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Aktive Filter: Autor: Nadja Sutter Ausgabe: 5 l 2023 Alle Filter entfernen
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Nachhaltigkeit im Werkhof

Kehrichtfahrzeuge mit Elektromotor und sparsame LED-Lampen mit intelligenter Steuerung: Die Nachhaltigkeit und der Klimaschutz sind in den Werkhöfen der Gemeinden ein grosses Thema. Einerseits hat die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien in den letzten Jahren einen grossen Sprung gemacht. Gerade elektrisch betriebene Fahrzeuge haben heute eine bessere Reichweite und höhere Leistungsfähigkeit als noch vor wenigen Jahren, was sie für die Werkhöfe interessant macht. Andererseits haben die Gemeinden im Bereich Nachhaltigkeit eine wichtige Vorbildfunktion. Und auch die Bevölkerung fordert ein Engagement für die Umwelt immer stärker ein. So ist es denn auch keine Überraschung, dass uns in der aktuellen Ausgabe zur Kommunaltechnik die Nachhaltigkeit bei jedem Beitrag begleitet. Im Kanton Obwalden und speziell in der Gemeinde Kerns haben wir uns angeschaut, wie Elektrokommunalfahrzeuge eingesetzt werden. In Luzern setzen die Friedhöfe auf biologisch produzierte, einheimische Pflanzen als Grabschmuck. Und in den Freiburger Voralpen ist die Biodiversität bei der Pflege des Gemeindewalds zentral. Der stärkere Fokus auf Nachhaltigkeit bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Das zeigt der Beitrag aus dem Tessin , wo das geplante Plastikrecycling für Diskussionen sorgt. Es wird deutlich: Dank dem Engagement zahlreicher Gemeinderätinnen und Gemeinderäte sowie motivierter Angestellter tut sich auf kommunaler Ebene viel – während auf nationaler Ebene über die richtigen Klimaschutzmassnahmen gestritten wird. Übrigens: Wer sich über die neusten Trends bei der Kommunaltechnik informieren will, besucht Anfang Juni die Suisse Public in Bern. Dort gibts die neuste Generation von Kommunalfahrzeugen und Co. live zum Anfassen. Nadja Sutter

