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Transformation eines Klärbeckens zum Spielplatz

Das Projekt des Büros En-Dehors nutzte die bestehende Infrastruktur eines ehemaligen Klärbeckens in Aproz (VS) und gab ihr mit einem Spielplatz eine neue Bestimmung. Das Becken war ein Teil der ersten Kläranlage im Wallis und wurde in den 1990er-Jahren stillgelegt. Mit dem Wachstum des Dorfes Aproz suchten die Gemeinden Sitten und Nendaz, auf deren Boden sich das Dorf befindet, nach öffentlichen Räumen und entdeckten das Potenzial des verlassenen Beckens. Die Architekten analysierten die Struktur und beschlossen, das Becken zu nutzen, um den restlichen Platz für zukünftige Projekte zu erhalten. Durch die Wiederverwendung von Materialien vor Ort entstanden Treppen, Geländer und Bänke. Der Spielplatz bietet Wasserspiele, Kletterwände und Verstecke aus Weidenbüschen. Eine Rutschbahn führt durch die Aussenmauer. Farbe hellt den Beton auf und macht den Spielplatz kindgerecht. Dieser Bericht erschien zuerst in espazium – TRACÉS 06/2024. Ganzen Bericht auf Deutsch lesen: Einst spülen, jetzt spielen Transformation eines Klärbeckens zum Spielplatz | Espazium Héloïse Gailing

4 Fragen zu Lauterbrunnen Kanton Bern

«Wir sind auf den Tourismus angewiesen, möchten aber den Charakter unserer Dörfer bewahren.» Karl Näpflin, Gemeindepräsident von Lauterbrunnen (BE) Karl Näpflin ist seit 2022 Gemeindepräsident von Lauterbrunnen und sass davor elf Jahre im Gemeinderat. Der Parteilose ist zu 30 Prozent bei der Gemeinde angestellt. Neben seiner politischen Tätigkeit ist er Inhaber und Geschäftsführer eines Chaletbau- und Immobilienunternehmens. Im Winter betreibt er als Hobby eine Schneebar vor seinem Haus in Wengen. Als nächste Gemeinde hat er Anniviers (VS) ausgewählt.

Wakkerpreis 2025 für die Bündner Gemeinde Poschiavo

Trotz ihrer Randlage südlich der Bernina hat sich die Bündner Gemeinde Poschiavo einen lebendigen und unternehmerischen Geist bewahrt, der Tradition und Innovation in Einklang bringt. Geschichte, Architektur und Kultur werden in einem alpin-mediterranen Ambiente gepflegt. In der Begründung für die Verleihung des Wakkerpreises heisst es unter anderem: «Poschiavo zeigt eindrucksvoll, wie periphere Regionen ihre Potenziale nutzen können. Durch die Verbindung von Baukultur, Eigenständigkeit, nachhaltiger Landwirtschaft und zivilem Engagement hat sich die Gemeinde gegen die Abwanderung behauptet und eine hohe Lebensqualität geschaffen.» Gemeindepräsident Giovanni Jochum ist stolz auf den Wakkerpreis. Er erklärt die Einzigartigkeit der Gemeinde unter anderem mit ihrer isolierten Lage. So haben sich in Poschiavo viele Läden wie Bäckereien oder Metzgereien erhalten. «Wenn ein Ort unserer Grösse sich direkt neben Chur befinden würde, wäre die Situation sicher anders», so Jochum. Gerhard Lob

Zusammenspiel von kommunalen Services mit E-Siegel und E-Signatur

E-Siegel und E-Signaturen bieten öffentlichen Verwaltungen grosse Chancen zur Digitalisierung von Services. Gemeinden nutzen meist nur E-Siegel, da keine natürliche Unterschrift erforderlich ist – das führt zu schnelleren Abläufen, geringeren Kosten, weniger Papier und besserer Nachvollziehbarkeit. Zwar gibt es mittlerweile zahlreiche digitale Bestellformulare auf Gemeindewebsites, doch laufen sie meist per E-Mail ein und werden manuell bearbeitet. Es geht aber auch anders! Zum Beispiel mit dem Projekt GemeindeConnect. Es unterstützt kantonale Gemeindeverbände fachlich und organisatorisch bei digitalen Services und eröffnet eine medienbruchfreie technische Verarbeitung. Bestellungen wie Wohnsitzbescheinigungen, die im Portal eingehen, werden direkt in die Fachapplikation der Gemeinde übergeben. Gibt es dort eine E-Siegel- oder E-Signatur-Lösung, erfolgt die digitale Bescheinigung vollautomatisch signiert und landet zurück im Postfach der Anfragenden. Durch den Einsatz von GemeindeConnect in Kombination mit E-Signaturen und E-Siegeln lassen sich medienbruchfreie, durchgängig digitale Prozesse etablieren, die Verwaltung entlasten, die Arbeitgeberattraktivität steigern und der Service für Einwohnende verbessern. Gérald Strub

