Smart City Lab Basel – von der Idee zur Innovation
Smart City ist ein Sammelbegriff für ganzheitliche, partnerschaftliche Entwicklungskonzepte, die das Ziel haben, Städte lebenswerter zu gestalten. Eine Smart City bietet ihren Bewohnerinnen und Bewohnern maximale Lebensqualität bei minimalem Ressourcenverbrauch und das, obwohl die Bevölkerungszahlen steigen, insbesondere in den Städten, also Stichwort Urbanisierung. Die Digitalisierung ermöglicht eine bessere Verknüpfung und effizientere Nutzung von unterschiedlichen, oft physischen Infrastrukturen (z. B. Verkehrs- und Transportwege oder öffentliche Räume), je nachdem bezogen auf einzelne Gebäude, Quartiere oder ganze Städte. Zusammen mit dem Kanton Basel-Stadt hat die SBB im April 2019 das Smart City Lab Basel auf dem Areal «Wolf» initiiert, um die Entwicklung smarter Lösungen zu fördern. Innovationen entstehen, wenn unterschiedliche Akteure mit ihren Fähigkeiten und ihrem Wissen zusammenkommen: Das Smart City Lab Basel vernetzt Partner aus der Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und die Bevölkerung. Diese Community experimentiert, lernt voneinander und entwickelt neue Ideen und Projekte für die smarte Schweiz von morgen. Das Lab fungiert dabei als Testraum, wo innovative Lösungen für Fachleute und interessierte Kreise erlebbar gemacht und mit einem breiten Publikum diskutiert werden. In den ehemaligen Güterhallen stehen Partnern kostengünstig Flächen zur Durchführung von Pilotprojekten zur Verfügung. Zudem veranstaltet das Lab auch Events und Workshops. Der rund 1000 m2 grosse Event Space kann überdies von Partnern und Dritten gemietet werden. Die Halle diente früher ebenfalls dem Güterumschlag und bietet heute Platz für Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen. Die über 40 Pilotprojekte von rund 60 Partnern im Lab drehen sich um die Themenfelder Gebäude, Mobilität und Citylogistik. Beispielhaft seien an dieser Stelle zwei Projekte aus dem Themenfeld Gebäude oder vielmehr Arealentwicklung herausgegriffen: «KiubX» und «HoloPlanning». KiubX ist ein Startup aus Basel, das sich der Entwicklung, dem Bau und Betrieb einer neuen Form «agiler» Immobilien verschrieben hat. Mit dem Wandel von der Industrie 3.0 zur Industrie 4.0 gibt es in vielen Städten temporär ungenutzte Flächen mit Potenzial für Zwischennutzung. Zudem müssen sich Städte auch flexibel an die immer schneller werdenden Entwicklungszyklen anpassen können. KiubX bietet eine Lösung, um auf freien Flächen eine zeitweilige Nutzung mit Wohnen, Arbeiten und Gewerbe zu schaffen. Die Modulbauten (Kiubs) bestehen aus Brettsperrholz mit Wärmedämmung. Neben einer einfachen, zur Remontage geeigneten Konstruktion, sind dem Projektpartner vor allem zwei Dinge wichtig: Die Umsetzung einer Cradle-to-Cradle-Philosophie mit unbehandeltem Holz und ein standardisiertes Stapelsystem. Die Kiubs bieten schlüssellosen Zugang, Lichtsteuerung, Klimatisierung und andere Features, die durch die eigene App buch- und steuerbar sind. Im Smart City Lab Basel wird das Pilotprojekt unter realen Bedingungen getestet. Bis Ende 2023 werden auf dem Areal acht Module zu einem System mit Musterwohnungen, Kaffeekiosk, Co-Working-Space und Urban Farming verbaut. An der Gestaltung und Entwicklung eines Areals sind die verschiedensten Parteien beteiligt. Ein gemeinsames Verständnis für die räumliche Situation ist eine wichtige Grundlage für die gemeinsame Suche nach guten Lösungen. Die Digitalisierung und Anwendung von innovativen Technologien bringen neue Möglichkeiten mit sich, die Raumplanung zu modernisieren und die Zusammenarbeit effizienter zu gestalten. Das Ziel ist es, ein kollaboratives Arbeitsinstrument zur Verfügung zu stellen, welches ein gemeinsames Verständnis bei allen Beteiligten fördert und die Kommunikation von Bauprojekten visuell unterstützt. Dank Mixed-Reality-Technologie lassen sich geplante Bauten in der heutigen Umgebung darstellen. Die Applikation «HoloPLANNING» macht so digitale Pläne über eine holografische Brille als 3D-Modelle im Raum erlebbar. Die SBB AG testet gemeinsam mit dem Partner afca ag die von ihm entwickelte Applikation am Beispiel des Areals «Wolf» in Basel auf deren Nutzen und einfache Anwendung. Die SBB kann mit ihren vernetzten Mobilitätsangeboten, schweizweiten Infrastrukturen und zentralen, grossflächigen Arealen einen massgeblichen Beitrag zu einer smarten Schweiz leisten und als starke Partnerin Kantone, Städte und Gemeinden auf dem Weg zur Smart City unterstützen. Die Erkenntnisse aus den Pilotprojekten im Smart City Lab Basel werden genutzt, um den Wolf zum (hoffentlich) smartesten Areal der Schweiz zu entwickeln. Informationen: www.smartsuisse.com www.smartcitylabbasel.ch www.linkedin.com/company/smartcitylabbasel www.kiubx.ch www.afca.ch Anja Riedle,