Lösungsansätze gegen den Fachkräftemangel im Fokus

Karin Freiermuth und Christoph Vogel, Sie untersuchen in Ihrem Forschungsprojekt an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW die Förderung gleichberechtigter Teilhabe an (Kader-)Positionen in Schweizer Gemeindeverwaltungen. Was hat dies mit dem aktuellen Fachkräftemangel zu tun? Für viele Gemeinden wird es zunehmend schwierig, offene Kaderstellen schnell und adäquat zu besetzen. Dabei gäbe es viele gut qualifizierte Frauen, die in Führungspositionen aber noch deutlich untervertreten sind. In unserem Projekt implementieren wir neue Arbeitsmodelle für Kaderpositionen, welche die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessern. Dies soll die Unterrepräsentierung von Frauen in der Führung verringern und gleichzeitig dem Fachkräftemangel entgegenwirken. «In unserem Projekt implementieren wir neue Arbeitsmodelle für Kaderpositionen, welche die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessern.» Christoph Vogel, FHNW In unserem Projekt konzentrieren wir uns auf die Umsetzung von flexiblen Arbeitsmodellen wie Topsharing, Teilzeitlösungen, Nachfolgeplanung mit Personalentwicklung und weiteren. Zudem bieten wir unter anderem ein Mentoringprogramm an, mit dem Mitarbeitende – insbesondere Frauen – in ihrer Laufbahnplanung unterstützt werden und dadurch ihr Potenzial ausschöpfen können. Auch erarbeiten wir einen Sensibilisierungsworkshop zum Thema Gleichstellungskompetenz, an dem auch Vertretende aus dem Gemeinderat teilnehmen können. Zwei Gemeindeverwaltungen mit sehr wenigen Verwaltungsmitarbeitenden machen bei unserem Projekt mit; dies gibt uns die Möglichkeit, zu prüfen, inwiefern die Arbeitsmodelle und Massnahmen in kleinen Verwaltungen anschlussfähig sind. Auch wenn kleinere Verwaltungen augenscheinlich einfacher zu überblicken sind, sind die Herausforderungen keinesfalls geringer. In einer dieser kleinen Projektpartnergemeinden planen wir aufgrund von anstehenden Pensionierungen eine komplette Neubesetzung aller vier Verwaltungsmitarbeitenden inklusive des Gemeindeschreibers selbst. Je kleiner die Verwaltung ist, desto schwieriger kann es sein, Aufgaben und (Teil-)Pensen auf mehrere Mitarbeitende zu verteilen. Anschlussfähige Massnahmen zur Nachfolgeplanung sind besonders hier keine einfache Sache. «Je kleiner die Verwaltung ist, desto schwieriger kann es sein, Aufgaben und (Teil-)Pensen auf mehrere Mitarbeitende zu verteilen.» Karin Freiermuth, FHNW Ja, dazu können wir aktuell zwei Beispiele machen: Eine Gemeinde, die sich dazu entschied, eine Führungsstelle im Topsharing anzubieten, erhielt deutlich mehr gute Bewerbungen als bei der ersten Ausschreibungsrunde, als die Stelle klassisch in einem 100-Prozent-Pensum ausgeschrieben worden war. Eine andere, mittelgrosse Gemeinde bietet ihren Mitarbeitenden – auch in der Führung – neu die Möglichkeit, mobil flexibel zu arbeiten. Für die Rekrutierung von neuen Mitarbeitenden ist dies ein wichtiges Argument und wurde von den bisherigen Bewerbenden entsprechend positiv hervorgehoben. Nadja Sutter

