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Strassenbegleitgrün: Welche Mähmaschinen sind ökologisch?

Das Strassenbegleitgrün, also Wiesen und Böschungen entlang von Strassen, sind unproduktive Flächen. Sie müssen aber trotzdem regelmässig gemäht werden, um die Sicherheit auf den Strassen zu gewährleisten. Gerade entlang von Hauptstrassen und Autobahnen muss das schnell gehen und wirtschaftlich sein, denn die betroffenen Abschnitte sollten nicht zu lange gesperrt werden, um den Verkehr nicht zu beeinträchtigen. Das hat Folgen für die Biodiversität. Am einfachsten und schnellsten geht das Mähen nämlich mit Schlegelmulchern, die das Mähgut zerhäckseln. Darunter leidet die Insektenwelt – und das liegen gebliebene Schnittgut sorgt für einen zu nährstoffreichen Boden, welcher der Biodiversität ebenfalls schadet. Aus der Landwirtschaft wisse man, welche Art zu mähen die Biodiversität fördert, sagt Lukas Bollack. Er betreut beim Umweltbüro Nateco eine Studie zu biodiversitätsfreundlichen Mähmaschinen, an der auch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) beteiligt ist. «Balkenmäher sind insektenfreundlicher als Schlegelmulcher», so Bollack. Und: Ideal wäre es, das Schnittgut ein paar Tage liegen zu lassen, damit die Pflanzen versamen können, und dann abzuführen, um eine Nährstoffübersättigung des Bodens zu verhindern. Ist dies nicht möglich, so ist es besser, das Schnittgut direkt abzuführen, als es liegen zu lassen. Die Technik hat bereits reagiert: Maschinenhersteller bringen zum Beispiel Abstreifvorrichtungen an, die nicht nur die Samen von Pflanzen auf dem Boden verteilen, sondern auch Insekten animieren sollen, zu fliehen, bevor das Mähen beginnt. Auch verfügen die Maschinen der neusten Generation über eine weniger starke Sogwirkung sowie Vorrichtungen, mit denen das Schnittgut direkt aufgenommen und abtransportiert werden kann. Diese Innovationen gehen auf eine Initiative aus Bayern zurück, wie Ralf Sander vom deutschen Maschinenhersteller Mulag erklärt. Seit 2019 gelten dort nach der Annahme eines Volksbegehrens besonders strenge Regeln zum Schutz der Biodiversität – auch für das Mähen von Strassenbegleitgrün. Das Strassenbauamt lud Maschinenhersteller und Biologen zu einem runden Tisch ein, um gemeinsam Lösungen zu finden. Im Anschluss entwickelte Mulag Maschinen mit den oben beschriebenen Anpassungen. Auch Schweizer Hersteller wie die Urs Schmid AG oder die N.U.P. bieten mittlerweile Ökomähköpfe an. Doch was nützen diese Massnahmen effektiv? Ab wann gilt eine Mähmaschine als biodiversitätsfreundlich? Forschung dazu gibt es noch kaum. Antworten sucht die Studie, an der Lukas Bollack beteiligt ist und die vom Bundesamt für Strassen (Astra) sowie seinen deutschen und österreichischen Pendants in Auftrag gegeben wurde. Im Sommer 2023 wurden Feldversuche durchgeführt, die derzeit ausgewertet werden. Mit ersten Resultaten rechnet Bollack 2026. «Es hat sich als ziemlich schwierig erwiesen, eine standardisierte Messung durchzuführen», sagt Bollack. Denn je nach Grünfläche und Tageszeit variiert die Anzahl Insekten darin sehr stark. Zum Schluss behalf sich die Forschergruppe mit Insektenattrappen aus Wachs. Obwohl das Forschungsprojekt noch nicht abgeschlossen ist, kann Lukas Bollack Gemeinden, die bei der Grünflächenpflege die Biodiversität schützen wollen, einige Tipps geben: «Balkenmäher sind besser als rotierende Messer, und es hilft, das Gras nicht ganz kurz abzuschneiden», sagt er. Aber es komme nicht nur auf die Maschine an: «Auch der Mähzeitpunkt hat einen Einfluss.» Wichtig sei es überdies, Altgrasinseln stehen zu lassen, wohin die Insekten flüchten könnten. Interessierte Gemeinden können sich von kantonalen Fachstellen oder Ökobüros beraten lassen. «Balkenmäher sind insektenfreundlicher als Schlegelmulcher, und es hilft, das Gras nicht ganz kurz abzuschneiden.» Lukas Bollack, Projektleiter Nateco Die Schweizer Politik ist bereits auf das Thema aufmerksam geworden. Der Bund hat dem Astra und den Bahnunternehmen die Vorgabe gemacht, dass sie 20 Prozent ihrer Fläche zur Biodiversitätsförderung nutzen müssen. Und im Kanton Zürich darf entlang der Kantonsstrassen nur noch mit Balkenmähern gearbeitet werden. Die Nachfrage nach schonenderen Mähmaschinen ist da, weiss Ralf Sander von Mulag: Er hat bisher fünf Grünpflegeköpfe der neusten Generation in die Schweiz verkauft. Anfragen kamen bisher aus den Kantonen Aargau, Baselland, Graubünden und Wallis. Ralf Sander ist überzeugt, dass sich in diesem Bereich in Zukunft noch viel tun wird, sobald Erkenntnisse der erwähnten Studie, aber auch von anderen Forschergruppen vorliegen. Und: «Das Feedback unserer Kunden fliesst direkt in die Weiterentwicklung der Geräte mit ein.» Nadja Sutter

