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Ein Generationenprojekt – Glasfaser für die ganze Schweiz

Bereits heute sind über 50 Prozent der Schweizer Gebäude und Wohnungen mit Ultra-Hochbreitband über das Glasfasernetz von Swisscom erschlossen. Bis 2030 peilt Swisscom eine Versorgung von 75 bis 80 Prozent an. Per 2035 rechnet Swisscom mit einer Abdeckung von mindestens 90 Prozent aller Wohnungen und Geschäftsliegenschaften. Dafür erneuert Swisscom ihr Netzfundament komplett. Für die seit 150 Jahren etablierten kupferbasierten Netze läuft die Zeit ab. Bis 2035 sollen sie vollständig ausser Betrieb genommen werden. Für dieses Generationenprojekt sind schweizweit hunderte Planerinnern, Bauequipen und Netzspezialisten parallel im Einsatz. Es liegt auf der Hand, dass viele Parameter den genauen Ausbauzeitpunkt in einer Gemeinde definieren und auf den ersten Blick nicht immer nachvollziehbar sind. Auch ist Swisscom bemüht, die Regionen möglichst gleich zu behandeln und ausgeglichen in der ganzen Schweiz zu investieren – was nicht immer im Interesse einer einzelnen Gemeinde liegen mag. Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund eines Verfahrens zur Netzarchitektur nach wie vor mehrere hunderttausend fertig erstellte Anschlüsse blockiert sind und umgebaut werden müssen. Im schlechten Fall führt dies zu Aufreissarbeiten, welche nicht geplant waren und teilweise zu verständlichem Unmut in den Gemeinden. Zudem warten Kundinnen und Kunden teils seit Jahren auf die Aktivierung dieser Glasfaseranschlüsse. Grundsätzlich hat Swisscom ein Interesse an tragfähigen Kooperationen mit Gemeindewerken, Energieversorgern oder Kabelnetzbetreibern nach schweizweit bewährten Modellen. Die grosse Mehrheit der Ausbauten erfolgt in Kooperationen. Wenn alle Stricke reissen, modernisiert Swisscom ihre bestehende Infrastruktur selbst. So oder so sind die Netze von Swisscom für Drittanbieter diskriminierungsfrei offen – die Bevölkerung kann aus einer Vielzahl von Anbietern und Angeboten wählen. Die genauen Ausbaupläne können Gemeinden wie auch die Bevölkerung auf dem Verfügbarkeits-Checker einsehen: www.swisscom.ch/checker . Gemeinden können sich auch jederzeit an den für sie zuständigen Gemeindebetreuer von Swisscom wenden. Weitere Informationen zum Netzausbau: www.swisscom.ch/netzausbau Direktkontakt für Gemeinden: meine.gemeinde@swisscom.com Michael Lieberherr