Kommunikationsumfrage: Newsletter und Magazin sind beliebt

Wie kann der Schweizerische Gemeindeverband (SGV) so kommunizieren, dass er sein Zielpublikum – die Gemeinden – am besten erreicht? Um diese Frage zu beantworten, führte der SGV im April und Mai eine interaktive Umfrage durch. Mehr als 500 Personen nahmen an der Umfrage teil, 71 Prozent davon waren Angestellte bei einer Gemeinde und 20 Prozent Kommunalpolitikerinnen und -politiker. Die nun vorliegenden Resultate bestätigen die bisherige Strategie des Schweizerischen Gemeindeverbands. Insbesondere der Newsletter und das Verbandsmagazin «Schweizer Gemeinde» bewerten die Teilnehmenden sehr positiv: Der Newsletter biete einen kompakten und guten Überblick und das Magazin praxisnahe Artikel. Sie schätzen die glaubwürdigen und verlässlichen Informationen, die verständlich wiedergegeben werden. Weniger bekannt sind die Social-Media-Kanäle des SGV; sie werden dementsprechend auch weniger genutzt. Auch die Verbandshomepage wird nur bedingt direkt angegangen. Aufschlussreich war besonders die Frage nach den Themen, welche die Gemeinden beschäftigen. Die grosse Mehrheit der Teilnehmenden gab an, dass die Digitalisierung hoch oben auf der Prioritätenliste steht. Sie wollen wissen, welche digitalen Verwaltungslösungen andere Gemeinden nutzen oder wie Gemeinden bei der Digitalisierung zusammenarbeiten können. Aber auch der Einbezug der Bevölkerung in sogenannt partizipative Prozesse oder der Fachkräftemangel sind Themen, worüber die Gemeinden noch mehr wissen wollen. Hingegen interessieren Themen wie Energie, Biodiversität, Integration sowie Kulturförderung die Teilnehmenden weniger. Viele Gemeinden schätzen die Best-Practice-Beispiele, die in der «Schweizer Gemeinde» vorgestellt werden, und wünschen sich einen konkreten Bezug der behandelten Themen zur Praxis sowie eine regionale Einbettung. Auch konkrete Handlungsempfehlungen wie Leitfäden sind gefragt. Zahlreiche Teilnehmende gaben in diesem Zusammenhang an, dass ihnen der Austausch mit anderen Gemeinden fehlt. Sie wünschen sich dazu interaktive Angebote wie Webinare. Der SGV wird die Resultate in den Sommermonaten vertieft auswerten und seine künftige Kommunikationsstrategie danach ausrichten. Nadja Sutter

Das Quartier Pont-Rouge: ein sozialer Experimentierraum

Das Quartier Pont-Rouge in Lancy (GE) dient seit 2020 als sozialer Experimentierraum. Eine Quartierkoordinatorin stärkt vor Ort die Integration, das Zusammenleben und die Mitwirkung der Bevölkerung. In einem autofreien Umfeld mit 80 Prozent gemeinnützigen Wohnungen engagieren sich Stadt, Immobilienstiftungen, Vereine und Partner gemeinsam für die Lebensqualität der 1800 Einwohnerinnen und Einwohner. Ziel ist es, Diskriminierung, soziale Ausgrenzung und Gewalt vorzubeugen. Dieser partizipative Ansatz entspricht den Zielen des Labels «Gesunde Gemeinde», das Lancy 2025 erhalten hat. Dank des Labels wird die kommunale Gesundheitspolitik sichtbar und weiterentwickelt. Das Projekt Pont-Rouge zeigt beispielhaft, wie eine integrierte Quartierpolitik umgesetzt werden kann – mit dem Anspruch, auf andere Stadtteile übertragbar zu sein. Sie möchten die Gesundheitsförderungsmassnahmen in Ihrer Gemeinde sichtbar machen? Dann nehmen Sie am Pilotprojekt teil und kontaktieren Sie Christelle Dayer, interkantonale Koordinatorin des Labels «Gesunde Gemeinde», unter christelle.dayer@psvalais.ch Christelle Dayer