Strassenbeleuchtung nachhaltig auf LED umrüsten

Zumikon (ZH) liegt auf einer Anhöhe über dem rechten Ufer des Zürichsees. Die Gemeinde mit knapp 6000 Einwohnerinnen und Einwohnern legt Wert auf eine zeitgemässe Beleuchtung des Siedlungsgebiets. 2023 liess sie von der Fachabteilung für öffentliche Beleuchtung von den Elektrizitätswerken Zürich (EKZ) ein Beleuchtungskonzept erarbeiten und erhielt so eine fundierte Planungsgrundlage, um die Strassenbeleuchtung nach einheitlichen Kriterien zu modernisieren. Bereits seit einigen Jahren werden in Zumikon bei Strassensanierungen die Strassenbeleuchtungen mit LED erstellt. Ab diesem Jahr erhalten nun auch die restlichen Leuchten ein Upgrade auf LED. Zudem werden die Leuchten flächendeckend mit einer smarten Steuerung ausgerüstet. Dadurch lässt sich das Licht an einen Bewegungsmelder koppeln und dimmen, was den Energieverbrauch weiter senkt. «Wir können so den Strombedarf der öffentlichen Beleuchtung im Endausbau um 80 bis 85 Prozent reduzieren», sagt Thomas Krauer, der Leiter Tiefbau von Zumikon. «Damit sparen wir jährlich etwa 120 MWh Strom.» Zu einer nachhaltigen Beleuchtungslösung gehört nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch der schonende Umgang mit Ressourcen (siehe Infobox). Beim Nachrüsten bestehender LED-Leuchten mit einer Steuerung bedeutet das, die vorhandenen Komponenten möglichst weiter zu nutzen, statt sie zu ersetzen. Seit einigen Jahren haben alle Leuchten standardisierte Schnittstellen, bei denen eine entsprechende Lichtsteuerung einfach nachgerüstet werden kann. Bei älteren Leuchten, die schon mit LED ausgerüstet sind, ist das Nachrüsten ebenfalls möglich. Hierzu wird am Kandelaber eine kleine Box installiert, in der die Steuerungskomponenten verbaut sind. Es sollten zudem ausschliesslich Leuchten zum Einsatz kommen, die modular aufgebaut sind. So ist es später möglich, Verschleissteile zu ersetzen und allen Leuchten einen zweiten Lebenszyklus zu ermöglichen. Zudem lassen sich defekte Leuchten wegen des modularen Aufbaus einfach reparieren. Diesen ressourcenschonenden Ansatz bei der Modernisierung der Leuchten verfolgt auch die Gemeinde Zumikon. «Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und die Nachhaltigkeit, wo immer möglich, fördern», so Krauer. Das neue Beleuchtungsregime wirke sich auch positiv auf die Tierwelt aus. «Viele Arten reagieren empfindlich auf nächtliche Lichtemissionen und profitieren nun davon, dass es vor allem in den Wohngebieten keine Dauerbeleuchtung mehr gibt.» «Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und die Nachhaltigkeit, wo immer möglich, fördern.» Thomas Krauer, Leiter Tiefbau von Zumikon (ZH) Das Beleuchtungskonzept von Zumikon unterscheidet drei Steuerungszonen. Die Beleuchtung der Kantonsstrassen erfolgt verkehrsabhängig, wobei die Verantwortung für den Betrieb beim Kanton liegt. Die zwei anderen Zonen verantwortet die Gemeinde: Verbindungsstrassen und Wohngebiete. Bei den häufig genutzten Verbindungsstrassen wird die Beleuchtung ab 20.30 Uhr stufenweise bis auf 40 Prozent gedimmt. Die weniger stark frequentierten Strassen und Wege in den Wohngebieten werden mit einem Grundlicht beleuchtet. Stellt der Bewegungsmelder einer LED-Leuchte die Anwesenheit einer Person oder eines Fahrzeugs fest, wird die Beleuchtung hochgefahren. Da die Leuchten miteinander vernetzt sind, werden gleichzeitig die folgenden Leuchten aktiviert. So lässt sich vermeiden, dass Passanten in einem von Dunkelheit umhüllten Lichtkegel gehen müssen – ein eher unangenehmes Gefühl. Erste Erfahrungen sammelte die Gemeinde, indem sie bei Bauarbeiten in Strassen die Leuchten des gesamten Strassenzugs auf LED umrüstete und anschliessend den Testbetrieb startete. «Ein Vorteil der smarten Steuerung ist, dass sich der Betrieb der LED-Leuchten leicht anpassen lässt», erklärt Krauer. Bisher sei das aber kaum nötig gewesen, weil kaum entsprechende Rückmeldungen aus der Bevölkerung kamen. «Viele Leute merken wahrscheinlich wegen der vorausschauenden Aktivierung der Leuchten gar nicht, dass diese nicht durchgehend mit voller Leistung betrieben werden.» Grossen Wert legt man in Zumikon auch auf die Sicherheit an Fussgängerstreifen. Die Gemeinde hat dazu in den vergangenen Jahren bei allen Fussgängerstreifen prüfen lassen, ob die Ausleuchtung den Anforderungen genügt. Wo nötig, wurde die Umstellung auf LED vorgezogen oder wurden zusätzliche Kandelaber installiert. Zudem werden die Fussgängerstreifen durchgehend voll beleuchtet. Remo Bürgi

