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Ein Meilenstein für Gesundheit und Sicherheit in Schweizer Gemeinden

Der Verein Arbeitssicherheit Schweiz wurde 1999 mit dem Zweck gegründet, eine Branchenlösung mit modularem Aufbau für öffentliche und private Organisationen gemäss der EKAS-Richtlinie 6508 zu erarbeiten und weiterzuentwickeln. Heute, 25 Jahre später, zählt der Verein über 2500 Mitglieder in der gesamten Schweiz, und nebst der öffentlichen Hand stellt der Verein auch eine Branchenlösung für Veterinäre und Hausarztpraxen zur Verfügung. Die Gemeinde Biberist (SO) ist seit vielen Jahren Mitglied des Vereins Arbeitssicherheit Schweiz – quasi ein Mitglied der ersten Stunde. Sie hat in dieser Zeit von diversen Dienstleistungen und Angeboten des Vereins profitiert. Im Interview erzählt Verwaltungsleiter Urban Müller Freiburghaus, wie er die Zusammenarbeit erlebt und was er an der Mitgliedschaft besonders schätzt. Urban Müller Freiburghaus: Die Einwohnergemeinde Biberist legt grossen Wert darauf, ein sicheres Arbeitsumfeld für ihre Mitarbeitenden zu gewährleisten und gesetzeskonform zu agieren. Allerdings fehlt es unseren Kadern und Fachkräften an dem notwendigen Know-how, um die vielfältigen gesetzlichen Anforderungen zur Arbeitssicherheit zu erfüllen. Zudem sind unsere Ressourcen begrenzt, sodass wir keine eigene Projektleitung stellen können. Eine solche Projektleitung ist jedoch essenziell, da sie als treibende Kraft fungiert und sicherstellt, dass die Massnahmen kontinuierlich und praktikabel umgesetzt werden. Bei Arbeitssicherheit Schweiz haben wir die ideale Lösung gefunden: fundiertes Fachwissen und die Möglichkeit, auf Mandatsbasis ein Coaching zu beauftragen, das uns beim Aufbau und bei der Pflege der Sicherheitsstrukturen unterstützt. Die Fachkompetenz, die konstruktive Herangehensweise der Betreuungspersonen und ebenso die mittels der App Previtar zur Verfügung gestellte Unterstützung. Deren Cockpit und Hilfefunktionen sind sehr hilfreich – insbesondere die hinterlegten rechtlichen Grundlagen. Gerade in sensiblen Bereichen, wo gefährliche Geräte oder giftige und schädliche Stoffe eingesetzt werden, ist das Bewusstsein für Sicherheit deutlich gestiegen. Dank der wertvollen Unterstützung des Vereins können wir die notwendigen Ressourcen für die Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Massnahmen und Vorgaben wesentlich einfacher beim Gemeinderat und in der Gemeindeversammlung einfordern. Die Sicherheitsorganisation wird von Funktionsträgern wie dem Verwaltungsleiter, der Gesamtschulleiterin, den Hauswarten und dem Leiter des Werkhofs im «Nebenamt» betrieben. Angesichts ihrer vollen Arbeitstage fehlt jedoch die Zeit, um Massnahmen zu evaluieren und deren Umsetzung voranzutreiben. Ideal wäre es, eine eigene minimale Sicherheits- und Qualitätssicherungsorganisation zu etablieren, wie sie in vielen Unternehmen bereits existiert und von spezialisierten Mitarbeitenden getragen wird. Diesen Schritt kann ich nur empfehlen! Die Fachkompetenz und die Unterstützung sind exemplarisch und sonst wohl auf dem Markt nicht mehr in annähernd gleicher Qualität vorhanden – schon gar nicht zu diesem Preis. Erst einmal möchte ich mich im Namen der Belegschaft für das unermüdliche Investment in unsere Sicherheit bedanken! Dann wünschen wir dem Verein noch viele weitere, ergänzende Jubiläen und dass Arbeitssicherheit künftig schon aus Vernunft und nicht aus Zwang zu einer Selbstverständlichkeit wird. Das würde dem Verein und dessen Mitgliedern die Arbeit sicher vereinfachen. Haben Sie Interesse an einer Mitgliedschaft beim Verein Arbeitssicherheit Schweiz? Dann melden Sie sich bei uns: info@arbeitssicherheitschweiz.ch oder per Telefon: +41 44 380 71 91 Melanie Hilpertshauser

