Bequem und sicher per Velo von Chur nach Trimmis
2019 eröffneten die Gemeinden Chur und Trimmis eine gemeindeübergreifende Radwegverbindung. Das Bedürfnis nach einer alltagstauglichen Veloverbindung zwischen den beiden Gemeinden existierte schon lange, doch war die Routenführung während über 30 Jahren Inhalt einer kontroversen politischen Diskussion. Die bisherigen Verbindungen waren aufgrund der Höhendifferenzen für den Alltagsverkehr ungeeignet. Ebenso wenig taugte aus Sicherheitsgründen die Kantonsstrasse mit dem ständig zunehmenden Verkehrsaufkommen. Ziel des Projektes war es deshalb, die dringend notwendige Veloverbindung im Rahmen des Agglomerationsprogrammes so schnell wie möglich zu realisieren und so den Velofahrenden eine sichere und alltagstaugliche Route anzubieten. Aufgrund der unterschiedlichen Ansprüche der vielen verschiedenen Stakeholder war die Planungsphase lang und anspruchsvoll. Basierend auf einem Variantenstudium wurde Abschnitt für Abschnitt eine den jeweiligen Gegebenheiten, Rahmenbedingungen und Sachzwängen angepasste «Bestvariante» gewählt und letztlich auch realisiert. Entstanden ist eine komplett neu angelegte, direkte und motorfahrzeugfreie Veloverbindung über mehrere Kilometer, die vor allem dem Alltagsverkehr und teils auch dem Freizeitverkehr dient. Mit dem 1,6 Millionen Franken teuren Projekt gewannen Chur und Trimmis beim Prix Velo Infrastruktur 2020 einen Anerkennungspreis. Die Jury war insbesondere beeindruckt von der jahrzehntelangen, hartnäckigen Vorgehensweise, die den Verantwortlichen aufgrund enormer Widerstände viel Durchhaltewillen und geduldige Überzeugungsarbeit abverlangte. Das Engagement hat sich gelohnt. Laut der Stadt Chur wird die neue Verbindung von jährlich im Schnitt 23 000 Velofahrenden und noch mehr Fussgängerinnen und Fussgängern genutzt. Anita Wenger