Innovationen in der Siedlungsabfallwirtschaft

Die Siedlungsabfallwirtschaft steht vor der Herausforderung, steigende Mengen an Abfall effizient und nachhaltig zu bewältigen. Dies betrifft nicht nur die Sammlung und Verarbeitung von Haushaltsabfällen, sondern auch die zunehmende Komplexität bei der Trennung und Wiederverwertung von Wertstoffen. Angesichts globaler Ressourcenknappheit und der Notwendigkeit, den CO₂-Fussabdruck zu reduzieren, wächst der Druck auf Städte und Gemeinden, innovative Lösungen zu finden. Insbesondere die Kreislaufwirtschaft, also das konsequente Schliessen von Stoffkreisläufen, spielt eine zentrale Rolle, um Abfallmengen zu reduzieren und Ressourcen effizienter zu nutzen. Ein Punkt auf der Agenda des Recyclingkongresses 2025 wird die Diskussion über technologische Innovationen sein. Ein prominentes Thema ist hierbei die Elektromobilität, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz von E-Fahrzeugen in der Abfallwirtschaft. Scania Schweiz wird sich in einem Vortrag mit den Herausforderungen beschäftigen, die beim Aufbau und Betrieb von Ladestationen für E-Fahrzeugflotten auftreten. Hierbei wird der Experte Reto Trauffer erläutern, welche Infrastrukturen notwendig sind und welche potenziellen Hürden auf dem Weg zu einer elektrifizierten Fahrzeugflotte zu überwinden sind. Besondere Aufmerksamkeit wird auf die Optimierung des Lademanagements durch den Einsatz von Software gelegt. Dies umfasst sowohl die Planung von Ladezeiten und -orten als auch die Schulung von Mitarbeitenden, um eine reibungslose Integration der neuen Technologie in den Arbeitsalltag zu gewährleisten. Die richtige Schulung und Weiterbildung des Personals wird entscheidend sein, um die Effizienz der neuen Strukturen voll auszuschöpfen. Ein weiteres zentrales Thema des Kongresses wird die Kreislaufschliessung in den Bereichen Textil- und Kunststoffrecycling sein. Angesichts der wachsenden Menge an Textil- und Kunststoffabfällen, , ist es von entscheidender Bedeutung, Wege zu finden, um diese Materialien effizienter in den Kreislauf zurückzuführen. Im Rahmen des Kongresses werden verschiedene Ansätze vorgestellt, welche Systeme sich am besten für die Schliessung von Materialkreisläufen eignen. Hierbei wird der Fokus auf Technologien und Strategien liegen, die eine hohe Wiederverwertbarkeit ermöglichen und gleichzeitig umweltfreundlich sind. Auch von Seiten der Europäischen Union werden vermehrt neue Regulierungen erwartet, die mittelbar Auswirkungen auf die Schweiz haben könnten. Obwohl die Schweiz nicht Mitglied der EU ist, ist sie wirtschaftlich und politisch eng mit dem europäischen Raum verknüpft. Besonders im Bereich der Abfallwirtschaft könnten