Ein besonderes Modell für Forstmaschinen

Es brummt und knackt an diesem Vormittag im Wald am Nordhang des Schwybergs oberhalb von Plaffeien (FR). Eine Equipe des Forstbetriebs Schwyberg ist hier an der Arbeit. Sie hat im steilen Gelände einen mobilen Seilkran installiert. Zwei Arbeiter fällen Bäume und bereiten sie für den Transport vor. Ein weiterer Arbeiter steht oben am Hang. Per Funk dirigiert er den Laufwagen, der an einem Stahlseil hoch über dem Waldboden hängt, an die richtige Stelle, um einen Baumstamm daran fixieren zu können. Danach zieht der Laufwagen den Stamm den Hang hinunter zur Forststrasse. Hier übernimmt Stefan Raemy per Funk den Laufwagen. Er lässt den Stamm behutsam zu Boden, löst die Fixierung und schickt den Laufwagen wieder hinauf zu seinem Kollegen – alles per Knopfdruck. «Die Forstarbeit in unserem Gebiet ist ohne Seilbahn kaum möglich», sagt Peter Piller, Betriebsleiter des Forstbetriebs Schwyberg. In diesem Teil der Freiburger Voralpen ist das Gelände nicht nur steil, der Boden ist auch sehr nass, schwere Maschinen kommen nicht in den Wald. Deshalb werden die Arbeiten von den befestigten Forststrassen aus ausgeführt. Die Seilbahn zieht das Holz durch Schneisen zu den Strassen. Der Forstbetrieb Schwyberg bewirtschaftet die 728 Hektar Wald der beiden Gemeinden Plaffeien und Plasselb – zu 94 Prozent Schutzwald, wie Peter Piller erklärt. Der Wald schützt vor allem vor Murgängen und Überschwemmungen, indem er das Wasser zurückhält. «Die Schutzfunktion hat oberste Priorität», so Peter Piller. Weitere Funktionen umfassen die Holznutzung sowie die Förderung der Biodiversität – und der Wald ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Wegen der so wichtigen Schutzfunktion werden in den Wäldern von Plaffeien und Plasselb keine flächigen Schläge vorgenommen, wie man sie zum Teil im Mittelland sieht. «Wir achten darauf, dass immer Wald da ist, unsere Eingriffe gering sind und wir nicht mehr Bäume rausnehmen als nötig ist.» Auf diese Weise habe es Bäume jeden Alters im Wald, und wenn ein Sturm einmal ein paar grössere Bäume fälle, seien bereits jüngere da, die nachkommen. Damit die jungen Bäume wachsen können und dafür genug Licht und Platz haben, ist es nötig, Holz zu schlagen. So wie das momentan geschieht – Schutzwaldpflege eben. Um seine Aufgaben erfüllen zu können, ist der Forstbetrieb Schwyberg auf einen modernen Maschinenpark angewiesen. Doch der Forstbetrieb selbst besitzt nur ein Raupenfahrzeug mit Seilwinde, einen Teleskoplader und einige Geländewagen. Die richtig grossen Maschinen gehören den Mitarbeitenden, zum Beispiel Vorarbeiter Stefan Raemy. Der Forstbetrieb mietet die bis zu 600 000 Franken teuren Maschinen von den Mitarbeitenden und örtlichen Unternehmen. Stefan Raemy arbeitet seit der Gründung des Forstbetriebes Schwyberg 2008 für diesen, davor war er für den Forstbetrieb der Gemeinde Plaffeien tätig. Nach dem Sturm Lothar habe der Forstbetrieb in Plaffeien eine der Maschinen nicht mehr ersetzen wollen. «Mir war aber klar, dass wir eine Forstmaschine für unsere Arbeit brauchen. Also habe ich mich erkundigt, ob die Gemeinde die Maschine von mir mieten würde, wenn ich diese kaufe.» Dieses Modell hat funktioniert – und wird vom Forstbetrieb Schwyberg weitergeführt. «Der Forstbetrieb garantiert, dass die Maschinen im Betrieb eingesetzt werden können. So lohnt sich das für mich», sagt Stefan Raemy. Er kümmert sich auch um Unterhalt und Reparaturen, dies ist für den Forstbetrieb im Mietpreis inbegriffen. Peter Piller und Stefan Raemy betonen: Beide Seiten profitieren. «Dieses Modell funktioniert wahrscheinlich nicht überall, aber bei uns ist es so gewachsen und hat sich etabliert», sagt Peter Piller. Er ist überzeugt, dass dadurch auch das Team profitiert und die Effizienz steigt. «Die Mitarbeitenden haben grosses Interesse, dass der Forstbetrieb gute Zahlen schreibt, und akquirieren auch selbst Aufträge.» Neben der Waldpflege für die beiden Gemeinden übernimmt der Forstbetrieb auch Holzereiarbeiten für private Waldbesitzer, leistet Spezialeinsätze am Fels, pflegt einen grossen Teil der Wanderwege der Gemeinde Plaffeien, ist spezialisiert auf das forstliche Bauwesen, verkauft Rundholz, Holzbrunnentröge, Sitzbänke und Weiteres. «Durch diese Diversifizierung sind wir nicht nur vom Holzpreis abhängig, und es bringt Abwechslung in unsere tägliche Arbeit», sagt Peter Piller. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist nicht nur ein moderner Maschinenpark nötig. Der Forstbetrieb Schwyberg setzt auch auf Digitalisierung. Die Aufträge werden in einer App erfasst, ebenso die Arbeitszeit. «Wir brauchen kaum noch Papier», sagt Peter Piller. In der App sind Arbeitsaufträge mit Notfallkonzept enthalten. «Wir haben den schönsten Beruf, er ist aber auch gefährlich. Die Arbeitssicherheit hat deshalb oberste Priorität», betont der Betriebsleiter. «Jede Gefahr, die wir sehen, eliminieren wir. Wenn das nicht möglich ist, führen wir die Arbeit nicht aus.» Die zunehmende Automatisierung habe vieles erleichtert. In der Führerkabine einer Maschine sei man geschützt, wenn es zum Beispiel darum gehe, Baumstämme zu stapeln. Das zeigt Stefan Raemy an diesem Vormittag eindrücklich. Mit seinem Skidder mit Prozessorkopf verarbeitet er den Baum, der eben per Seilkran den Hang hinunterschwebte. Dieser wird entastet und in rund vier Meter lange Stücke geschnitten. Die verteilt Stefan Raemy auf verschiedene Stapel. Der grösste Teil des Holzes geht zu einer Sägerei, ein Teil wird zu Papier verarbeitet, und ein Teil gibt Energieholz – und Äste werden zu Haufen im Wald aufgeschichtet, wo kleine Säugetiere ein Zuhause finden. So wird auch die Biodiversität gefördert. Nadja Sutter

