Menü
Logo Logo
  • DE
  • FR
  • IT
  • Institution Gemeinde 3
  • Hannes Grassegger 1
  • Manon Röthlisberger 1
  • Nadja Sutter 1
  • 3 l 2025 3
Aktive Filter: Kategorie: Institution Gemeinde Ausgabe: 3 l 2025 Alle Filter entfernen
Es wurden 3 Ergebnisse in 1 Millisekunden gefunden. Zeige Ergebnisse 1 bis 3 von 3.
  • 1
Ergebnisse pro Seite:

Starke Gemeinden, starker Staat

Als das nationale Parlament angesichts der Energiekrise den sogenannten Beschleunigungserlass diskutierte, läuteten beim Schweizerischen Gemeindeverband (SGV) rasch die Alarmglocken. Der Erlass sieht den raschen Ausbau erneuerbarer Energien vor und im ersten Entwurf die massive Beschneidung des Mitspracherechts der Gemeinden. Die Aufgabe des SGV ist es, genau solche Kompetenzbeschneidungen zu bekämpfen. Dies tut er nicht nur mit politischen Mitteln wie der Teilnahme an Vernehmlassungsprozessen oder Anhörungen des nationalen Parlaments, sondern auch im Dialog mit Parlamentsmitgliedern sowie institutionellen Partnern. Im Beispiel des Beschleunigungserlasses konnte der SGV einen Erfolg verzeichnen: Der Vorschlag des Ständerats verpflichtet die Kantone, Gemeinden systematisch in Projekte einzubinden, die sie betreffen, sofern die kantonalen Bestimmungen nichts anderes vorsehen. «In der Schweiz sind die Gemeinden am nächsten bei der Bevölkerung. Der SGV existiert, damit ihre Stimme gehört wird.» Manon Röthlisberger, stv. Direktorin Schweizerischer Gemeindeverband Manon Röthlisberger