Wo sich Lokalpolitiker aus ganz Europa treffen

Der Kongress der Gemeinden und Regionen des Europarats taucht in den Medien eher selten auf. Zu Unrecht, wie Christine Chevalley findet. Denn er leistet wichtige Arbeit auf der Gemeinde- und Regionsebene in ganz Europa. Christine Chevalley ist Gemeindepräsidentin von Veytaux (VD), einer kleinen Gemeinde am Genfersee, auf deren Gebiet das bekannte Schloss Chillon steht. Und sie ist seit 2015 Mitglied der Schweizer Delegation im Kongress und seit Kurzem Vizepräsidentin der Delegation. Zum Europarat, der 1949 im Nachgang des Zweiten Weltkriegs gegründet wurde, gehören verschiedene Organe: die parlamentarische Versammlung, in der nationale Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus den Mitgliedsländern sitzen, das Ministerkomitee, in dem die Mitgliedstaaten durch ihre Aussenminister vertreten sind, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und eben der Kongress der Gemeinden und Regionen. Der Kongress feiert dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen: 1994 wurde er ins Leben gerufen, um auch der Ebene der Gemeinden und Regionen Europas eine Stimme zu geben. Er hat eine beratende Funktion. Der Kongress besteht aus zwei Kammern: der Kammer der Gemeinden und der Regionen. Die Schweiz entsendet in jede Kammer jeweils drei Mitglieder; dazu kommen drei Stellvertretende. In der Kammer der Gemeinden sitzen Politikerinnen und Politiker aus Gemeinden und Städten, in jene der Regionen entsendete die Schweiz Mitglieder der Kantonsexekutiven. Die Mitglieder werden von der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK), dem Schweizerischen Städteverband (SSV) und dem Schweizerischen Gemeindeverband (SGV) nominiert und anschliessend vom Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Auswärtige Angelegenheiten ernannt. Bei der Nomination achten KdK, SSV und SGV auf eine ausgewogene Verteilung der Parteien, aber auch darauf, dass sowohl grössere als auch kleinere Gemeinden vertreten sind. «Wir haben alle die gleichen Probleme, aber teilweise ganz unterschiedliche Ansätze, um sie zu lösen.» Christine Chevalley, Gemeindepräsidentin Veytaux (VD) und Mitglied der Schweizer Delegation am Kongress der Gemeinden und Regionen des Europarates Als Christine Chevalley 2015 für ein Engagement in der Kammer der Gemeinden angefragt wurde, sagte sie sofort zu. «Ich mag neue Herausforderungen.» Seither war sie an fast allen Sessionen des Kongresses, die jeweils im März und Oktober in der französischen Stadt Strassburg stattfinden. «Wir tauschen uns am Kongress zu Themen aus, die alle Gemeinden beschäftigen: Abfall, Wasserversorgung, öffentliche Beleuchtung – aber auch zum Thema Respektierung lokaler Autoritäten», erzählt die Gemeindepräsidentin. Dabei sei ihr bewusst geworden, wie gut die Situation in der Schweiz eigentlich sei: «Ich kann mich als Gemeindepräsidentin frei bewegen und muss keine Angst um mein Leben haben. Das ist in anderen Ländern leider nicht so.» Der Kongress übernimmt neben dem Austausch während der Sessionen weitere Aufgaben. So wacht er über die Umsetzung der Europäischen Charta der kommunalen Selbstverwaltung und beobachtet Kommunal- und Regionalwahlen. Christine Chevalley war vor Kurzem in Andorra in einem Einsatz, um die Umsetzung der Charta zu überprüfen: «Wir wurden sehr herzlich empfangen, und es war sehr spannend, dieses Land kennenzulernen.» Der Kleinstaat in den Pyrenäen zwischen Spanien und Frankreich besteht aus gerade einmal sieben Gemeinden und hat einige Besonderheiten, wie Christine Chevalley erzählt. So erheben die Gemeinden zum Beispiel eine Steuer auf die öffentliche Beleuchtung. Der Präsident der Schweizer Delegation, der jurassische Regierungsrat David Eray, war kürzlich zur Wahlbeobachtung in der Türkei. Dabei geht es darum, zu beobachten, ob die Stimmen richtig gezählt werden und ob die Wahlen im Allgemeinen gut ablaufen. Christine Chevalley schätzt an ihrem Engagement vor allem den Austausch mit Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitikern aus anderen Ländern Europas. «Wir haben alle die gleichen Probleme», fasst sie zusammen, und fügt an: «Wir haben aber teilweise ganz unterschiedliche Ansätze, um diese zu lösen.» Diese Ansätze zu hören, inspiriere sie auch in ihrem Alltag als Gemeindepräsidentin. «Diese Kontakte bereichern mich sehr.» Und nicht nur international, auch der Austausch innerhalb der Schweizer Delegation mit Gewählten aus allen Landesteilen sei enorm interessant. Von diesem Austausch über die Ländergrenzen hinweg profitierten schliesslich alle Schweizer Gemeinden, ist Christine Chevalley überzeugt. Nadja Sutter

