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Analoger Abschied – und digitaler Aufbruch

Die Gemeinden leben vom langjährigen Engagement von Menschen. Menschen wie Hannes Germann: 25 Jahre lang, davon 16 Jahre als Präsident des Schweizerischen Gemeindeverbands, hat er sich für die Gemeinden eingesetzt. Er hat mit seiner ausgleichenden, aber immer dezidierten politischen Arbeit den Verband geprägt. Dafür gebührt ihm grosser Dank! In den 25 Jahren ist in den Gemeinden vieles passiert. Die «Schweizer Gemeinde» hat in dieser ganzen Zeit stets davon erzählt. So auch in der aktuellen Ausgabe, die der digitalen Transformation gewidmet ist. Die aktuelle Gemeindeumfrage des Vereins «Myni Gmeind» zeigt, dass Digitalisierung in den Gemeinden zwar angekommen ist, aber es nach wie vor viel Transformationsarbeit braucht. Letztlich entscheidet sich erfolgreiche Digitalisierung immer an konkreten Projekten. Die digitale amtliche Publikation «ePublikation» ist dafür ein gutes Beispiel. Ich empfehle Ihnen das letzte Mal als SGV-Direktor, unserem Verbandsheft und dem Gemeindeverband treu zu bleiben. Ab August werde ich für den Waldeigentümerverband «WaldSchweiz» arbeiten. Vielen Dank für alles – und auf Wiedersehen! «Die aktuelle Gemeindeumfrage zeigt, dass Digitalisierung in den Gemeinden zwar angekommen ist, aber es nach wie vor viel Transformationsarbeit braucht.» Christoph Niederberger, Direktor Schweizerischer Gemeindeverband Christoph Niederberger

Alles neu im März

Eine der Kernaufgaben von Gemeinden ist die Arealplanung. Allenthalben wird gesagt, dass diesbezüglich in den Gemeinden Nachholbedarf bestünde. Beim näheren Blick zeigen sich jedoch viele gute Ansätze. So etwa bei der Industriebrache im solothurnischen Attisholz, wo aus einem alten Fabrikgelände Mehrwert für eine ganze Gemeinde geschaffen wird. Der Idee der qualitativ hochwertigen Stadtplanung nimmt sich die neue Bewegung «Urbanistica» an, die von der privaten Planerseite initiiert wurde und an der der SGV beteiligt ist. Es braucht immer neue Ideen. Und dabei spielen die Gemeinden stets die bedeutendste Rolle. «Mehr Mut», ruft deshalb der ehemalige Gemeindepräsident von Steffisburg (BE) und heutige Arealentwickler Jürg Marti den Gemeinden zu. Über all das lesen Sie in der neuen «Schweizer Gemeinde». Und das Neu ist wörtlich zu nehmen. Denn wir erscheinen im neuen Bild mit modernem Layout und frischen Rubriken wie dem Gemeindeporträt oder der lebendigen Kolumne von Gemeindeleuten. Die neue «Schweizer Gemeinde» ist ein Versprechen, das von Ihnen, der treuen Leserschaft, und von den Mitgliedergemeinden mitgetragen wird. Vielen Dank dafür. «Die neue ‹Schweizer Gemeinde› ist ein Versprechen, das von den Mitgliedergemeinden mitgetragen wird.» Christoph Niederberger, Direktor Schweizerischer Gemeindeverband Christoph Niederberger

Digitalisieren. Und zwar rasch.

