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Jede Stimme zählt: mehr Mitsprache für die Bevölkerung in Thônex

Partizipation stärkt die Lebensqualität und den sozialen Zusammenhalt. Wenn Gemeinden die Perspektiven von Jugendlichen, Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit Migrationshintergrund in lokale Projekte einbeziehen, stärkt dies das Zugehörigkeitsgefühl und fördert das psychische und körperliche Wohlbefinden. Bruno da Silva, Mitglied der Exekutive der Genfer Stadt Thônex, blickt auf die Initiative zurück. Der «Conseil des habitant-e-s» wurde geschaffen, um die Beziehung zur Bevölkerung zu stärken. Er bietet allen ab 15 Jahren einen Raum, sich zu äussern und am Gemeindeleben teilzunehmen – unabhängig von Status oder Nationalität. Wir verfolgen zwei Ziele: Wir wollen die Bedürfnisse vor Ort besser verstehen und die Legitimität des öffentlichen Handelns stärken, indem wir das Feedback der Bevölkerung in unsere Entscheidungen einbeziehen. Das war eine Herausforderung, aber wir konnten die Beteiligung ausweiten. Dafür haben wir unsere Kommunikationskanäle vor Ort diversifiziert und arbeiten mit Quartierzentren, aufsuchender Sozialarbeit und Quartiervereinen zusammen. So erreichten wir Menschen, die dem Gemeindeleben eher fernstehen. Um Hindernisse abzubauen, haben wir verschiedene Massnahmen eingeführt: eine Aufwandsentschädigung für die Teilnehmenden, kostenlose Kinderbetreuung, die Übernahme der Verpflegungskosten, angepasste Zeitpläne und ein Dolmetschangebot. Um eine repräsentative Auswahl der Bevölkerung zu gewährleisten, haben wir zudem Quoten eingeführt. Diese Massnahmen ermöglichen eine inklusive Beteiligung und zeigen, dass ein echtes Interesse am öffentlichen Leben besteht, wenn die Formate entsprechend angepasst werden. «Wir haben einen Raum geschaffen, der allen offensteht, um sich zu äussern und am Gemeindeleben teilzunehmen.» Bruno da Silva, Mitglied der Exekutive von Thônex (GE) Sie bleiben nicht theoretisch, sondern werden in einen Umsetzungsplan integriert, den die Stadt Thônex steuert. Wir verfolgen die Umsetzung und informieren die Teilnehmenden über den Fortschritt. Einige Massnahmen laufen bereits, insbesondere in den Bereichen Prävention, Jugendarbeit und Kommunikation. Diese bereichsübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Dienststellen und der Exekutive der Stadt gewährleistet eine sorgfältige und glaubwürdige Umsetzung der Empfehlungen. Der «Conseil des habitant-e-s» ergänzt bestehende demokratische Verfahren, indem er Menschen, die sich sonst kaum an Wahlprozessen beteiligen, eine Stimme gibt. In Thônex sind wir überzeugt, dass die Bevölkerung die Expertin ihres Alltags ist. So werden eine inklusivere Beteiligung und ein gleichberechtigter Zugang zur öffentlichen Mitsprache möglich. Die grösste Herausforderung bestand darin, die Erwartungen klar abzugrenzen. Entscheidend war, klar zu kommunizieren, welche Aufgaben in die Zuständigkeit der Gemeinde fallen. Bleibt die Frage nach dem Engagement der Behörden. Damit das Projekt nicht als Alibi wahrgenommen wird, müssen sich die Gemeindebehörden verpflichten, die Empfehlungen des «Conseil des habitant-e-s» zu berücksichtigen. Das bedeutet, sie nehmen in Kauf, dass von ihnen vorangetriebene Projekte abgelehnt werden. Ja, die Empfehlungen werden bis 2030 umgesetzt. Die Stadt Thônex möchte diese Dynamik fortsetzen, indem sie ab 2027 alle zwei Jahre ein neues Beteiligungsformat schafft, dessen Ausgestaltung noch festzulegen ist. Auf jeden Fall. Es hat sich in den Genfer Gemeinden Vernier und Lancy bewährt und lässt sich auch anderswo umsetzen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einem starken politischen Engagement, klaren Rahmenbedingungen und konkreten Mitteln, um eine inklusive Beteiligung zu gewährleisten. Chantal und Bernard Allègre, Mitglieder des «Conseil des habitant-e-s», betonen den Nutzen für die Bevölkerung: «Wir haben ganz unterschiedliche Menschen kennengelernt, und das ist schon wertvoll.» Diese Ansicht teilt auch Élise Dupuis, die betont: «Dadurch fühlt man sich gehört und einbezogen.» Christophe Maisonobe fügt hinzu: «Wir waren an den Entscheidungen beteiligt, das ist eine gute Initiative der Stadt!» Lara Gross Etter, Manon Delisle