Zwei Gemeinden, ein Fest: Sainte-Croix und Les Fourgs feiern gemeinsam

Das «Festival des Terroirs sans Frontières» findet direkt auf der Grenze zwischen den beiden Gemeinden Sainte-Croix (VD) und Les Fourgs (Frankreich) statt. Entstanden ist es vor mehr als 20 Jahren aus dem Willen der beiden Gemeinden, ihre Gemeinsamkeiten zu feiern und die Bevölkerung zusammenzubringen, wie Yvan Pahud, Vizegemeindepräsident von Sainte-Croix und Nationalrat, sagt. Heute hat sich das Fest zu einer wichtigen Plattform für regionale Produkte und Handwerkskunst entwickelt. Die Standbetreiber bleiben dabei jeweils auf ihrer Seite der Grenze, damit sie ihre Produkte nicht verzollen müssen – dies tut dem Austausch jedoch keinen Abbruch. Nach pandemiebedingten Absagen wird das Fest nun im Wechsel mit einer grenzüberschreitenden Genusswanderung organisiert, die sich als beliebte Alternative erwiesen hat. Trotz logistischer Herausforderungen bleibt das Event ein Symbol für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden. «Die Gemeinden geben den Rahmen des Festivals vor, die Freiwilligen beleben das Event.» Yvan Pahud, Vizegemeindepräsident von Sainte-Croix (VD) und Nationalrat Festival des Terroirs sans Frontières | Les Fourgs | Facebook Maude Schreyer

Ein Fluss trennt und verbindet

Die italienische Gemeinde Lavena Ponte Tresa ist in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen und zählt fast 6000 Einwohner. Die Schweizer Gemeinde Tresa ist 2021 aus einer Fusion von Ponte Tresa, Sessa, Monteggio und Croglio entstanden und zählt circa 3300 Einwohner, ist aber flächenmässig wesentlich grösser als die Zwillingsgemeinde in Italien. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden erfolgt projektbezogen, nicht im Rahmen eines fixen Gremiums. Zwei Interreg-Projekte spiegeln die intensive Beziehung zwischen den Gemeinden: der Bau eines neuen Autosilos für Grenzgänger und Einkaufstouristen sowie geologische Arbeiten im Umfeld des Flusses Tresa zu Sicherheitszwecken. Gerhard Lob

Bei Arbeitsunfähigkeit rasch handeln: So gelingt die Rückkehr an den Arbeitsplatz