Politik, Wirtschaft und Bevölkerung fordern unmissverständlich von Kantonen sowie von den Gemeinden und Städten eine rasche Digitalisierung ein. Doch was heisst Digitalisierung überhaupt? Früher wurde der Prozess oft als «E-Government» bezeichnet, heute spricht man eher von «digitaler Verwaltung» oder von «digitaler Transformation». Wichtig ist, das zeigt die neuste Gemeindeumfrage des Vereins Myni Gmeind klar, dass man ungeachtet der konkreten Bezeichnung weiss, welche inhaltlichen Schwerpunkte gesetzt werden sollen. Und dass man für die Umsetzung genügend finanzielle und personelle Ressourcen reserviert hat. Beides keine Selbstverständlichkeit. Schaut man vertiefter in einzelne Gemeinden hinein, und genau das tun wir in der aktuellen Ausgabe der «Schweizer Gemeinde» anhand von verschiedenen Beispielen, sieht man ein diverses Bild an Herangehensweisen und Schwerpunkten, die gesetzt werden. In den Kantonen kann dagegen festgestellt werden, dass heute die meisten über eine eigene Digitalisierungsstrategie verfügen. Und die Strategie auf Zusammenarbeit mit den Gemeinden abstellen. Sicherlich eine gute Entwicklung. In den letzten drei Jahren wurden die Gemeinden von diversen Krisen durchgeschüttelt: Covid, Ukrainemigration und Energiemangellage. Steht nun mit der drohenden Wassermangellage eine nächste vor der Türe? Der regnerische Frühling lässt hoffen, dass nein. Trotzdem wird in der aktuellen Ausgabe das Thema Trockenheit in Gemeinden beleuchtet. Dabei wird insbesondere auf die Wichtigkeit eines integralen Wassermanagements verwiesen. Wir zeigen hier verschiedene gute Beispiele. Viel Vergnügen bei der Lektüre! Christoph Niederberger

Gemeinden sind anpassungsfähig

Eine der grossen Stärken der kommunalen Ebene ist die Fähigkeit, sich an Neues anzupassen. Diese Dynamik garantiert, dass sich die Gemeinden vorwärtsgerichtet entwickeln können. Wie keiner anderen Staatsebene sonst gelingt dies den Anfang 2022 statistisch verbrieften 2148 Schweizer Gemeinden auf vorbildliche Art und Weise! Die Anpassungsfähigkeit zeigt sich aktuell in den letzten beiden Pandemiejahren. Die Gemeinden sind von ihren Aufgaben her und gegenüber der Bevölkerung in jeder Phase der Covid-Pandemie handlungsfähig geblieben. Aber auch in der Art und Weise, wie Gemeindefusionen stattfinden, oder in den unterschiedlichen Organisationsformen von Gemeindeverwaltungen. Im vorliegenden ersten Heft der «Schweizer Gemeinde» im Jahr 2022 beleuchten wir die Institution Gemeinde von verschiedener Seite. So legen wir dar, was vergangene Gemeindezusammenschlüsse tatsächlich gebracht haben. Oder was eben nicht. Und wie sich der Kanton Glarus vor elf Jahren von einem 25- zu einem 3-Gemeinden-Kanton entwickelt hat. Auch der Schweizerische Gemeindeverband SGV erneuert sich im Jahr 2022 auf personeller Seite, was die Verbandskommunikation und die Zeitschrift «Schweizer Gemeinde» angeht. Ab März 2022 werden wir mit einem rundum erneuerten Kommunikationsteam arbeiten können: Eine erfahrene Journalistin, Nadja Sutter (zuletzt «Freiburger Nachrichten»), und ein erfahrener Journalist, Fabio Pacozzi (vormals «Walliser Bote»), verstärken neu das SGV-Team mit ihrer grossen journalistischen und publizistischen Erfahrung und Kompetenz. Wir freuen uns bereits heute auf ihr Mitwirken und heissen sie im SGV-Team herzlich willkommen! Christoph Niederberger