Der Friedhof ist in der Moderne angekommen

Der Friedhof Friedental in Luzern empfängt die Besuchenden mit mächtigen, klassizistischen Gebäuden am Eingang, gebaut anlässlich dessen Gründung im 19. Jahrhundert. Doch der Eindruck täuscht: Obwohl der Tradition verpflichtet, ist auf dem Friedhof die Moderne eingezogen. Das zeigt sich bei einem Rundgang mit Pascal Vincent, Leiter Friedhöfe der Stadt Luzern. Auf dem Friedhof Friedental finden sich die unterschiedlichsten Gräber. Von den Prunkgräbern bedeutender Familien aus dem 19. Jahrhundert bis zu einfachen Gemeinschaftsgräbern sind sie Ausdruck des jeweiligen Zeitgeistes, aber auch individueller Wünsche. Eines aber ist ihnen gemein: das viele Grün rund um die Gräber, Wiesen, Hecken, Sträucher und Bäume sowie Blumen auf und neben den Gräbern, entweder gepflanzt von Gärtnern oder mitgebracht von Angehörigen. «Ich glaube, die Menschen schätzen die Friedhöfe als multifunktionalen Raum, gerade weil sie Orte der Stille und der Stadtgeschichte sind.» Pascal Vincent, Leiter Friedhöfe, Stadt Luzern Die Friedhöfe sind denn auch Teil von Stadtgrün Luzern. «Als Mitglied von Grünstadt Schweiz sind wir der Nachhaltigkeit verpflichtet», sagt Pascal Vincent. Der Friedhof setzt deshalb seit einigen Jahren konsequent auf biologische Bepflanzung und auf Nützlinge statt auf chemische Schädlingsbekämpfung. Pascal Vincent zeigt auf einen Nistkasten an einer grossen Eiche: «Früher hat man die Mäuse auf dem Friedhof mit Gaspatronen bekämpft. Heute versuchen wir, Vögel anzuziehen, welche die Mäuse jagen.» Einige Meter weiter bleibt Pascal Vincent vor einem Grab stehen, vor dessen Grabstein sich ein grüner Pflanzenteppich ausbreitet. Das Laienauge macht Walderdbeeren aus. «Wir pflanzen als Grabschmuck einheimische und robuste Pflanzen aus biologischer Produktion.» Diese seien nicht nur länger haltbar, sie bedürften auch weniger Pflege und leisteten einen Beitrag zur Biodiversität. Zudem können die Gärtnerinnen und Gärtner jene Pflanzen auswählen, die auch den veränderten Klimabedingungen – Stichwort Trockenheit – standhalten. Der Nachteil: Sie blühen nicht immer so schön bunt, wie dies ausländischer Wechselflor tut, der alle paar Monate ersetzt werden muss. «Die meisten Menschen haben Verständnis für unseren Ansatz. Wir versuchen, offen zu kommunizieren und zu erklären, warum wir so vorgehen. Das kommt in der Regel gut an.» Gute Kommunikation und Vertrauen aufbauen – das ist für Pascal Vincent das A und O für die Arbeit auf dem Friedhof. Nebst dem Unterhalt des Friedhofs und der Gräber beinhaltet die Aufgabe des Friedhofs auch die Administration, die sich um die Anmeldung der Todesfälle und die Organisation von Beisetzungen kümmert. Wenn jemand stirbt, ist der Friedhof Friedental die zentrale Anlaufstelle in der Stadt Luzern. «Die Menschen befinden sich in einer emotional schwierigen Lage, wenn sie bei uns anrufen, um einen Todesfall anzumelden. Da ist es wichtig, dass sie sich aufgehoben fühlen und bei der Beerdigung alles reibungslos abläuft. » Die Anforderungen der Menschen an eine Bestattung haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Das klassische