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  • 10 | 2021 1
Aktive Filter: Kategorie: Energie und Umwelt Autor: Susanne Rutz, Projektleiterin Energie und Klima, Pusch, und Olivia Guler, Leiterin Kommunikation, Stiftung KliK Ausgabe: 10 | 2021 Alle Filter entfernen
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Geothermie : Davos nutzt die Wärme aus dem Grundwasser  

Mit dem Bau von thermischen Netzen schaffen Gemeinden eine wichtige Infrastruktur. Gemäss dem «Weissbuch Fernwärme» des Verbands Fernwärme Schweiz (VFS) wäre es möglich, bis 2050 rund 38 Prozent des Wärmebedarfs über thermische Netze abzudecken. Heute beliefern die fast1000 thermischen Netze der Schweiz, gemäss dem Faktenblatt von EnergieSchweiz, sechs bis acht Prozent des Bedarfs mit Wärme. Ein interessantes Beispiel bietet Davos. Die Bündner Gemeinde mit rund 12600 Einwohnern und Einwohnerinnen setzt mit ihrer energiepolitischen Strategie auf eine verstärkte Förderung und Nutzung von einheimischen, erneuerbaren Energien sowie auf eine kontinuierliche Erhöhung der Energieeffizienz. Im Interview berichtet Simi Valär, Landrat und Departementsvorsteher Hochbauamt, Energie und Umweltschutz, von den Erfahrungen der Gemeinde, welche die Möglichkeit einer geothermischen Nutzung (siehe Kasten) sorgfältig untersuchen liess: Simi Valär: Für die Gemeinde stellte das Projekt sowohl organisatorisch als auch finanziell eine grosse Herausforderung dar. Organisatorisch gesehen war die Gemeinde in der angenehmen Lage, über eine Fachstelle Umwelt zu verfügen, welche nicht nur das Projekt über die gesamte Dauer organisatorisch geleitet und koordiniert hat, sondern auch für das zuständige Departement und die Exekutive die notwenigen Beschlüsse vorbereitet hat. Die Investitionen und Abklärungen – insbesondere im Zusammenhang mit der Nutzung des Fels- oder Kluftaquifers (mitteltiefe Geothermie) waren sehr aufwendig und auch kostspielig. Die Gemeinde war hier auf eine fachliche und finanzielle Unterstützung durch den Bund und den Kanton angewiesen. Valär: Auch bei der Nutzung der Geothermie muss die Nachhaltigkeit berücksichtigt werden. Grundsätzlich kann nicht mehr Wärme oder Wasser entnommen werden, als nachfliesst. Dies erfordert eine möglichst gute Bilanzierung sowie ein Monitoring. Um Nutzungskonflikte zu vermeiden, müssen bestehende Anlagen geschützt werden. Dies gilt insbesondere dort, wo bereits viele Erdwärmesonden existieren oder im Abstrombereich von Grundwasserrückgaben. Valär: Klimaschutz und Klimaanpassung werden auch in Davos - unabhängig von der politischen Amtszeit – eine Herausforderung bleiben. Die Gemeinde hat in Zusammenhang mit der Nutzung der Geothermie verschiedene Grundlagen erarbeitet, die heute und auch den zukünftigen Amtsträgern zur Verfügung stehen. Mit der Überarbeitung des Grundwassermodells und dem daraus abgeleiteten Nutzungskonzept für die untiefe und mitteltiefe Geothermie sowie mit einer im letzten Jahr erstellten thermischen Modellierung hat die Gemeinde das Projekt weiter vorangetrieben und fortschrittliche Planungsgrundlagen für die Zukunft geschaffen. Valär: Die geologische Situation ist nicht überall gleich. Nicht jede Gemeinde hat einen geothermisch nutzbaren Fels- bzw. Kluftaquifer im Untergrund. Aber für diejenigen Gemeinden, welche ihr Wärmenutzungspotenzial dort vermuten und dies abklären möchten, haben wir im Auftrag des Bundesamtes für Energie (BFE) unsere Erkenntnisse in einer Fallstudie zum Geothermieprojekt Davos zusammengestellt. Darin sind alle angewandten Methoden zur Erkundung, Erschliessung und Nutzung des Kluftaquifers aufgeführt und bewertet. Davos baut Wärmeverbünde nicht selber, das macht die EWD Elektrizitätswerk Davos AG (EWD AG), welche schweizweit tätig ist. Die Gemeinde ist jedoch mit Gemeindebauten an deren Wärmeverbünde angeschlossen. Was für Erfahrungen haben Sie mit dem Anschluss an Wärmenetze gemacht? Valär: Die Erfahrungen sind sehr positiv. Wärmenetze aufgebaut aus Grundwasserwärmenutzung liefern saubere und erneuerbare Energie. Die Zusammenarbeit mit der EWD AG als Wärmelieferant funktioniert bestens. Weil die Anschaffungskosten für Heizungsanlagen mit Grundwasser oder Erdwärme relativ hoch sein können, bietet das Energiecontracting hier eine gute Alternative, insbesondere auch für private Haushalte. Die Liquidität kann geschont werden und Wartungskosten werden vom Wärmelieferanten übernommen. Eine lange Lebensdauer der Heizungsanlage und ein störungsfreier Betrieb kann so gesichert werden. Informationen: *Quelle: Studie Weissbuch «Fernwärme Schweiz VFS Strategie», erwähnt in energeia plus – Magazin des Bundesamts für Energie BFE **Quelle: Faktenblatt Thermische Netze, EnergieSchweiz, 2021, S.5 Schlussbericht, Fallstudie Geothermieprojekt Davos www.waermeverbuende.klik.ch/kontakt Gemeindetagung: www.pusch.ch/fuer-gemeinden/energie-und-klima Susanne Rutz, Projektleiterin Energie und Klima, Pusch, und Olivia Guler, Leiterin Kommunikation, Stiftung KliK

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