Gedanken nach 20 Jahren als Gemeindepräsident

03.05.2024
5 | 2024

Seit 32 Jahren sitze ich im Gemeinderat von Minusio, seit 20 Jahren bin ich Gemeindepräsident, seit 16 Jahren im Grossen Rat und Präsident des Tessiner Gemeindeverbandes. Minusio hat vor Kurzem seine Bahnhaltestelle eingeweiht. Nur wenige Gemeinden verfügen über eine Bahnhaltestelle am Seeufer; eine echte Piazza am See für mehr Lebensqualität. Wir sind die sechstgrösste Gemeinde des Tessins, die Bevölkerung wächst und damit auch das Bedürfnis nach mehr Lebensqualität. In den letzten Jahren haben wir viel in öffentliche Gebäude investiert. Ich erinnere an das Restaurant L’Approdo, an die Renovierung des Elisarion-Zentrums und an den Kauf der Villa San Quirico: eines kleinen Juwels. Dazu an die zweistufige Erweiterung des Kindergartens und den Ausbau des ehemaligen Postamts zur Unterbringung der Polizei und der Bauverwaltung. Leider ist es uns nicht gelungen, in der Cà di Ferro, einer Militärfestung aus dem 16. Jahrhundert mit Blick auf den See, ein Hochschulzentrum und ein landesweites Museum einzurichten. Minusio verfügt über eine gute Investitionsfähigkeit, eine aktuelle öffentliche Infrastruktur, solide Finanzen und erstklassige Dienstleistungen. Wir sind eine Wohngemeinde. Ich glaube nicht, dass Fusionen ein Rezept für alle sind. Sie führen nicht zu echten Kostensenkungen für die öffentliche Verwaltung und können auch die Bürgernähe gefährden.

Als Gemeindepräsident trete ich nun zurück, aber nicht als Präsident des Tessiner Gemeindeverbandes. Was ich vermissen werde, ist der Kontakt mit der Bevölkerung. Ich habe den Menschen in Schwierigkeiten zugehört. Ich werde auch den Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Rathaus und mit dem städtischen Personal vermissen.

«Was ich vermissen werde, ist der Kontakt mit der Bevölkerung.»

Felice Dafond, ehemaliger Gemeindepräsident von Minusio und Präsident der Tessiner Gemeinden

Felice Dafond
Ehemaliger Gemeindepräsident von Minusio und Präsident der Tessiner Gemeinden