neue EU-Vorgaben zu Recyclingquoten, zur Vermeidung von Plastikabfällen (PPWR) oder zur Förderung der Kreislaufwirtschaft die Schweiz vor neue Herausforderungen stellen. Hier wird der Recyclingkongress als wichtige Plattform dienen, um sich auf zukünftige Veränderungen vorzubereiten und Strategien zu entwickeln, um den Anschluss an internationale Standards zu gewährleisten. Der Recyclingkongress 2025 wird zudem den Blick über die Landesgrenzen hinaus richten. Paul Christiaens von Verpact wird in seinem Vortrag die Herausforderungen und Fortschritte beim Recycling in den Niederlanden beleuchten. Dabei wird er aufzeigen, wie die Niederlande bestimmte Herausforderungen meistern und welche Lehren die Schweiz daraus ziehen könnte. Insbesondere wird es um die Frage gehen, welche innovativen Systeme und Strategien in anderen Ländern erfolgreich implementiert wurden und wie diese in der Schweiz adaptiert werden könnten, um die eigenen Recyclingziele zu erreichen. Informationen: Am 24. Januar 2025 findet der beliebte Recyclingkongress erneut im Kongresshaus Biel statt. Abfall- und Recyclingverantwortliche von Gemeinden, Kantonen und Bund sowie Verbände, Entsorger und Recycler treffen sich am jährlichen Branchenevent. Neben Fachreferaten ist der Kongress auch eine Plattform für den persönlichen Austausch. Sichern Sie sich jetzt einen Platz für den jährlichen Branchentreffpunkt und diskutieren Sie mit! Alle Infos zum Kongress und Sponsoring unter: www.recyclingkongress.ch Janina Wolfsberger, Anja Raaber

Nendaz: Heizungsoptimierung für die Energiewende

Das Thema Energiewende gehört bereits seit 2010 zu den strategischen Herausforderungen der mit dem Label Energiestadt ausgezeichneten Gemeinde Nendaz (VS). Sie schloss sich 2020 anderen Walliser Gemeinden mit Gold-Label wie Saas-Fee oder Siders an. Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen, dass der Schweizer Gebäudepark für mehr als 40 Prozent des Energieverbrauchs in der Schweiz verantwortlich ist. Davon entfallen mehr als zwei Drittel auf die Heizung. Dies hat Nendaz verstanden: Unter der Führung des Präsidenten Frédéric Fragnière und des Gemeindearchitekten Yves Balet hat sie Energieeffizienz für Gemeindegebäude zur Priorität erklärt. «In unserer Gemeinde streben wir energetische Spitzenleistungen an.» Yves Balet, Gemeindearchitekt von Nendaz (VS) Seit 2022 hat Nendaz die Optimierung der Heizsysteme mehrerer seiner Gebäude mit dem Freiburger Unternehmen Yord umgesetzt. Deren intelligente Optimierungslösung kann einfach in bestehende Heizsysteme integriert werden. Im Winter 2023/2024 konnte Nendaz eine durchschnittliche Einsparung von 25 Prozent des Heizenergieverbrauchs erzielen. Julie Carron