Begräbnis mit Grabstein oder die Urnenbeisetzung in einem Gemeinschaftsgrab sind zwar immer noch gefragt. Doch immer mehr Menschen sehnen sich nach einem naturnahen Begräbnis – gerade solche, die sich keiner Religionsgemeinschaft zugehörig fühlen. Aus diesen Gründen hat der Friedhof das Grabangebot auf die veränderten Bedürfnisse angepasst, zum Beispiel mit sogenannten Themengräbern. Pascal Vincent zeigt das Themengrab «Wald» auf dem Friedhof Staffeln, einem Quartierfriedhof am Waldrand. Urnen können dort individuell, also nicht in einem Gemeinschaftsgrab, beigesetzt werden. Der Ort der Beisetzung wird markiert mit einer einfachen Steinplatte mit einer Inschrifttafel. Darauf können die Angehörigen Blumen oder kleine Erinnerungsstücke platzieren. Die Erinnerungsorte verteilen sich auf einer sanft abfallenden Wiese, bestückt mit verschiedenen Bäumen. «Für viele Angehörige ist es wichtig, einen Ort zu haben, an dem sie der Verstorbenen gedenken können und wo sie einen persönlichen Ablageort haben.» Dieses Bedürfnis wird mit den Themengräbern erfüllt. Pascal Vincent betont, dass dieses an sich einfache Konzept auch auf kleineren Friedhöfen – wie der Friedhof Staffeln einer ist – gut umsetzbar sei. Der Aufwand für die Friedhofsgärtner sei überschaubar: Zwar müssen sie die Wiese um die Gräber herum mähen. Dafür entfällt eine aufwendige Pflege von Pflanzen wie auf einem traditionellen Grab. Zurück in seinem Büro beim Friedhof Friedental stellt Pascal Vincent – der ausgebildeter Landschaftsgärtner ist – seinen Computer an. Darauf öffnet er eine interaktive Karte des Friedhofs mit verschiedenen Grünschattierungen und vielen kleinen orangen Vierecken. «Wir verfügen über einen digitalen Plan, auf dem genau hinterlegt ist, was wo gepflanzt ist.» Auf den Friedhöfen sind sämtliche Gräber eingezeichnet, mit dem Vermerk, ob sie belegt oder frei sind. Das digitale Tool ermöglicht es den Gärtnerinnen und Gärtnern, bei Bepflanzungen gezielt vorzugehen. Sie können so auch genau ausrechnen, wie viel Prozent der Fläche beispielsweise naturnahe Wiesen sind. Andererseits ermöglicht das Tool auch einen Service für die Besuchenden des Friedhofs: die digitale Grabsuche. Wer ein Grab auf dem weitläufigen Friedhof Friedental oder auf einem anderen städtischen Friedhof sucht, gibt den Namen des Verstorbenen ein und erhält dann eine Karte, auf der markiert ist, wo sich das Grab befindet. «Wir beobachten, dass die digitale Suche hohe Zugriffszahlen hat. Wer sie nutzt, sucht oft mehr als ein Grab», sagt Pascal Vincent. Längst besuchen aber nicht nur trauernde Angehörige die Friedhöfe. Diese sind gerade während der Coronapandemie ein beliebtes Naherholungsgebiet geworden. Pascal Vincent freut das: «Wir finden es schön, wenn die Friedhöfe nicht nur als Stätten der Trauer gesehen werden, sondern als die schönen, grünen Oasen mit hoher Biodiversität, die sie sind.» Klar brauche es gewisse Regeln – Besuchende müssten die Ruhe respektieren. Das sei aber bisher kein Problem gewesen. «Ich glaube, die Menschen schätzen die Friedhöfe als multifunktionalen Raum, gerade weil sie Orte der Stille und der Stadtgeschichte sind.» Nadja Sutter