Kundenzentrierte Umsetzung von kommunalen Services

In der ganzen Schweiz entstehen derzeit kantonale Onlineportale für Verwaltungsdienstleistungen. Ziel ist es, eine benutzerfreundliche, effiziente und moderne Verwaltung zu schaffen, die sowohl den Bedürfnissen der Einwohnenden als auch jenen der Verwaltungsmitarbeitenden gerecht wird. Sinnvoll sind solche Portale insbesondere, wenn auch Gemeindedienstleistungen mit einbezogen werden. Unterstützung dafür bietet ein neues Projekt zur Erstellung, Verbreitung und Einlieferung kommunaler Services in ein beliebiges kantonales Portal und Gemeinde-Websites, kurz «GemeindeConnect», das der Schweizerische Gemeindeverband (SGV) und der Verein Myni Gmeind im Sommer lanciert haben und das von der Digitalen Verwaltung Schweiz (DVS) finanziert wird. Dank «GemeindeConnect» werden die kantonalen Gemeindeverbände künftig nicht nur mit Papierkonzepten beliefert, sondern sie können gemeinsam mit einem spezialisierten Projektteam konkrete Gemeindedienstleistungen definieren, realisieren und im kantonalen Portal oder auf der Gemeindewebsite den Einwohnenden rund um die Uhr zur Verfügung stellen. Schaut man sich die kantonalen Onlineportale der Schweiz an, sucht man meist vergeblich nach Dienstleistungen der Gemeinden. Oftmals sind diese Serviceportale nur mit kantonalen Dienstleistungen bestückt, obwohl Gemeinden für zahlreiche Services zuständig sind. Diese werden heute, wenn überhaupt, individuell über die jeweilige Gemeindewebsite angeboten. Das ist für jede Gemeinde mit entsprechendem Aufwand verbunden: Kosten für den Onlineschalter auf der Gemeindewebsite, ständiger Aktualisierung der Inhalte etwa bei gesetzlichen Veränderungen sowie einem meist veralteten Verarbeitungsprozess der eingehenden Bestellungen innerhalb der Verwaltung (zum Beispiel via E-Mail). Die Anforderungen für die Gemeindedienstleistungen sind kantonsweit aus Sicht der Gemeindeverwaltungen jedoch meist dieselben. Mit «GemeindeConnect» wird eine kommunale, horizontale Zusammenarbeit unter den Gemeinden aufgebaut. Diese hat zum Ziel, gemeinsam kantonsweit standardisierte Gemeindedienstleistungen mit starkem Einbezug der Verwaltungsmitarbeitenden realisieren zu können. «GemeindeConnect unterstützt die kantonalen Gemeindeverbände aber nicht nur bei der fachlichen Definition und der technischen Umsetzung der Gemeindeleistungen», sagt Claudia Kratochvil, Direktorin des Schweizerischen Gemeindeverbands sowie Auftraggeberin im Projekt «GemeindeConnect». «Wir setzen mit ihnen auch den organisatorischen Rahmen für eine effiziente und zielorientierte Zusammenarbeit unter den Gemeinden im jeweiligen Kanton sowie die Zusammenarbeit mit dem Kanton bei der Integration der erstellten Gemeindedienstleistungen im kantonalen Portal.» Im Rahmen der per Ende 2024 abgeschlossenen Initialisierungsphase konnte der Schweizerische Gemeindeverband zusammen mit einer ausgewählten Projektorganisation mit Vertretenden aus unterschiedlichen Kantonen und Gemeindeverbänden sowie dem Projektteam bereits einige Ergebnisse erzielen. Das organisatorische, fachliche und technische Konzept des erfolgreichen Innovationsprojekts der Aargauer Gemeinden wurde so weiterentwickelt, dass es in Zukunft in sämtlichen Gemeindeorganisationen der Schweiz zur Anwendung kommen kann. Unter anderem liefert «GemeindeConnect» damit zahlreiche bereits umgesetzte und im Einsatz stehende kommunale Services, die als Basis für die Umsetzung in anderen Gemeindeorganisationen verwendet werden können. Auch besteht bereits ein erprobtes technisches Gesamtsystem, das unter anderem die medienbruchfreie Verarbeitung von der Bestellung im kundenzentrierten Portal bis hin in die bestehende Fachlösung der Gemeinde ermöglicht. Das operative Führungsgremium der Digitalen Verwaltung Schweiz hat am 15. Januar 2025 die erzielten Ergebnisse zur Kenntnis genommen und den Folgeantrag für die konkrete Umsetzung und Einführung von «GemeindeConnect» in zwei Pilotorganisationen genehmigt. Im Kanton Solothurn wird «GemeindeConnect» in Zusammenarbeit mit der Fachkommission Digitalisierung der solothurnischen Gemeindeverbände und im Kanton Freiburg mit dem Freiburger Gemeindeverband bis Anfang 2026 umgesetzt. Nebst den konkret nutzbaren digitalen Dienstleistungen soll zeitgleich das in der Initialisierungsphase ausgearbeitete Konzept mit den Erfahrungen aus Solothurn und Freiburg weiter optimiert werden, sodass weitere Gemeindeorganisationen in Zukunft davon profitieren können. Fabio Kleiner