Wer wegen Krankheit oder Unfall längere Zeit nicht arbeiten kann, muss persönlich mit einer herausfordernden Situation klarkommen. Oft ist sie von Unsicherheit geprägt. Nebst medizinischen und versicherungstechnischen Aspekten beschäftigt Betroffene eine Frage zentral: Kann ich wieder an meinen Arbeitsplatz zurückkehren? Und falls ja, wann und in welcher Form? Der Zeitfaktor spielt dabei eine grosse Rolle. Damit eine Rückkehr an den Arbeitsplatz gelingen kann und sich eine allfällige Invalidität vermeiden lässt, ist rasches Aktivwerden wichtig. Denn Studien zeigen: Eine längere Absenz vom Arbeitsplatz verkleinert die Chance, die Arbeit wieder aufnehmen zu können. Die Wahrscheinlichkeit liegt sechs Monate nach einem Ausfall bereits unter 50 Prozent. Ein weiteres halbes Jahr später fällt sie sogar unter 20 Prozent. «Je früher man eine Arbeitsunfähigkeit meldet, desto eher können für betroffene Angestellte wirksame Unterstützungsmassnahmen greifen», betont Regina Knöpfel, CEO der PK Rück AG, einer etablierten Rückversicherin von Pensionskassen in der Schweiz. Arbeitgebende müssen den Ausfall von Mitarbeitenden im ersten Monat nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit der Krankentaggeld- oder der Unfallversicherung sowie der Pensionskasse melden. Schliesslich muss spätestens sechs Monate nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit eine Meldung auch an die Invalidenversicherung gehen. «Je früher man eine Arbeitsunfähigkeit meldet, desto eher können Unterstützungsmassnahmen greifen.» Regina Knöpfel, CEO PK Rück AG Ein bewährtes Instrument, um arbeitsunfähige Personen bei der Rückkehr an die Arbeitsstelle zu unterstützen, ist das sogenannte Case Management (CM), das Betroffenen auf freiwilliger Basis angeboten wird. Dabei koordiniert eine Case Managerin oder ein Case Manager mit breitem medizinischem, arbeits- und versicherungsrechtlichem Fachwissen das Zusammenwirken von arbeitsunfähiger Person, Arbeitgebenden, Krankentaggeld- oder Unfallversicherung, Ärztinnen und Ärzten, Pensionskasse sowie IV-Stelle. Oberstes Ziel des CM ist es, dass die betroffene Person möglichst rasch wieder in den Arbeitsprozess zurückkehren kann, dies aber nicht unkontrolliert; das CM soll für Arbeitgebende und Arbeitnehmende die Komplexität verringern, sie von bestimmten Aufgaben entlasten und die geeigneten Schritte definieren. Ein CM ist immer dann sinnvoll, wenn die Aussichten auf eine Wiedereingliederung Erfolg versprechend sind. Eine Rückkehr an den Arbeitsplatz entlastet nicht nur das Team, sondern wirkt sich auch positiv auf die Kosten aus: Wenn sich Arbeitsunfähigkeiten und IV-Fälle vermeiden lassen, lindert dies den Druck auf die Risikoprämien der Pensionskasse und der Krankentaggeldversicherung, die Arbeitgebende und Versicherte zu bezahlen haben. Auch wenn noch keine Arbeitsunfähigkeit vorliegt, ist es für Arbeitgebende sinnvoll, frühzeitig aktiv zu werden und sich bei Bedarf über den Umgang bei einer herausfordernden Personalsituation beraten zu lassen. Das kann etwa bei mehreren kleineren Absenzen der gleichen Person der Fall sein oder bei Warnsignalen im Team wie Stress, Burnout, Sucht, Depression, Mobbing. Ziel ist es immer, das Risiko einer langen Arbeitsunfähigkeit – und damit auch die Gefahr einer Invalidität – zu verkleinern. Führungs- und Personalverantwortlichen stehen heute niederschwellige Beratungsangebote oder Hotlines zur Verfügung. Für Arbeitgebende bieten auch die Netzwerkplattform compasso.ch sowie gesundheitsfoerderung.ch hilfreiche Informationen. Kaspar Abplanalp