GV 2025: Die Gemeindeautonomie im Fokus

Dass sich die Generalversammlung des Schweizerischen Gemeindeverbands rund um das Jubiläum des Artikels 50 der Bundesverfassung drehen würde, stand schon lange fest – ebenfalls der Austragungsort Vernier im Kanton Genf. Dass die Gemeindeautonomie und Vernier dann aber so im Fokus der Aktualität stehen würden, konnte niemand ahnen. Denn in Vernier lief zum Zeitpunkt der GV am 6. Juni ein Verfahren wegen Unregelmässigkeiten bei den letzten Wahlen. Rechtzeitig zur GV wurde zumindest die Wahl der Exekutiv-Mitglieder bestätigt und eine Verwaltung durch den Kanton abgewendet; die Untersuchung läuft derzeit noch. «Ein aussergewöhnlicher Fall», sagte der Thurgauer Regierungsrat Walter Schönholzer am Podiumsgespräch im Rahmen der GV. Und er war sich mit den anderen Podiumsteilnehmenden, dem SGV-Präsidenten und Ständerat Mathias Zopfi und Waadtländer Nationalrat Laurent Wehrli, einig: Grundsätzlich könne das in jeder Gemeinde passieren. Eigentliches Thema des Podiums war aber die Gemeindeautonomie und eben der Artikel 50 in der Bundesverfassung. Seit 25 Jahren verpflichtet dieser den Bund, bei seinen Entscheiden Rücksicht auf die Gemeinden zu nehmen. Ganz im Sinne des Themas der GV: Starke Gemeinden, starker Staat. Grundsätzlich haben die Gemeinden eine starke Lobby im eidgenössischen Parlament, wie Moderatorin Natascha Schwyn feststellte: 119 von 200 Nationalrätinnen und Nationalräten waren oder sind politisch in einer Gemeinde tätig. «Ich merke, dass der SGV in den Räten auf viel Wohlwollen stösst», sagte SGV-Präsident Matthias Zopfi. Doch er fügte hinzu: «Nicht jedes Parlamentsmitglied hat den Artikel 50 unter dem Kopfkissen. Ich würde nicht sagen, dass der Artikel keine Wirkung hat, aber wir müssen ihn immer von Beginn an einfordern.» Die Berücksichtigung des Artikels müsse stärker werden, forderte Zopfi. Gesetze auf Bundes- und Kantonsebene müssen so ausgestaltet sein, dass die Gemeinden sie auch umsetzen können: Da waren sich die drei Podiumsteilnehmer einig. Der Thurgauer Regierungsrat Walter Schönholzer stellte allerdings die Frage: «Wie gross muss eine Gemeinde sein, damit sie autonom funktionieren kann?» Mathias Zopfi entgegnete: «Wir müssen von oben die Voraussetzungen schaffen, dass kleine Gemeinden nicht an den Anforderungen scheitern.» «Es geht nicht überall darum, auf Gemeindeebene zu entscheiden. Aber was auf kommunaler Ebene getan werden kann, soll dort bleiben.» Mathias Zopfi, Ständerat GL und SGV-Präsident Autonomie heisse auch, zu agieren, sagte der Nationalrat und Ex-Stadtpräsident von Montreux, Laurent Wehrli. Gleichzeitig waren sich die Podiumsteilnehmer bewusst, dass gewisse Themen besser auf Bundesebene angesiedelt sind. Walter Schönholzer sprach etwa die Digitalisierung an: «Hier tut die Schweiz gut daran, auf Ebene Bund Standards zu setzen.» Zopfi fasste zusammen: «Es geht nicht überall darum, auf Gemeindeebene zu entscheiden. Aber was auf kommunaler Ebene getan werden kann, soll dort bleiben.» Karine Bruchez, Präsidentin des Genfer Gemeindeverbands, erinnerte in der Diskussion mit der Genfer Staatsrätin Carole-Anne Kast daran, dass die Gemeindeautonomie kein abstraktes Prinzip sei, sondern sich durch Mittel und Kompetenzen ausdrücke. Staatsrätin Kast selber betonte die gegenseitige Abhängigkeit von Kanton und Gemeinden. Nicht einig wurden sich die Vertreterin der Gemeinden und jene des Kantons allerdings in der Frage, wie viel Autonomie den Genfer Gemeinden zugestanden werden sollte: Karine Bruchez wünschte sich mehr davon, Carole-Anne Kast zeigte sich zurückhaltend. Um den Bund an seine Verantwortung gegenüber den Gemeinden zu erinnern, präsentierte der SGV eine Deklaration der Städte und Gemeinden, die er gemeinsam mit dem Schweizerischen Städteverband anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums des Artikels 50 ausgearbeitet hatte. Die Deklaration wird im September an Bundesrat Beat Jans übergeben. An der GV nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, die Deklaration zu unterschreiben. Die Generalversammlung war auch Gelegenheit, auf das vergangene Geschäftsjahr des Schweizerischen Gemeindeverbands zurückzublicken. Finanziell war es erfolgreich: Die Jahresrechnung schloss mit einem Gewinn von rund 38'500 Franken, wie Direktorin Claudia Kratochvil ausführte. Dies sei auf eine grosse Budgetdisziplin, wichtige Partnerschaften sowie tiefere Aufwendungen für das Verbandsmagazin zurückzuführen. In der politischen Arbeit dominierten unter anderem die geplanten Sparmassnahmen des Bundes. Insbesondere im Asyl- und Umweltbereich würden für die Gemeinden viele Mittel wegfallen, wie SGV-Präsident Mathias Zopfi ausführte. Angesichts sich häufender Naturkatastrophen müssten aber gerade im Umweltbereich die Mittel eher erhöht als gekürzt werden. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die SGV-Mitgliedergemeinde Blatten (VS), welche Ende Mai durch einen Bergsturz vollständig zerstört wurde. Er sprach den Blattnerinnen und Blattnern im Namen des Verbands sein Mitgefühl aus. «Wir als Verband können nur eines tun, nämlich unsere Loyalität und unsere Hilfe dort anzubieten, wo wir es leisten können.» Nadja Sutter

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