Ein grünerer und gesünderer Pausenplatz

Kinder tummeln sich auf dem Pausenplatz wie die Vögel in den Ästen über ihnen. Vögel und das Naturschutzgebiet Grande Cariçaie am Neuenburgersee waren die Inspiration für die Neugestaltung des Pausenplatzes der Primarschule La Villette in Yverdon-les-Bains. Der in die Jahre gekommene Multisportplatz und der Asphalt wurden durch Holzhäuschen für die Kinder, Obstbäume, eine Wasserstelle und einen modernisierten Multisportplatz ersetzt. Ist der Pausenplatz jetzt schöner? Sicherlich. Doch der wahre Mehrwert liegt woanders: «Die Vielfalt der Räume und Spielmöglichkeiten fördern die Entwicklung der Kinder», sagt Carmen Tanner, Stadträtin für Stadtplanung, Personalwesen und Nachhaltigkeit. «Ausserdem werden beispielsweise das Gleichgewicht oder die Motorik gefördert.» Die Politikerin verweist auf aktuelle Studien, die gezeigt haben, dass der Zugang zu Grünflächen die Gedächtnisleistung und die Aufmerksamkeit von Kindern verbessert. Und wie sieht es mit den Auswirkungen auf die Chancengleichheit aus? War der Multisportplatz bisher den Jungs und dem Fussball vorbehalten, wird nun die Aktivität des Tages vor jeder Pause mit einer von den Kindern erdachten Methode zufällig bestimmt. «Dieser Platz ist nun für alle zugänglich, ohne Unterscheidung oder Diskriminierung», freut sich Carmen Tanner, Vize-Stadtpräsidentin von Yverdon. Und das ist nicht die einzige Verbesserung, die sich eingestellt hat. Da der Platz im Herzen eines Wohnquartiers liegt, kam es bisher aufgrund der Lärmbelästigung zu Spannungen. «Die Bälle prallten gegen die Wand hinter dem Tor und jeder Aufprall hallte in allen umliegenden Gebäuden wider.» Heute ist die betreffende Wand mit Klettergriffen versehen, die eine neue Aktivität ermöglichen. «Zudem wurde ein Ballfangzaun angebracht. So gibt es keine Störung mehr!» «Der Multisportplatz ist nun für alle zugänglich, ohne Unterscheidung oder Diskriminierung.» Carmen Tanner, Vize-Stadtpräsidentin, Yverdon-les-Bains (VD) Das Projekt wurde übrigens partizipativ umgesetzt. Anwohnende, Schulkinder, Lehrpersonen sowie Hausmeisterinnen und Hausmeister wurden einbezogen. Dieses Engagement hält an. «Die Kinder und Jugendlichen, die nach der Schule hier spielen, haben eine partizipative Pflege des Platzes organisiert», berichtet Carmen Tanner. «So bleibt der Pausenplatz sauberer und wird besser respektiert als zuvor, weil sich alle verantwortlich fühlen.» Ein Pausenplatz ist zwar ein Pausenplatz, aber auch ein öffentlicher Raum. Diese und andere Neugestaltungen tragen dieser Tatsache Rechnung. «Wir haben hier die gleichen Kriterien zugrunde gelegt wie für andere öffentliche Räume, das heisst, es muss mindestens einer der folgenden Schwerpunkte vorhanden sein: Kultur, Sport, Zusammenhalt oder Natur», erklärt die Politikerin. «Für diesen Platz standen Natur und Sport im Vordergrund. Die Anlagen und Spielgeräte wurden so konzipiert, dass sie zum Bewegen einladen. Ausserdem wurde der Platz an verschiedenen Stellen und auf unterschiedliche Weise begrünt.» Es gibt nun mehr Natur und Räume, in denen man sich austoben kann oder die den Zusammenhalt zwischen den Schulkindern stärken. All dies trägt zur Stärkung der körperlichen und psychischen Gesundheit dieser jungen Menschen bei. Carmen Tanner macht keinen Hehl daraus, dass sie eine noch stärkere Begrünung befürwortet hätte. «Aber es ist ein erster Schritt. Wir befinden uns in einer Übergangs- und Sensibilisierungsphase – nicht nur in Yverdon – zwischen komplett asphaltierten und vielleicht in Zukunft komplett begrünten Pausenplätzen!» Unter der sengenden Sonne, aber im Schatten der auf dem Platz gepflanzten Bäume, betont sie: «Bäume und Grünflächen bilden einen natürlichen Schutz gegen die Wärmeinseln, die diese Plätze darstellen. Die Frage der Begrünung wird sich immer mehr stellen...» Josefin De Pietro, Lara Gross Etter

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