Menü
Logo Logo
  • DE
  • FR
  • IT
  • Institution Gemeinde 1
  • Fabrice Müller 1
  • 3 | 2022 1
Aktive Filter: Kategorie: Institution Gemeinde Autor: Fabrice Müller Ausgabe: 3 | 2022 Alle Filter entfernen
Es wurde 1 Ergebnis in 1 Millisekunden gefunden. Zeige Ergebnisse 1 bis 1 von 1.
  • 1
Ergebnisse pro Seite:

In der öffentlichen Verwaltung fehlen Fachkräfte

Im Jahr 2020 waren in der Schweiz gemäss Bundesamt für Statistik knapp 220 000 Personen in der öffentlichen Verwaltung erwerbstätig. Vor fünf Jahren waren es noch zirka 200 000 Angestellte. Der Bedarf an Fachkräften in Gemeinden und anderen öffentlichen Verwaltungsstellen ist gestiegen. Doch Angebot und Nachfrage scheinen in einem Ungleichgewicht zueinander zu stehen: «Wir stellen fest, dass es in der öffentlichen Verwaltung schwieriger geworden ist, qualifizierte Mitarbeitende zu rekrutieren», berichtet Adrian Ritz, Professor am Kompetenzzentrum für Public Management der Universität Bern (siehe auch Interview). So seien insbesondere Stellen in den Bereichen Management und Infrastruktur derzeit schwer zu besetzen. Von einem ähnlichen Bild wie in der Privatwirtschaft spricht auch René Barmettler, Mandatsleiter der Jörg Lienert AG in Luzern, die auf die Suche und die Selektion von Fach- und Führungskräften, unter anderem für Gemeindeverwaltungen, spezialisiert ist: «Funktionen, die in der Privatwirtschaft schwierig zu besetzen sind, sind es auch bei Gemeindeverwaltungen.» Konkret von diesem Fachkräftemangel betroffen seien die Funktionen Leitung Immobilien/Liegenschaften und Hochbau. Hingegen seien Vakanzen in den Bereichen Finanzen, Gemeindeschreiber und Geschäftsführung meist einfacher zu besetzen. René Barmettler zieht noch einen weiteren Vergleich zur Privatwirtschaft: «Die Attraktivität als Arbeitgeberin mit verschiedenen Facetten wie Region, Grösse, Identität, Reputation usw. ist sowohl für die Privatwirtschaft als auch für Gemeindeverwaltungen von zentraler Bedeutung.» So stelle es eine besondere Herausforderung dar, geeignetes Personal zu finden, wenn eine Gemeinde politisch nicht stabil sei, einen schlechten Ruf oder eine hohe Fluktuation bei den Mitarbeitenden habe. Städte und ländliche Gemeinden sind laut René Barmettler aufgrund ihrer Grösse und Region etwas weniger vom Fachkräftemangel betroffen als Dörfer in Berggebieten. «In kleinen Gemeinden sind zudem vermehrt auch Generalistinnen und Generalisten gefragt», ergänzt der Personalspezialist. Weil Gemeinden bzw. deren Verwaltungen vermehrt in der Öffentlichkeit stehen und medial beobachtet werden, geraten sie auch als Arbeitgeber immer mehr ins Rampenlicht. Da es – so René Barmettler – um Steuergelder gehe, herrsche eine grössere Sensibilität gegenüber Gemeindeverwaltungen. Dies wiederum habe Auswirkungen auf die Personen, die in einer Gemeindeverwaltung arbeiteten. «Hier braucht es neben diplomatischem Geschick auch klare, adressatengerichtete Kommunikationsfähigkeiten, eine hohe Dienstleistungsbereitschaft und neben weiteren Kompetenzen ein Gefühl für die öffentliche Wahrnehmung», betont René Barmettler. Wenn es für gewisse Gemeinden immer schwieriger wird, geeignetes Fachpersonal zu finden, kommen dann auch Personen mit einer niedrigeren Qualifikation oder gar Fachkräfte aus dem Ausland zum Zug? «Das kann ich so nicht bestätigen», gibt René Barmettler zur Antwort, «aber die Offenheit und Bereitschaft, Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern eine Chance zu geben, hat sicher zugenommen.» Um dem Fachkräftemangel entgegenzusteuern, sind die Gemeinden auf junge Berufsleute angewiesen, die sich für eine berufliche Grundbildung in der öffentlichen Verwaltung entscheiden und anschliessend als ausgelernte Fachkräfte zur Verfügung stehen. 2020 absolvierten gemäss Bundesamt für Statistik 295 000 Jugendliche eine KV-Lehre in der öffentlichen Verwaltung. Die Berufsbildung auf Gemeindeverwaltungen ist laut René Barmettler attraktiv. «Der Fachkräftemangel hat für mich keinen direkten Zusammenhang mit der Lehrlingsrekrutierung. Es ist mehr eine Frage der Perspektive, der Weiterentwicklungsmöglichkeiten und des Signals, das bestehende Mitarbeitende, die man ausgebildet hat, gefördert werden.» Fabrice Müller

  • 1
  • Abos
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Mediadaten
  • PDF-Archiv
  • Cookies
© Schweizerischer Gemeindeverband
  • Home
  • Suche
  • Archiv
  • Abos
  • Firmenverzeichnis
  • Mediadaten
  • Datenschutz
  • Impressum
Schliessen