«Sitz dich ein!» – Walliser Gemeinden suchen angehende Gemeinderäte

Vor der Gemeindekanzlei in Naters (VS) steht ein grosser, weisser Stuhl. «Sitz dich ein! Nimm Platz im Gemeinderat», fordert er Passanten auf. Ob der Appell im Hinblick auf die Gemeinderatswahlen im Oktober Wirkung zeigen wird? «Der Stuhl ist auf jeden Fall ein Blickfang. Viele setzen sich hin, machen ein Foto oder stellen auch mal ihren Hund drauf», schmunzelt Charlotte Salzmann-Briand, Gemeindepräsidentin von Naters. Gleichwohl ist der Grund für die Präsenz des Stuhls natürlich ein ernster: Viele Walliser Gemeinden haben Mühe, genügend Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeinderatswahlen zu finden. Rund die Hälfte der 63 Oberwalliser Gemeinden gab in einer Umfrage sogar an, sehr grosse Schwierigkeiten zu haben. Das lässt sich auch durch Zahlen belegen: Kam es 2016 noch in 14 Oberwalliser Gemeinden zu stillen Wahlen, waren es vier Jahre später bereits 23 Gemeinden – «ein Demokratieverlust», wie Charlotte Salzmann-Briand feststellt. Derselbe Stuhl wie in Naters steht auch im Lötschentaler Dorf Blatten. Dort werden im Herbst vier der fünf Gemeinderatsmitglieder nicht mehr antreten. Aufgrund der kleineren Bevölkerung und weil es im Dorf schon seit Langem keine aktiven Ortsparteien mehr gibt, die die Kandidatensuche übernehmen würden, wird es in Blatten nicht ganz einfach werden, vier neue Gemeinderäte zu finden. «Das ist wohl ein gesellschaftliches Problem», sagt Gemeindepräsident Jean-Christoph Lehner. Die Gründe für die Zurückhaltung sind hinlänglich bekannt: Viele sind bereits beruflich und familiär eingespannt, und wer dennoch Interesse hätte, darf sich nicht davor scheuen, sich auch mal zu exponieren. «Das ist ein gesellschaftliches Problem. Viele sind bereits familiär und beruflich eingespannt.» Jean-Christoph Lehner, Gemeindepräsident Blatten (VS) Charlotte Salzmann-Briand und Jean-Christoph Lehner sitzen als Gemeindevertreter beide in der Arbeitsgruppe des Projekts, das durch den Verein Region Oberwallis angestossen wurde. Dieser hat vor rund anderthalb Jahren beschlossen, die oft harzige Kandidatensuche in den Gemeinden für die Wahlen im kommenden Herbst aktiv zu adressieren. In Zusammenarbeit mit dem Verband der Walliser Gemeinden wurde das Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis (RWO) mit der Ausarbeitung der Kampagne «Sitz dich ein!» beauftragt. Kurz darauf schloss sich mit der Antenne Région Valais romand auch ein Unterwalliser Partner dem Projekt an, das im französischsprachigen Kantonsteil unter dem Slogan «Prends ta place!» daherkommt. Herzstück der Kampagne ist die Website www.sitzdichein.ch . Sie bietet potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten einen niederschwelligen Überblick über alle wichtigen Informationen: das Wahlverfahren, das Schweizer Milizsystem oder auch Tipps, wie sich das Amt besser mit Familie und Beruf vereinbaren lässt. Zur Kampagne gehören weiter Plakatwerbungen, Social-Media-Beiträge und Flyer, die teilweise mit Zwinkerbotschaften wie «Sitz dich ein oder bist du nur ein Wohner» daherkommen. «Sämtliches Kampagnenmaterial wurde auch den Gemeinden sowie den Parteien zur Verfügung gestellt. Einige Gemeinden organisierten daraufhin Informationsanlässe für die Bevölkerung oder verlinkten die Kampagne auf ihrer Website», sagt Projektleiter Gunter Scherhag vom RWO. Mit der Kampagne «Sitz dich ein» soll insbesondere die Attraktivität eines Gemeinderatsamts hervorgehoben werden, ohne dabei die schwierigeren Seiten zu verschweigen. Denn Vorteile gibt es einige: die Möglichkeit, die eigene Gemeinde konkret mitzugestalten, (oftmals) die Arbeit in einem Teilzeitpensum, der Aufbau eines Netzwerks und natürlich die Gelegenheit, Neues zu lernen. «Es gibt ja keine Ausbildung zur Gemeinderätin», sagt Charlotte Salzmann-Briand. «Deshalb kann eigentlich jede und jeder Gemeinderat werden – man muss nur den Mut haben, es zu versuchen.» «Eigentlich kann jede und jeder Gemeinderat werden – man muss nur den Mut haben, es zu versuchen.» Charlotte Salzmann-Briand, Gemeindepräsidentin Naters (VS) und Vorstandsmitglied Verein Region Oberwallis Wie viele sich die Aufforderung, sich «einzusitzen», tatsächlich zu Herzen nehmen, lässt sich heute noch nicht sagen. Zwar gibt es laut Charlotte Salzmann-Briand bereits konkrete Rückmeldungen von Personen, die sich aufgrund der Kampagne zu einer Kandidatur entschlossen hätten. Letztlich bleibt «Sitz dich ein!» aber eine Sensibilisierungskampagne, deren Erfolg sich schwierig messen lässt. «Was aber alle bestätigen, ist, dass über die Kampagne gesprochen wird. Damit haben wir die Gemeinderatswahlen schon jetzt als Gesprächsthema platzieren können.» Nachtrag: Wie das RWO Mitte September informiert hat, wird es bei den anstehenden Kommunalwahlen in 19 von 63 Oberwalliser Gemeinden zu stillen Wahlen kommen. Dies sind vier Gemeinden weniger als bei den Wahlen 2020. www.sitzdichein.ch / www.prendstaplace.ch Text: Fabio Pacozzi

