Gute Betreuung im Alter

19.06.2022

Die Prognosen des Bundesamts für Statistik sind bekannt: In den meisten Gemeinden wird sich die Zahl der über 80-Jährigen bis 2050 verdoppeln. Damit steigt die Zahl jener Personen, die beim Älterwerden auf Betreuung angewiesen sind. Ein zunehmender Anteil dieser Personen wird dabei nicht auf die Unterstützung von Angehörigen zurückgreifen können. Der Handlungsbedarf nimmt zu, auch weil sich nicht alle Menschen eine gute Betreuung im Alter leisten können. Was ist uns diese wert? Was darf sie kosten? Diese Fragen zur Finanzierung der Betreuung im Alter werden erstmals mit der Motion 18.3716 «Ergänzungsleistungen für betreutes Wohnen» im eidgenössischen Parlament diskutiert. Eine von der Paul Schiller Stiftung herausgegebene Studie zeigt verschiedene Wege auf, wie eine gute Betreuung bedarfsgerecht für alle älteren Menschen finanziert werden könnte. Auch auf kommunaler Ebene gewinnt das Thema an Bedeutung. Zahlreiche Gemeinden verfügen über wertvolle Erfahrungen im Bereich gute Betreuung im Alter und suchen nach Lösungen, damit ältere Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben führen können. Regionale Netzwerke gewinnen an Bedeutung. Ein gutes Beispiel dafür sind die zehn ländlichen Gemeinden, die sich im Verein Altersnetzwerk Region Gantrisch zusammengeschlossen haben und dafür einsetzen, dass ältere Menschen und deren Angehörige über Unterstützungsangebote im Alltag gut informiert sind. Der Verein ist Teil des Programms Socius 2 der Age-Stiftung und wurde kürzlich für sein Engagement ausgezeichnet. In der aktuellen Ausgabe stellen wir dieses und weitere vorbildliche Projekte kommunaler Alterspolitik vor.

Claudia Hametner
Schweizerischer Gemeindeverband
Stv. Direktorin