Gestaltung. Ergänzt wird dies durch einheitliche Piktogramme und eine reduzierte Informationsdichte pro Seite.

Auch die Stadt Lausanne (VD) zeigt, wie eine klare visuelle Struktur mit Farbcodierungen und Symbolen komplexe Entsorgungsinformationen zugänglich macht. Beide Beispiele verdeutlichen, dass eine gut gestaltete Informationsarchitektur die Benutzerfreundlichkeit erhöht, Fragen reduziert und korrektes Recycling fördert. Die Gestaltung des Recyclingkalenders trägt damit wesentlich dazu bei, dass Informationen im Alltag tatsächlich genutzt werden. Weitere Tipps zur Gestaltung von Recyclingkalendern hat Swiss Recycle unter swissrecycle.ch/recyclingkalender zusammengetragen.

Crossmediale Kommunikation erhöht die Reichweite

Ein einzelner Kommunikationskanal genügt heute kaum noch. Erfolgreiche Gemeinden kombinieren Print- und Onlineangebote zur Kommunikation. Die Stadt Wädenswil (ZH) verbindet den klassischen Entsorgungskalender mit ihrer Website entsorgungwaedenswil.ch, die filterbare Entsorgungstermine, ein Abfalllexikon oder auch den Zugriff auf einen kostenlosen SMS-Erinnerungsdienst enthält. So erhalten Einwohnerinnen und Einwohner unabhängig vom bevorzugten Kanal jederzeit Zugang zu den relevanten Informationen.

Ein ebenso gelungenes Beispiel bietet die Stadt Nyon (VD). Der gedruckte Abfallkalender wird durch eine übersichtliche Website ergänzt. Diese umfasst unter anderem ein A–Z-Entsorgungslexikon («Abécédaire du tri»), eine interaktive Karte der Sammel- und Wiederverwendungsstellen sowie digitale Dienstleistungen wie die Online-Anmeldung für die Sperrgutabholung. So finden Einwohnerinnen und Einwohner unabhängig vom gewählten Kanal rasch die gewünschten Informationen.

Kommunikation für Menschen mit Migrationshintergrund

Gerade in Gemeinden mit einer internationalen Bevölkerung lohnt sich auch eine mehrsprachige Kommunikation. Die Stadt Dübendorf (ZH) zeigt mit einer Übersetzungsübersicht im Recyclingkalender, wie Informationen einfach in verschiedene Sprachen zugänglich gemacht werden können. Ergänzend setzen erste Schweizer Gemeinden wie Morges (VD), Hochdorf (LU) oder Mendrisio (TI) auf KI-gestützte Chatbots, die Fragen der Bevölkerung auch in verschiedenen Sprachen beantworten können.

Solche Lösungen können insbesondere bei häufigen Fragen rund um Sammelstellen, Öffnungszeiten oder Entsorgungswege eine wertvolle Ergänzung zur klassischen Gemeindekommunikation sein.

Barrierefreie Kommunikation schafft Teilhabe

Barrierefreiheit wird auch in der Recyclingkommunikation immer wichtiger. Die Stadt Bern stellt Informationsvideos mit Gebärdensprache zur Verfügung und erleichtert damit gehörlosen Menschen den Zugang zu wichtigen Informationen.

Regensdorf (ZH) ergänzt dies mit einem barrierefrei gestalteten Recyclingkalender. Gut lesbare Schriftgrössen, klare Strukturen und eine einfache Navigation sorgen dafür, dass möglichst viele Menschen die Informationen selbstständig nutzen können.

Die Beispiele zeigen: Erfolgreiche Recyclingkommunikation ist verständlich, zielgruppengerecht und kanalübergreifend. Mehrsprachigkeit, Barrierefreiheit, digitale Angebote und eine klare Gestaltung erleichtern den Zugang zu Informationen und fördern korrektes Recycling.

Tipp: Recycling Day für die Kommunikation nutzen

Nicht nur Recyclingkalender und Websites eignen sich zur Sensibilisierung. Auch Aktionstage schaffen Aufmerksamkeit und motivieren zum Mitmachen. Der schweizweite Recycling Day bietet Gemeinden eine ideale Plattform, um mit Infoständen, Führungen oder Wettbewerben über Recycling zu informieren. Swiss Recycle stellt dafür kostenlose Kommunikationsmittel und Leitfäden zur Verfügung. Mehr unter www.recyclingday.ch.

Viviane Pfister
Swiss Recycle