Die neusten Trends an der Suisse Public

In den grosszügigen Hallen der Bernexpo und im Aussenbereich darum herum wird vom 6. bis 9. Juni wieder gefachsimpelt, beraten und ausprobiert. Die Suisse Public, die Schweizer Leitmesse für den öffentlichen Sektor, ist nach sechs Jahren wieder zurück. Sie richtet sich an Behördenmitglieder und Angestellte von Gemeinden, Kantonen und Bund sowie Grossbetriebe. Die Suisse Public bietet die Möglichkeit, Innovationen und neue Technologien direkt vor Ort auszuprobieren und eine individuelle Beratung zu erhalten. Die Messe gliedert sich in verschiedene Bereiche: Kommunalfahrzeuge und -maschinen; Strassen, Signalisation und Verkehr; Abfallentsorgung und Recycling; Gebäudeunterhalt und Industrie; Sport und Freizeit; Informatik und Sicherheit sowie Arbeitssicherheit. Letzterer ist an der diesjährigen Ausgabe ein ganzer Messeteil gewidmet. Darin geht es nicht nur um die Sicherheit von Mitarbeitenden bei potenziell gefährlichen Arbeiten, sondern auch um das Wohlbefinden am Arbeitsplatz ganz allgemein. Nicht fehlen darf auch das Thema Feuerwehr, Wehr- und Rettungsdienste. In diesem Bereich lockt in der aktuellen Ausgabe eine besondere Publikumsattraktion: An der sogenannten FireFit Challenge messen sich Angehörige der Feuerwehr in einem sportlichen Wettbewerb. In voller Montur bewältigen sie einen spektakulären Parcours, der Kraft, Kondition und Schnelligkeit erfordert. An der Suisse Public SMART, der Messe in der Messe, werden verschiedene Themen rund um Digitalisierung, E-Government und smarte Infrastruktur behandelt. Dies in einem Messeteil sowie einer Konferenz mit verschiedenen Beiträgen auch aus der Forschung. Der Schweizerische Gemeindeverband ist als Partner der Suisse Public mit einem Stand im Bereich der Suisse Public SMART vertreten. Zudem führt er am Donnerstag, 8. Juni, seine Generalversammlung im Rahmen der Messe durch. Nadja Sutter

Stiftung des SGV sucht Projekte zur Unterstützung

Engagiert sich Ihre Gemeinde mit einer tollen Initiative beziehungsweise einem Projekt, von dem auch andere Gemeinden in der Region oder gar schweizweit profitieren können? Das verdient Anerkennung! Die Stiftung des Schweizerischen Gemeindeverbands zeichnet jährlich Projekte aus, welche die Gemeinden als Institution und wichtigen Grundpfeiler des föderalen Systems der Schweiz stärken. Dafür stehen insgesamt Mittel von 50 000 Franken pro Jahr zur Verfügung. Die Mitgliedschaft beim SGV wird vorausgesetzt. Es werden pro Jahr höchstens drei Institutionen (Gemeinde oder Gemeindeverbund) mit Projektbeiträgen unterstützt. Die Projekte sind dem SGV jeweils bis zum 30. September einzureichen an verband@chgemeinden.ch oder per Post an: Stiftung des Schweizerischen Gemeindeverbandes Laupenstrasse 35 Postfach 3001 Bern Lernende für die Berufslehre in Luzerner Gemeinden begeistern, Kurzvideo des Gemeindeschreiber- und des Geschäftsführerverbands Luzern (GGV) und von LUnited «Erfa-Stammtisch für Gemeinden» , insbesondere Ausbau des Formats in der Romandie Nadja Sutter

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