Einsatz für die Gemeinde geht immer

Das politische und gesellschaftliche Leben in den Gemeinden steht und fällt mit der freiwilligen Beteiligung der Bevölkerung. Wer mitmacht, kann auch mitbestimmen. Dafür benötigt es einerseits Beteiligungsrechte, andererseits aber auch den Beteiligungswillen. Das Schweizer Milizprinzip, verstanden als freiwillige Behördenarbeit, legt hier eine wichtige Basis. Gerade die Gemeinden sind davon abhängig, dass sich viele aus freien Dingen für ein Amt oder einen Dienst zum Wohle der Bevölkerung entscheiden. Im Jahr 2019 führte der Schweizerische Gemeindeverband (SGV) ein Jahr für die Milizarbeit durch. Bis heute gibt es zusätzliche Projekte, die dort ansetzen, wo es Potenziale gibt. Die Frauen für die Milizarbeit zu gewinnen, ist ein solches Potenzial; sind sie doch nach wie vor stark untervertreten in den Gemeinderäten. Diesen Weg beschreitet das Projekt «Promo Femina» der Fachhochschule Graubünden, welches wir in der aktuellen Ausgabe der «Schweizer Gemeinde» vorstellen. Entscheidend bei der politischen Partizipation ist aber auch der eigene Wille. Viel politischen Einsatz leistete der heutige Verwaltungsratspräsident der Post, Christian Levrat. Was man vielleicht nicht weiss: bis heute auch auf kommunaler Ebene in seiner Heimatgemeinde Vuadens (FR). Sein Beispiel zeigt, dass politische Arbeit auf Gemeindeebene immer geht. Selbst dann, wenn man auch sonst im beruflichen Leben viel unterwegs ist. Mit dem Oktober-Heft startet der SGV zusammen mit dem Bundesamt für Energie (BFE) seine Unterstützung der Winter-Energiespar-Initiative. Was man jetzt als Energie einspart, bleibt für die Winterzeit erhalten. Auch die Behörden können viel tun. Mit guten Beispielen von Gemeinden möchten wir zeigen, wie das gehen kann. Den Anfang macht Val-de-Ruz (NE), welche nachts die öffentliche Beleuchtung ausschaltet. Christoph Niederberger

Zukunft digital: nicht ob, eher wann?

Digitale Zukunft, wohin des Weges? Diese Frage stellt sich nach dem wuchtigen Nein zu einer elektronischen Identität (E-ID) durch das Schweizer Stimmvolk. Nachdem sich die Wogen geglättet haben, bleibt gerade für den Staat der Zwiespalt zwischen dem Wunsch nach mehr digitalen Lösungen und dem Bedürfnis nach privater Sicherheit im digitalen Netz. Bis dazu eine Lösung gefunden ist, wird nun wohl etwas Zeit vergehen. Unterdessen schreitet die digitale Zukunft voran. Dies illustriert die aktuelle Ausgabe der «Schweizer Gemeinde» mit breitem Themenangebot. Der nächste grosse Digitalisierungsschritt im Staat wird die Umstellung auf eine elektronische amtliche Publikation sein. Zusammen mit dem Kanton und den Gemeinden des Kantons Zürich unterstützt der Schweizerische Gemeindeverband eine kommunale Lösung, welche am kantonal geführten digitalen Amtsblattportal anschliesst. Hier besteht für die Gemeinden ab heute eine konkrete Lösung, sicher und effizient elektronisch publizieren zu können. Der nationale Ansatz soll die Lösung für alle Staatsebenen zugänglich machen. Digitale Applikationen machen aber nicht in der Amtsstube halt, sondern gehen in den Gemeinden bis weit in den Werkhof hinein. Hier finden sich heute bereits viele intelligente Lösungen, die sich die Digitalisierung im positiven Sinne zunutze machen. So geht beispielsweise die Zürcher Gemeinde Illnau-Effretikon eigene innovative Wege – auch darüber berichtet die aktuelle Ausgabe. Den Gemeinden bleibt eigentlich keine Zeit, sich zu digitalisieren. Es ist nicht die Frage ob, sondern wann die nächste smarte Lösung eingeführt wird. Unser Verband zieht hier mit und publiziert mit der aktuellen Ausgabe erstmals nicht nur eine physische «Schweizer Gemeinde», sondern auch eine digitale in Form eines Webmagazins, das Sie hier finden können: www.chgemeinden.ch. Christoph Niederberger

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