Die Coronabilanz aus Sicht der Gemeinden

17.09.2021
  • Editorial

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie vor über einem Jahr wurden die Welt und die Schweiz in eine Ausnahmesituation und zugleich in den Krisenmodus versetzt. Heute kann aber festgehalten werden, dass die Schweiz insgesamt angemessen und schnell auf die Herausforderung reagiert hat. Dies nicht zuletzt auch aufgrund des föderalen Staatsaufbaus: Bund und Kantone konnten sich bei der Bewältigung der Krise mit den Städten und den Gemeinden auf handlungsfähige lokale und regionale Strukturen verlassen.

Die Gemeinden haben rasch und unkompliziert auf neue Herausforderungen reagiert. Quasi über Nacht mussten sie Schulen schliessen, sich intern neu organisieren und Sonderefforts in der Kommunikation mit der Bevölkerung leisten. Die Dienste der Gemeinden sind dabei stets aufrechterhalten geblieben – es gab keinen Verwaltungslockdown. Die Digitalisierung hat an dieser Stelle sicherlich stark mitgeholfen. Homeoffice wurde auch für die Gemeinden zum neuen Arbeitsmodell, Sitzungen und Gemeindeversammlungen wurden im Videokonferenz-Modus abgehalten und Gemeinde-Apps als digitale Kommunikationsplattformen vis-à-vis der Bürgerin und des Bürgers eingesetzt. Als Folge von Corona bieten heute noch mehr Gemeinden digitale Behördendienstleistungen an resp. planen deren Einführung.   

Es gibt sie aber auch, die nachteilige Seite des Föderalismus. Ich sehe diese etwa bei der Krisenkommunikation. Neben der engen Zusammenarbeit und Koordination der Massnahmen zwischen Bund und Kantonen ist daher auch eine enge Koordination und zeitnahe Kommunikation innerhalb des Kantons zu den Gemeinden und Städten sicherzustellen. Der Einbezug der Gemeinden in die kantonale Krisenorganisation ist ein Muss, um zum Schutz der Bevölkerung mit einer Stimme kommunizieren und rasch handeln zu können.

 

Hannes Germann
SGV-Präsident