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Aktive Filter: Kategorie: Kolumne Autor: Nathalie Gigandet Alle Filter entfernen
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Die Gratwanderung der Verdichtung

Die Verdichtung des Siedlungsraums im Jahr 2026 in einer mittelgrossen Gemeinde mit einem reichen historischen Erbe ist eine Gratwanderung und eine Aufgabe, die einen langen Atem erfordert. Wie lassen sich unter anderem eine gute soziale Durchmischung, eine gesunde Umwelt und Landschaft, ein Service public sowie eine touristische Attraktivität erhalten und gewährleisten? Die Herausforderungen, die sich stellen – die Bewahrung dieses Kulturerbes, der Erhalt grüner Lungen, majestätischer Bäume und generationenübergreifender Begegnungsorte, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, der Unterhalt bestehender Infrastrukturen und deren Weiterentwicklung –, stehen im Zentrum der Überlegungen, Strategien und Projekte einer Gemeindebehörde. Die Verdichtung ist dabei ein integraler Bestandteil ihres Auftrags. Eine Legislaturperiode ist kurz im Leben der Raumplanung einer Gemeinde. Und doch müssen in dieser Zeit Entscheide getroffen werden, im Einklang mit den geltenden Gesetzen, wie sie vom Volk gewollt sind. Politische Weichenstellungen sind notwendig, um nicht nur der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger, ihrer Lebensqualität und ihrer Gesundheit gerecht zu werden, sondern auch die Entwicklung eines Quartierplans oder die Gestaltung eines Dorfplatzes beispielsweise in der Nähe eines Schlosses zu ermöglichen. Die grosse Herausforderung einer Legislatur besteht darin, bedeutende langfristige Projekte über einen derart kurzen Zeitraum hinweg zu begleiten und zu unterstützen – mit besonderer Aufmerksamkeit und offenem Ohr, denn öffentliche Interessen treffen unweigerlich auf private und persönliche Interessen. Auch wenn diese Aufgabe anspruchsvoll ist: Ist es nicht genau diese Herausforderung, die jene motiviert und begeistert, die sich für dieses öffentliche Amt engagieren? Nathalie Gigandet

Sich für seine Gemeinde engagieren: eine verrückte Idee?

Vor zehn Jahren hat mich eine Nachbarin angesprochen: «Hätten Sie nicht Lust, für den Gemeinderat zu kandidieren?» War das wirklich an mich gerichtet? Wie konnte sie mich in der Exekutive meiner Gemeinde sehen? Wie konnte sie sich vorstellen, dass ich dazu in der Lage wäre und vor allem die Zeit dafür hätte? Mich für meine Werte, meine Ideen und meine Überzeugungen tagtäglich einzusetzen, ja, aber für meine Gemeinde? Welche verrückte Idee kam mir da in den Kopf? Ich habe zugestimmt, Ja gesagt, und vor allem wurde ich gewählt! Der feierliche Akt der Amtsvereidigung liess mich zweifeln und erinnerte mich an die Ernsthaftigkeit der Aufgabe. Ich hatte keine Ahnung, welche faszinierende und aufregende Welt ich da entdecken würde. Ich machte mich mit viel Energie, Hingabe und Herzblut an die Aufgabe, erkannte im Laufe der Zeit die Verantwortung und fand ein Gleichgewicht zwischen Privatleben, Familie und Beruf – dabei immer im Hinterkopf, dass mir Menschen, die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde, ihr Vertrauen geschenkt haben. Schnell wurde ich in einen Strudel aus Reglementen, Gesetzen, Sitzungen und Kommissionen hineingezogen, musste Dossiers, Stellungnahmen, Rechnungen und Budgets studieren, auf Anfragen aus verschiedensten Bereichen antworten, weit entfernt von meinem eigentlichen Beruf als Pflegefachfrau! Ja, das braucht Zeit, Energie und einige Opfer, aber es schenkt einem viele bereichernde und schöne Begegnungen, und es ist letztlich das, was unsere Milizdemokratie am Leben erhält. Wenn ein Nachbar Sie eines Tages anspricht: Verlassen Sie Ihre Komfortzone, wagen Sie es, und gehen Sie das Risiko ein! Das Abenteuer lohnt sich! Nathalie Gigandet

Mehr Biodiversität in der Stadt

Grünflächen zu erhalten, zu pflegen und vor allem zu entwickeln, ist nicht einfach für eine Gemeinde: Es kostet Zeit, Energie, Arbeit und Geld. Im Jahr 2021 beschloss die Gemeinde Grandson (VD), ihren kommunalen Energie- und Klimaplan (PECC) gemäss den Empfehlungen des Kantons Waadt zu erstellen. Seitdem wurden mehrere Massnahmen zugunsten der Natur in der Stadt durchgeführt, darunter unter anderem: die Anlage eines Gemeinschaftsgartens, die Begrünung des Friedhofs, die Sanierung eines alten Obstgartens, die Überarbeitung der Vorschriften zum Schutz des Baumbestands und dessen Inventarisierung, die Bepflanzung und Begrünung öffentlicher Flächen sowie die Verwertung von aus dem Hafen entfernten Wasserpflanzen zu Biogas. Privateigentümer werden ermutigt, Massnahmen wie die Erhaltung alter Bäume oder Baumstümpfe, das Beschneiden statt Fällen von Bäumen und das Anpflanzen einheimischer Hecken zu fördern. Diese Neuerungen erfordern eine regelmässige Kommunikation und Aufklärung des Gemeindepersonals sowie der Bürgerinnen und Bürger. Gewohnheiten und Praktiken sind schwer zu ändern, daher bleiben Information und Dialog das Mittel der Wahl, um die Akzeptanz einer nachhaltigen Vision bei allen zu fördern. Was gibt es Schöneres, als kühle, schattige Spielplätze zu geniessen, unter einem Baum zu sitzen, um den See zu bewundern und sich auszuruhen, Schmetterlinge und Bienen zu beobachten, die in der Nähe von Blumenbeeten Nektar sammeln. Ja, das hat seinen Preis, aber was für ein Vergnügen und was für ein Gewinn für die Lebensqualität, für die Gesundheit und für die Artenvielfalt! Nathalie Gigandet

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