Wie Gemeinden neue Dorfzeitungen lancieren können

Plötzlich ging alles sehr schnell. Ende Mai 2024 starteten die «Alttoggenburg News» den Betrieb – heute ist die digitale Dorfzeitung in den vier St. Galler Gemeinden Bütschwil-Ganterschwil, Kirchberg, Lütisburg und Mosnang das führende Dorfmedium. Die Region hat wieder eine eigene Zeitung, die ihre Themen abbildet: die Diskussion ums Hallenbad, die Triumphe der Radballer, die Fasnachtsumzüge und die Probleme mit den Zufahrtsstrassen. Ein Käseblatt sind die «Alttoggenburg News» aber überhaupt nicht. Dahinter stecken viel Software und lokale Handarbeit. Jeden Donnerstag erhalten mittlerweile über 1000 Abonnenten die wichtigsten lokalen News, Leserbriefe, Kleinanzeigen und die Wochenagenda. Direkt zugestellt wie einst die Zeitung, aber eben via Mail und Whatsapp und kostenlos. Jeder der kurzen Texte wird von einer lokalen Person ausgewählt und geprüft – nach journalistischen Qualitätskriterien. Ein genauso hochmodernes wie traditionelles Dorfblatt – und das in einer Region, die zuvor lange kein unabhängiges Medium hatte. News von zu Hause waren Mangelware, seit der altehrwürdige «Alttoggenburger» vom «St. Galler Tagblatt» geschluckt und 2015 eingestellt worden war. Ins Alttoggenburg, eine ländliche Region im Ostschweizer Dreieck zwischen Wil, Herisau und Wattwil, gelockt hat das Projekt der innovationsbegeisterte vormalige Schulpräsident Max Gmür. Gmür hatte es satt, täglich im Netz nach News aus seiner Heimatregion regelrecht schürfen zu müssen. Als Behördenmitarbeiter und Politiker war es schwierig, Ideen zu lancieren. Korrespondenten sah er immer seltener vor Ort. Gmür wusste, dass darunter alle litten. Vereine, das politische Leben – der Zusammenhalt wie die direkte Demokratie beruhen darauf, dass die Bewohner wissen, was zu Hause läuft. Dann hörte Gmür über einen Exiltoggenburger von einem Zürcher Entwicklerteam namens Spatz, das daran arbeite, Lokaljournalismus digital wiederzubeleben. Im April 2024 rief Gmür an. «Wir suchten nach einer Testregion. Was Max uns erzählte, hat uns fasziniert», sagt Spatz-Initiator Hannes Grassegger. Der vielfach prämierte Journalist hat sich dem Kampf gegen Fake News verschrieben. «Dort, wo niemand mehr Fakten prüft, alle auf Social Media und Messaging Apps etwas weiterleiten, blühen erst die Gerüchte, dann bröckelt der Zusammenhalt.» So etwas schade der Gemeinschaft. Von Mosnang, wo Gmür wohnte, sind die nächsten Redaktionen 15 Fahrminuten entfernt. «News-Wüste nennt man so etwas», sagt Grassegger. Er aber sah darin genau, was er suchte: Eine überschaubare Region mit starkem Gemeinschaftsleben – aber ohne eigenes Medium. Zusammen mit der Präsidentin des Mosnanger Gewerbevereins beschloss man, ein Experiment zu starten. Andrea Gmür (nicht verwandt mit Max Gmür) ist als Co-Leiterin der Bibliothek Mosnang, Mitinhaberin von Carrosserie Spritzwerk Gmür, freie Musikgeragogin und als dreifache Mutter neben der Vereinstätigkeit ziemlich eingespannt. Aber eine gute Dorfzeitung, die es ihrem ansässigen Gewerbe ermöglichen würde, die lokale Kundschaft zu erreichen, das reizte sie. Grassegger wiederum suchte nach jemandem, der sich in der Region auskennt. Einen halben Tag pro Woche hätte sie, erklärte Andrea Gmür. Mehr nicht. «Mit Spatz ist die Produktion einer Dorfzeitung so einfach wie einen Facebook-Post zu erstellen.» Andrea Gmür, Produzentin «Alttoggenburg News» Grassegger hatte die Anschubfinanzierung vom Migros-Pionierfonds und der Stiftung Mercator Schweiz organisiert. Innerhalb weniger Wochen programmierte Spatz-Entwicklungsleiter Mauro Bieg, der für Spatz eine Stelle als Techchef bei Tamedia verlassen hatte, eine Software, die für Andrea Gmür mit künstlicher Intelligenz aktuelle Infos aus der ganzen Umgebung zusammenträgt. Dazu schuf er eine Website, auf der die Alttoggenburger ganz einfach Events, Artikel und Leserbriefe einreichen können. Grassegger schrieb der journalistisch unerfahrenen Gewerbevereinspräsidentin eine Bedienungsanleitung, mit der sie alle eingegangenen Artikel neutral und objektiv auswählen und prüfen kann. Dank der einfachen Technik und des Supports können nun selbst unerfahrene Laien ein hochwertiges Nachbarschaftsblatt betreiben. Und wegen der geringen Herstellungskosten liesse sich die Dorfzeitung künftig durch lokale Anzeigen und Mitgliedschaften finanzieren, sagt Grassegger. In nur drei bis vier Stunden pro Woche stellt Andrea Gmür nun die Ausgaben der «Alttoggenburg News» zusammen. «Mit Spatz ist die Produktion einer Dorfzeitung so einfach wie einen Facebook-Post zu erstellen», sagt Gmür. «Zeitung machen kann jetzt jeder.» Hannes Grassegger

4 Fragen zu Sulgen Kanton Thurgau

«Unsere Gemeinde teilt sich viele Aufgaben mit anderen Gemeinden. Diese Zusammenarbeit funktioniert sehr gut.» Andreas Opprecht, Gemeindepräsident von Sulgen (TG) Andreas Opprecht ist seit 13 Jahren vollamtlicher Gemeindepräsident von Sulgen. Der FDP-Politiker ist erst der vierte Gemeindepräsident in 100 Jahren – seine Vorgänger hatten jeweils einen langen Atem. Opprecht ist studierter Ökonom und hat vor seinem Mandat bei einer Bank gearbeitet. Er sitzt zudem im Thurgauer Grossen Rat. Als nächste zu porträtierende Gemeinde hat er Cazis (GR) ausgewählt. Nadja Sutter

  • 1
  • Abos
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Mediadaten
  • PDF-Archiv
  • Cookies
© Schweizerischer Gemeindeverband
  • Home
  • Suche
  • Archiv
  • Abos
  • Firmenverzeichnis
  • Mediadaten
  • Datenschutz
  • Impressum
Schliessen