Raumplanung: Herausforderungen und Partner

Die Raumplanung ist eine Aufgabe aller drei Staatsebenen, die durch das Raumplanungsgesetz (RPG) geregelt wird. Die aufeinanderfolgenden Revisionen des RPG zwingen die Gemeinden, ihre Nutzungspläne anzupassen und dabei strenge Richtlinien des Bundes und der Kantone einzuhalten. Der Schweizerische Gemeindeverband (SGV) verfolgt diese Entwicklungen genau und arbeitet mit Schlüsselpartnern wie der Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz der Kantone (BPUK) zusammen, um der Stimme der Gemeinden Gehör zu verschaffen. So kann er sich auf eine solide Grundlage stützen, um auf Ebene des nationalen Parlaments zu agieren und sich für eine ausgewogene Raumplanung einzusetzen, die für die Gemeinden Sinn ergibt. «Man muss gut informiert sein, um im parlamentarischen Kontext intervenieren zu können.» Maude Schreyer-Gonthier, Fachverantwortliche der Politikbereiche Energie, Raumplanung und Mobilität, Schweizerischer Gemeindeverband Maude Schreyer-Gonthier

Elektrische Strassenkehrmaschinen als sinnvolle Alternativen

Die Frage ist: Können vollelektrische Arbeitsfahrzeuge – hier Strassenkehrmaschinen – mit diesel- oder benzinangetriebenen Modellen von der Leistung her mithalten? Ja, das können Sie durchaus: Sie sind zwar noch um einiges teurer in der Anschaffung, dafür wartungsfreundlicher, leiser, abgasfrei und genauso effizient – vorausgesetzt, sie werden richtig eingesetzt. Aber das ist heute bei modernen Kehrmaschinen mit fortschrittlichen Steuerungssystemen kein Problem. Auch Verbrenner richten sich nach dem Strassenzustand und seinem Verschmutzungsgrad und optimieren so Fahrstrecken und den Treibstoffverbrauch effizient. Bei elektrisch angetriebenen Fahrzeugen müssen Routen anders geplant und an bestehende Ladeinfrastrukturen angepasst werden, damit die Batterien der Fahrzeuge während ihrer Standzeiten schnell und sicher auf die von den Herstellern empfohlenen 80 Prozent aufgeladen werden können. Infrage kommen da zum Beispiel auch zusätzliche hauseigene Fotovoltaikanlagen auf Werkhöfen oder überhaupt verbesserte Lastmanagementsysteme, um die Ladeleistung für eine ständig grösser werdende Anzahl von Elektrofahrzeugen zu optimieren. Sind alle Rahmenbedingungen organisiert und erfüllt, steht der Beschaffung einer vollelektrisch angetriebenen Kehrmaschine nichts im Weg. Obwohl die Nachfrage nach professionellen elektrischen Strassenkehrmaschinen gross ist und immer grösser wird, ist das Angebot zurzeit noch recht überschaubar und konzentriert sich auf Kompaktkehrmaschinen mit Behältervolumen um die 2 m 3 . In der Schweiz machen sich vor allem Marken wie Aebi, Boschung, Bucher und Hako, aber auch Dulevo oder Tenax einen guten Namen. Sie garantieren mit leistungsstarken Batteriesystemen und Elektromotoren für einen besseren Wirkungsgrad gegenüber Antrieben mit Verbrennungsmotor und verbrauchen weniger Energie. Emissionsfrei und geräuscharm können sie je nach Jahreszeit mit einer einzigen Stromladung bis zu zehn Stunden am Stück im Einsatz gehalten werden. Im Winter, wenn in der Kabine geheizt wird, sind es etwas weniger. Die Arbeitsfunktion und die hochwertigen Filtersysteme sind dieselben wie bei ähnlichen Maschinen, egal ob Benzin, Diesel oder Gas. Auch beim reichhaltigen Zubehör wie Kamerasystemen, Hochdruckspritzpistolen, Handsaugschlauch, Wildkrautbesen und vielem mehr unterscheiden sie sich nicht. Nur bei den Lärmemissionen. Das Publikum freuts; man hört zwar noch die Wisch- und Sauggeräusche wie eh und je, aber sonst nichts mehr. Vor allem in Fussgängerzonen oder überhaupt in Stadtzentren nerven sich Passanten nicht mehr über Motorenlärm oder beissende Abgase und, wichtig, sie haben das gute Gefühl, dass die Stadtverwaltung ihre Anliegen betreffend Umweltschutz ernst nimmt. Abgesehen davon können und werden sich wohl zukünftige Umweltauflagen auch für solche Geräte eher verschärfen. Aebi Schmidt beispielsweise bietet mit dem eSwingo 200+ eine Maschine mit vollelektrischem Fahrantrieb und einem neuartigen elektrischen Zwei- oder Dreibesenantrieb an. Die geräumige Kabine mit hochwertigen Bedienelementen macht auch längere Arbeitseinsätze zum Kinderspiel: So wird die Kehreinheit über eine Türbedienkonsole gesteuert. Die zuschaltbare Allradlenkung macht extrem enge Wendemanöver möglich. ( www.aebi-schmidt.com ) Der Schweizer Hersteller Boschung präsentiert mit der Urban-Sweeper S2.0 eine ebenfalls vollelektrisch angetriebene, knickgelenkte Kehrmaschine mit 2 m³ Behältervolumen. Das Fahrzeug verfügt über ein intelligentes Batteriemanagementsystem, das für optimale Sicherheit sorgt. Gekehrt wird bei einer Arbeitsbreite von 2300 mm mit zwei Besen (2900 mm mit drittem Besen) bei maximal 18 km/h. ( www.boschung.com ) Die ebenfalls knickgelenkte Bucher CityCat 2020ev ist über ihre Multifunktionsarmlehne in der gut isolierten Komfortkabine mit einer Hand zu bedienen. Die Arbeitsgeschwindigkeit beträgt maximal 15 km/h, die Arbeitsbreite mit drei Besen 2700 mm. Die Kehrgutaufnahme erfolgt über einen schwebenden Saugmund, der an einem patentierten Ausgleichsmechanismus aufgehängt ist. ( www.buchermunicipal.com ) Mit der in die Bedienarmlehne integrierten Einknopfbedienung lassen sich bei der knickgelenkten Hako Citymaster 1650 ZE alle Funktionen einfach per Knopfdruck steuern, ein Display gibt dabei Auskunft über alle für den Betrieb relevanten Informationen. Gekehrt wird mit bis zu 24 km/h. ( www.hako.com ) Die Aufzählung ist selbstredend nicht vollständig, Interessierte finden alle Informationen über Arbeitsleistung, Masse und Gewichte sowie Batteriesysteme auf den Websites der Anbieter. Heinz Ammann

