Die Gemeinden sind direkt vom Klimawandel betroffen

23.03.2021
  • Energie und Umwelt

Der Klimawandel wird immer deutlicher sichtbar. Beispielsweise hat sich die Durchschnittstemperatur der Schweiz seit Messbeginn im Jahr 1864 um rund 2 °C erhöht. Die sechs wärmsten Jahre wurden alle nach 2010 gemessen.

Der Klimawandel wird immer deutlicher sichtbar. Beispielsweise hat sich die Durchschnittstemperatur der Schweiz seit Messbeginn im Jahr 1864 um rund 2 °C erhöht. Die sechs wärmsten Jahre wurden alle nach 2010 gemessen.

Die Hauptursache für den Klimawandel ist der Treibhausgasausstoss von uns Menschen. Zwischen 1900 und 2018 sind die Treibhausgasemissionen der Schweiz um etwa das Vierfache gestiegen. Seit 2010 findet ein leichter Rückgang statt. Dies reicht aber nicht. Nur wenn es gelingt, die globalen Treibhausgasemissionen in den nächsten Jahrzehnten massiv zu reduzieren, lässt sich der künftige Temperaturanstieg in der Schweiz bis Ende des Jahrhunderts auf unter 2 °C begrenzen. Sollten die Emissionen weiterhin zunehmen, wird er hingegen 3 bis 5 °C betragen. Dies würde zu trockenen Sommern, häufigeren Hitzewellen, heftigeren Niederschlägen und schneearmen Wintern führen.

Auswirkungen auf Gemeinden

Die klimatischen Veränderungen betreffen die Gemeinden in unterschiedlichen Bereichen:

  • Trockenheit wirkt sich auf die Wald- und Wasserwirtschaft aus. Zum Beispiel kann ein erhöhter Bewässerungsbedarf der Landwirtschaft zu Nutzungskonflikten führen.
  • Bei der Planung der Siedlungsentwicklung sollten Hitzewellen und Starkniederschläge mitberücksichtigt werden. Frischluftkorridore und Grünflächen mindern die Hitze und damit die Gefahren für die Gesundheit.
  • Der Klimawandel bedroht auch die Biodiversität. Es braucht Schutzgebiete und Biotope, denn eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt ist auf naturnahe Lebensräume angewiesen.
  • Änderungen in der Niederschlagsverteilung und -art wie mehr Regen und weniger Schnee, Gletscherschwund und auftauender Permafrost können das Hochwasserrisiko erhöhen und in Bergregionen zur Zunahme von Steinschlägen, Felsstürzen und Rutschungen führen. Eine vorausschauende, diese Risiken berücksichtigende Raumplanung ist daher zentral.
  • Wintersportorte in tieferen Lagen sind vom Rückgang der Schneedecke betroffen. Eine mögliche Lösung bildet die Diversifikation des Tourismusangebots.

Antworten auf lokaler Ebene

Jede Gemeinde steht vor der Herausforderung, sich mit geeigneten Massnahmen an die lokalen Folgen des Klimawandels anzupassen. Priorität hat jedoch der konsequente Klimaschutz. Damit lässt sich bis Mitte des Jahrhunderts etwa die Hälfte der möglichen Klimaveränderungen vermeiden. Hier leisten Gemeinden ebenfalls einen wichtigen Beitrag, etwa mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs und des Langsamverkehrs und der Entwicklung eines Energierichtplans, der den Weg zu einer erneuerbaren Energieversorgung aufzeigt.

Klimawandel: Hilfsmittel für Schweizer Gemeinden

Der Bericht «Klimawandel in der Schweiz» (siehe unter www.bafu.admin.ch/uz-2013-d ) beschreibt das Klima, die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels sowie Klimaschutz- und Anpassungsmassnahmen. Er bietet eine wichtige Grundlage für die Planung von Massnahmen.

Weitere Informationen finden sich auf der Website des National Centre for Climate Services ( www.nccs.ch ), z.B. Leitfäden zur klimaangepassten Siedlungsentwicklung oder Praxisbeispiele aus dem «Pilotprogramm Anpassung an den Klimawandel». In diesem Jahr werden dort zudem kantonale Faktenblätter zu Klimaszenarien aufgeschaltet. Des Weiteren soll im Herbst ein Online-Tool bereitgestellt werden, das Gemeinden dabei unterstützt, sich an den Klimawandel anzupassen.

Carla Gross
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundesamt für Umwelt (BAFU), Abteilung Klima