Menü
Logo Logo
  • DE
  • FR
  • IT
  • Institution Gemeinde 1
  • Nadja Sutter 1
  • 9 | 2026 1
Aktive Filter: Autor: Nadja Sutter Ausgabe: 9 | 2026 Alle Filter entfernen
Es wurde 1 Ergebnis in 1 Millisekunden gefunden. Zeige Ergebnisse 1 bis 1 von 1.
  • 1
Ergebnisse pro Seite:

Mehrzweckverband: eine Sensler Antwort auf die zunehmende Komplexität

Zwischen den Städten Freiburg und Bern liegt der Sensebezirk, der einzige rein deutschsprachige Bezirk im Kanton Freiburg, bestehend aus 15 eher ländlich geprägten Gemeinden. Diese haben in den letzten Jahren als Antwort auf die steigenden Anforderungen und die zunehmende Komplexität einen Mehrzweckverband gegründet. Dieser übernimmt jene Aufgaben, die die Gemeinden von Gesetzes wegen sowieso gemeinsam angehen müssen: die Feuerwehr, das Gesundheitswesen, den Tourismus, die Raum- und Mobilitätsplanung sowie den Betrieb der Orientierungsschulen (Sekundarstufe I). «Der Mehrzweckverband ist keine weitere Staatsebene, sondern gehört den Gemeinden», sagt Co-Geschäftsführer David Köstinger. «Wir übernehmen nur Aufgaben, die uns von Gemeinden übertragen werden, und werden nicht selbst aktiv», ergänzt der zweite Co-Geschäftsführer Simon Ruch. «Der Mehrzweckverband ist keine weitere Staatsebene, sondern gehört den Gemeinden.» David Köstinger, Co-Geschäftsführer Mehrzweckverband Sensebezirk Weshalb aber diese «Superorganisation» eines Mehrzweckverbandes? «Es ging erstens darum, die Anzahl Mandate für die Milizgemeinderäte zu verringern», sagt David Köstinger. Denn zuvor bestanden für die gemeinsam zu bewältigenden Aufgaben diverse verschiedene Gemeindeverbände, was zahlreiche Sitzungen und Delegiertenversammlungen nach sich zog. Ein zweiter Grund: die Professionalisierung. Mit einer Organisation können Synergien genutzt und Themen wie gerade die Raumplanung mit eigenen Fachpersonen professioneller angegangen werden. Und drittens gibt der Kanton Freiburg in zahlreichen Bereichen eine Regionalisierung vor: Die Gemeinden müssen also von Gesetzes wegen zusammenarbeiten. Wobei David Köstinger bemerkt: «Der Begriff ‹Region› ist nicht immer gesetzlich definiert, und wie die Gemeinden die Regionalisierung angehen, ist ihnen überlassen. Das führt dazu, dass wir in den verschiedenen Bezirken sehr unterschiedliche Lösungen haben.» Um Kostenersparnisse geht es hingegen nicht. «Wir können zwar Synergien nutzen wie gemeinsame Büros, aber das fällt kaum ins Gewicht», sagt David Köstinger. Die grossen Kostentreiber seien der Bereich Bildung – die Löhne für Lehrpersonen in der OS sind kantonal vorgegeben – sowie die Kosten im Zusammenhang mit der Alterung der Bevölkerung. Daran lasse sich kaum etwas ändern. «Ohne die Zusammenarbeit im Verband wäre es für die Gemeinden noch teurer», gibt Simon Ruch zu Bedenken. Kosten, die gar nicht erst entstehen, seien aber schwieriger zu vermitteln als Einsparungen. In der Kommunikation sehen die beiden Geschäftsführer drei Jahre nach der Gründung des Verbands denn auch die hauptsächlichen Herausforderungen. «Der Erfolg unserer Arbeit misst sich an dem, was nicht passiert», sagt Simon Ruch. Er nimmt den regionalen Richtplan als Beispiel: «Ist dieser sauber aufgegleist, kommt es später zu keinen Problemen in den Ortsplanungen – das merken wir aber erst in zehn Jahren.» Sichtbarer ist die Arbeit im Bereich Mobilität, wie David Köstinger ausführt: «In den letzten drei Jahren haben wir uns intensiv mit den Gemeinden, dem Kanton und den Transportdienstleistern ausgetauscht. Dadurch konnten wir die ÖV-Verbindungen im Bezirk auf den nächsten Fahrplanwechsel hin massiv verbessern.» Dennoch: Mit der Identifikation der Gemeinden mit dem Mehrzweckverband hapert es noch. «Die Gemeinden sprechen von uns wie von einer zusätzlichen Staatsebene, dabei arbeiten wir für die Gemeinden», sagt Köstinger. Zudem erregen die «gebundenen Ausgaben», die nun für den einen Verband grösser ausfallen, regelmässig Kritik. «Die Kosten würden für die Gemeinden aber auch ohne den Verband anfallen, denn sie müssten auch so die Feuerwehr oder Gesundheitskosten finanzieren», gibt Simon Ruch zu bedenken. «Ohne die Zusammenarbeit im Verband wäre es für die Gemeinden noch teurer.» Simon Ruch, Co-Geschäftsführer Mehrzweckverband Sensebezirk Der Verband versucht nun, gezielter zu kommunizieren, und hat zum Beginn der neuen Legislatur im Juni 2026 kurze Erklärvideos produzieren lassen, die die Rolle des Verbands erläutern. Zudem sind die Prozesse bewusst transparent gestaltet. «Insbesondere unser mehrstufiger Budgetprozess mit dem Einbezug aller Gemeinden ist sehr aufwendig, wir erhalten darauf aber positive Rückmeldungen», sagt David Köstinger. Auch das Argument des Demokratieverlusts lassen die beiden nicht gelten: So ist das Instrument einer bezirksweiten Initiative vorgesehen. Dieses wurde bereits einmal genutzt, und so haben die Sensler Wahlberechtigten im Juni über ein neues Freizeitbad abgestimmt. Nadja Sutter

  • 1
  • Abos
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Mediadaten
  • PDF-Archiv
  • Cookies
© Schweizerischer Gemeindeverband
  • Home
  • Suche
  • Archiv
  • Abos
  • Firmenverzeichnis
  • Mediadaten
  • Datenschutz
  • Impressum
Schliessen