4 Fragen zu Sulgen Kanton Thurgau

«Unsere Gemeinde teilt sich viele Aufgaben mit anderen Gemeinden. Diese Zusammenarbeit funktioniert sehr gut.» Andreas Opprecht, Gemeindepräsident von Sulgen (TG) Andreas Opprecht ist seit 13 Jahren vollamtlicher Gemeindepräsident von Sulgen. Der FDP-Politiker ist erst der vierte Gemeindepräsident in 100 Jahren – seine Vorgänger hatten jeweils einen langen Atem. Opprecht ist studierter Ökonom und hat vor seinem Mandat bei einer Bank gearbeitet. Er sitzt zudem im Thurgauer Grossen Rat. Als nächste zu porträtierende Gemeinde hat er Cazis (GR) ausgewählt. Nadja Sutter

Visp erleichtert den Schuleintritt

Der bedeutende Industriestandort Visp (VS), zu der unter anderem das Unternehmen Lonza gehört, erfährt seit einigen Jahren einen Migrationsboom. Für Familien mit Migrationshintergrund kann der Eintritt in die Schule eine Herausforderung darstellen. Das hat Laetitia Heinzmann Bellwald, Heilpädagogin in Visp, festgestellt und 2018 das Projekt «Chancenannäherung durch begleiteten Schuleinstieg» ins Leben gerufen. Sechs Monate lang können Kinder diesen «Minikindergarten» besuchen, der spielerisch und interaktiv aufgebaut ist. Ziel ist es, sie auf den Schuleintritt vorzubereiten und die Chancengleichheit zu fördern. Dieses kostenlose Angebot erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Das innovative Modell wird von der Gemeinde Visp unterstützt und weckt auch das Interesse anderer Gemeinden in der Schweiz. Es wurde mit dem Frühförderungspreis für Schweizer Berggebiete der Pestalozzi-Stiftung 2024 ausgezeichnet. Julia Rippstein

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