Biodiversitätspreis für den Parco del Laveggio im Mendrisiotto

Die Bürgerbewegung Cittadini per il Territorio hat im Südtessin zwischen Stabio und Riva San Vitale mit dem Parco del Laveggio ein wertvolles Naherholungsgebiet entlang des gleichnamigen Flusses geschaffen. Dieses Flüsschen zieht sich durch eine chaotisch urbanisierte Talebene im Mendrisiotto, einen zubetonierten «Unort». Das Grenzgebiet zu Italien weist jedoch auch wertvolle Naturelemente auf, die nun durch den Park in einem elf Kilometer langen Gürtel verbunden sind. Für den im Oktober 2023 offiziell eröffneten Park wurde die Bürgerbewegung Cittadini del Territorio mit dem Binding-Preis für Biodiversität 2024 ausgezeichnet und erhielt ein Preisgeld von 100 000 Franken. Der Park wurde in enger Zusammenarbeit mit den Standortgemeinden Stabio, Mendrisio und Riva San Vitale sowie dem Kanton verwirklicht. Informationen: Parco del Laveggio: www.parcolaveggio.ch Binding-Preis für Biodiversität 2024: www.preis-biodiversitaet.ch/it/laureato-2024/ Gerhard Lob

Entfeuchten ohne Energieverschwendung

Wo es zu feucht ist, droht Schimmel, das kennt man vom eigenen Badezimmer oder vom Keller. Gefährdet sind auch Bibliotheken, Museen und Lagerhallen – und Zivilschutzanlagen, weiss Markus Sonderegger: «Diese Räume sind besonders anfällig für kondensiertes Wasser. Denn häufig liegen sie unter Geräteräumen von Turnhallen oder anderen Liegenschaften, die nicht oder kaum beheizt werden.» Als Sonderegger vor zwei Jahren sein Amt als Materialwart Feuerwehr und Verantwortlicher für den Unterhalt der Zivilschutzanlagen der Thurgauer Stadt Arbon antrat, waren zwei Dutzend kleine Entfeuchter in Betrieb, allesamt deutlich über zehn Jahre alt. Normalerweise waren sie 24 Stunden pro Tag im Einsatz und verbrauchten rund um die Uhr Strom. Sonderegger wechselt aktuell jedes Jahr drei bis vier Entfeuchter aus und ersetzt sie durch modernere und leistungsfähigere Geräte. «Die neuen Apparate sind aufgrund der technologischen Entwicklung klar effizienter.» Weil sie mehr Power haben, bewältigen sie eine höhere Luftmenge, entfeuchten schneller und werden vom eingebauten Hygrometer abgestellt, wenn sie die maximale Zielfeuchtigkeit unterschritten haben. Unter dem Strich verbrauchen neue Entfeuchter also deutlich weniger Strom. «Das kann schon 50 Franken pro Monat und Gerät ausmachen», rechnet Sonderegger vor. Der Anlagenverantwortliche achtet darauf, dass die Entfeuchter stets einwandfrei gewartet sind: «Filter und Schutzmatte müssen sauber sein, damit die Leistung hoch bleibt. Ich kontrolliere jeden Entfeuchter einmal pro Monat.» Zusätzlich entlastet Sonderegger die Stromrechnung der Stadtverwaltung, indem er die Geräte mit einer Zeitschaltuhr so programmiert, dass sie nur während der Nacht laufen – Arbon kennt noch den Niedertarif. Besonders wichtig ist der effiziente Einsatz von Entfeuchtern bei jenen Unternehmen, die sich ganz auf die Trocknung spezialisiert haben, beispielsweise die Zigerlig Bautrocknung AG in Bern. «Wir verwenden nur hochwertige Profigeräte, die alle über eine Hygrostatsteuerung verfügen und abschalten, sobald die gewünschte Luftfeuchte unterschritten wird», erklärt Geschäftsleiter Jürg Zürcher. Ob bei der Bautrocknung, der Behebung von Unwetterschäden oder bei Wasserschäden wie bei leckenden Abwasserleitungen oder der überlaufenden Badewanne: Wichtig ist, dass das eingesetzte Gerät für die jeweilige Situation und Raumgrösse richtig dimensioniert ist. Dazu kommt die korrekte Wartung: Die Filter müssen regelmässig ausgeblasen, die Kälteregister gereinigt und die Auffangwannen geleert werden. Zürcher: «Für ein schnelles Resultat mit möglichst wenig Stromverbrauch ist es wichtig, die Bauteile des Geräts sauber zu halten.» Für Entfeuchter gibt es zwar keine Energieetikette. Aber beim Kauf eines Neugeräts gilt es dennoch, darauf zu achten, dass es über einen Timer oder, noch besser, eine Abschaltfunktion verfügt, die dann automatisch aktiviert wird, wenn die definierte Luftfeuchtigkeit unterschritten ist. Gegenüber älteren Geräten sind diese modernen Apparate 30 bis 50 Prozent energieeffizienter. «Laufen Entfeuchter, obwohl die Raumluft genügend trocken ist, wird enorm viel Strom unnötig verbraucht», gibt Giuseppina Togni zu bedenken. Die Energieberaterin der Agentur S.A.F.E. rät, nur in jenen Räumen Entfeuchter einzusetzen, in denen es auch wirklich nötig ist. Zudem lohne es sich, den Raum mit dem Trockner mit einer dicht schliessenden Tür vom Rest des Gebäudes abzutrennen. Denn je kleiner der Raum und damit die Luftmenge, desto einfacher und schneller funktioniert die Entfeuchtung. Auch Togni betont, wie wichtig die richtige Einstellung des Geräts und eine regelmässige Reinigung der Bauteile sind, um den Energieverbrauch nicht unnötig zu erhöhen. Besonders wichtig ist schliesslich, dass bei eingeschaltetem Lufttrockner alle Fenster und Türen gut verschlossen sind. Togni: «Andernfalls zieht feuchte Aussenluft in den Raum – und der Entfeuchter arbeitet nonstop.» Pieter Poldervaart