Der erste Tag der Gemeinden an der Olma

Der Tag der Gemeinden an der Olma ist eine Premiere und bietet eine einzigartige Plattform für den Austausch zwischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern auf der Staatsebene Gemeinde. Die Idee ist in enger Zusammenarbeit zwischen dem Verband St. Galler Gemeindepräsidien (VSGP) und dem Verband St. Galler Ortsgemeinden (VSGOG), die als Partner den Anlass organisieren, entstanden. In dieser Grössenordnung sind solche Anlässe selten. Uns war es wichtig, einen Rahmen für den Austausch zwischen Vertreterinnen und Vertretern politischer und bürgerlicher Gemeinden zu schaffen, da beide gleichermassen von der zunehmenden Erosion der Gemeindeautonomie betroffen sind. Die Olma mit ihrem Fokus auf Wissensvermittlung und Begegnungen, bietet dafür die ideale Plattform. Der Titel ist bewusst gewählt, da er neugierig macht und gleichzeitig den Kern der Referate prägnant auf den Punkt bringt. Wir wollten eine Überschrift, die aus dem Leben gegriffen ist und keinen trockenen Fachjargon verwendet. Die Thematik an sich gewinnt seit einigen Jahren zunehmend an Bedeutung und bleibt hochaktuell. Die Digitalisierung bleibt ein Dauerbrenner, der immer wieder in den Fokus gerückt werden muss. Gerade für Gemeinden bringt sie grosse Herausforderungen mit sich, und viele stehen hier vor erheblichen Schwierigkeiten. Die Digitalisierung birgt sowohl Chancen als auch Risiken – das zeigt beispielsweise die Entwicklung der künstlichen Intelligenz. Wichtig ist es, besonnen zu bleiben und nicht in Hektik zu verfallen, eben «nicht zu überhitzen». Die Freiwilligenarbeit ist zentral, erhält aber oft nicht die gebührende Anerkennung. Dabei ist sie eine unverzichtbare Stütze unserer Gesellschaft, ähnlich wie Gemeinden. Die Diskussionen um Freiwilligenarbeit sind oft kontrovers, etwa wenn es um die Rolle der Frauen oder die Frage nach Bezahlung geht. Trotzdem ist es entscheidend, dieses Thema im Sinne einer Fachkräfteentwicklung für Gemeindebehörden zu fördern und zu unterstützen. «Die Freiwilligenarbeit ist zentral, erhält aber oft nicht die gebührende Anerkennung.» Niklaus Amacker, Präsident VSGOG Matthias Hüppi ist ein spannender Referent, der eine Vielzahl von Themen in seinem täglichen Wirken vereint: Digitalisierung, Freiwilligenarbeit und die Balance zwischen Hitzigkeit und Besonnenheit. Als Leiter eines mittelständischen Unternehmens, das im Rampenlicht steht, muss er wirtschaftlich denken, Menschen motivieren und gleichzeitig Vorbild sein – ganz ähnlich wie ein Gemeindepräsidium. Seine Erfahrungen und Einsichten können wertvolle Impulse liefern. Zudem ist er eine bekannte und sympathische Persönlichkeit, die Menschen über die Region hinaus anspricht. Dieses Thema ist ebenfalls topaktuell und betrifft Gemeinden direkt. Es gibt wachsende Erwartungen an die Gemeinden, hier aktiv zu werden und Lösungen für die Abkühlung von Städten und Dörfern zu entwickeln. Diese Ansätze stehen zwar noch am Anfang, sind aber dringend nötig und hochrelevant. Die Teilnehmenden sollen nicht nur von den Referaten profitieren, sondern vor allem miteinander ins Gespräch kommen. Es soll ein Anlass sein, bei dem Ideen und Kontakte ausgetauscht werden und gleichzeitig eine entspannte Atmosphäre herrscht. Wenn es uns gelingt, neue Anregungen zu geben und Verbindungen zu schaffen, haben wir unser Ziel, Menschen aus Gemeindebehörden zusammenzubringen und wertvolle Synergien zu fördern, erreicht. «Die Teilnehmenden sollen nicht nur von den Referaten profitieren, sondern vor allem miteinander ins Gespräch kommen.» Bernhard Keller, Geschäftsführer VSGP Ob der Tag der Gemeinden zukünftig eine feste Institution wird, steht noch nicht fest. Der Fokus liegt jetzt auf der aktuellen Durchführung, aber wir schliessen eine Wiederholung in dieser Form nicht aus. Die Verbände VSGP und VSGOG pflegen bereits einen intensiven Austausch und stimmen sich in vielen Fragen, zum Beispiel bei laufenden Vernehmlassungsverfahren, eng ab. Diese Zusammenarbeit ist für beide Seiten äusserst wertvoll und könnte eine Grundlage für zukünftige Veranstaltungen sein. Information: Der Tag der Gemeinden findet am Mittwoch, 16. Oktober 2024, von 10.30 bis 14 Uhr in der Halle 9.2 der Olma 2024 statt. Zur Anmeldung Bernhard Keller, Fotografie: Name Vorname

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