Wie der Klimawandel den Winterdienst verändert

In La Chaux-de-Fonds (NE) auf rund 1000 Metern über Meer türmte der Winterdienst noch vor rund 15 Jahren regelrechte Schneemauern entlang der Hauptverkehrsachse auf. Zahlen zeigen, dass der Schneefall in den letzten Jahren abgenommen hat. Im Winter 2022/2023 verzeichnete La Chaux-de-Fonds gerade einmal 90 Zentimeter Schnee – insgesamt. Doch der Winterdienst hat deswegen nicht weniger zu tun und kann auch keine Einsparungen verzeichnen. Denn ob viel oder wenig Schnee: Ausrücken müssen die Winterdienst-Mitarbeitenden sowieso. Zudem beobachten die Werkhofmitarbeiter in La Chaux-de-Fonds, aber auch in St-Imier im Berner Jura ein neues Phänomen: gefrierenden Nebel. Dieser erfordert eine ständige Wachsamkeit und schnelles Ausrücken, um die Strassen rechtzeitig salzen zu können. «Ob acht oder zwanzig Zentimeter Schnee fallen: Die Arbeit ist mehr oder weniger die gleiche.» Nicolas Vuilleumier, Dienstchef Stadtplanung in Saint-Imier (BE) Alain Meyer

Wetzikon: vom Gas- zum Fernwärmenetz

Seit 2020 verfolgt die Stadt Wetzikon (ZH) eine ehrgeizige Energieplanung, die den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorantreibt. Statt auf Erdgas setzt die Stadt auf erneuerbare Energie aus lokalen Quellen, zum Beispiel die Abwärme aus der Müllverbrennungsanlage und der Abwasserbehandlung. Das Ziel: ein ausgedehntes Fernwärmenetz, das den Grossteil der Gebäude in der Stadt versorgt. Wetzikon kombiniert dabei durchdachte Massnahmen, darunter finanzielle Anreize für den Umstieg und klare Vorgaben für Gasversorger. Unterstützt wird dieser Prozess durch einen Leitfaden und die Onlinebibliothek «Planung der Wärmenetze», die anderen Gemeinden als Hilfestellung dienen. Wetzikon zeigt, wie der Wandel zu einer klimafreundlichen Energieversorgung gelingen kann. Informationen: Bibliothek «Planung thermische Netze» Laure Deschaintre

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