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Aktive Filter: Kategorie: Energie und Umwelt Autor: Remo Bürgi Alle Filter entfernen
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Richterswil: moderne Beleuchtung für historischen Dorfkern

Die Zürcher Gemeinde Richterswil liegt am südlichen Zürichseeufer direkt an der Grenze zum Kanton Schwyz. Sie ist bekannt für die gut erhaltenen Fachwerkhäuser im historischen Dorfkern und weitere Objekte mit hohem baukulturellem Wert. Um die Aufenthaltsqualität im Dorfkern zu verbessern, wurde 2022 die Beleuchtung erneuert. Dazu entwickelte die Gemeinde in Zusammenarbeit mit externen Fachleuten ein neues Beleuchtungskonzept für das historische Zentrum. Neu schweben ringförmige Spezialleuchten über den Gassen des Dorfzentrums. Durch die LED-Technik ist es möglich, die Lichtfarbe und die Helligkeit zu verändern und beispielsweise auf die Tageszeit sowie die örtlichen Begebenheiten abzustimmen. In Richterswil wird am frühen Abend mit einem weissen, hellen Licht beleuchtet. Nach 22 Uhr wechselt die Beleuchtung zu einem sanfteren, warmen Licht mit tieferer Farbtemperatur. Am Sonntagabend ist das Dorfzentrum permanent in warmes Licht getaucht. Im Projekt waren einige Hürden zu meistern, erklärt der zuständige Gemeinderat Christian Stalder. Die Koordination der Schnittstellen zwischen Planung und Installation sei Neuland gewesen für die Gemeinde. «Und weil wir keine Standardleuchte wählten, war die Implementierung ins öffentliche Beleuchtungsnetz und dessen Steuerung komplexer», ergänzt er. Zudem musste die Gemeinde die Verankerungen an den teilweise sehr alten Häusern im Dorfkern überprüfen und teilweise verstärken. Die Einführung des neuen Lichtkonzepts wurde von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) und den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ) wissenschaftlich begleitet. Die Leitfrage der Studie lautete, wie sich die unterschiedlichen Lichtfarben der Strassenbeleuchtung auf die Menschen vor Ort auswirken. Dazu wurden drei verschiedene Abschnitte des Dorfkerns von Richterswil mit jeweils einer anderen Lichtfarbe beleuchtet: mit warmem, kerzenähnlichem Licht mit 2700 Kelvin, mit weissem Licht mit 4000 Kelvin und mit kaltweissem Licht mit 6500 Kelvin, das dem Tageslicht entspricht. Die Helligkeit wurde überall gleich eingestellt. Freiwillige Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden zufällig einem der drei Abschnitte zugewiesen, wo sie 20 Minuten auf einer Bank sitzen mussten, ohne dabei zu sprechen oder auf das Handy zu schauen. Davor und danach gaben sie eine Speichelprobe ab und erteilten Auskunft über das empfundene Stresslevel. Der Speichel wurde auf das Hormon Cortisol untersucht, dessen Konzentration Rückschlüsse auf das Stresslevel des Körpers ermöglichte. Die Resultate der Studie mit insgesamt 77 Teilnehmenden waren widersprüchlich: Die meisten Teilnehmenden äusserten eine Präferenz für warme Lichtfarben, die Messung des Cortisolspiegels zeigte jedoch eine stärkere Stressreduktion bei kaltweissem Licht. Das könnte sich gemäss den Forschenden dadurch erklären lassen, dass das kaltweisse Licht dem Tageslicht ähnelt und sich der Mensch bei Tag grundsätzlich sicherer fühlt als bei Nacht. Der Unterschied zwischen der geäusserten Wahrnehmung und der Reaktion des Körpers weist darauf hin, dass bei der Planung der öffentlichen Beleuchtung Kompromisse nötig sind. «Das ist unsere tägliche Aufgabe als Lichtplanende», bestätigt Jörg Haller, Lichtexperte von EKZ und Mitautor der Untersuchung. Es sei immer ein Abwägen zwischen unterschiedlichen Anforderungen nötig, etwa punkto Gestaltung, Ansprüchen der Nutzenden, Technologiesicherheit sowie Energieeffizienz. «Zudem soll die Umwelt vor unnötigen Lichtimmissionen geschützt werden.» Grundsätzlich setzt man in der öffentlichen Beleuchtung hierzulande vor allem auf warme Lichtfarben. Sie seien in der Bevölkerung gut akzeptiert und wiesen gegenüber kälteren Lichtfarben auch etwas günstigere Eigenschaften für die Umwelt auf, erläutert Haller – beispielsweise wird bei warmen Lichtfarben weniger Licht Richtung Himmel reflektiert. «Vor allem das warme Licht kommt gut an.» Christian Stalder, Gemeinderat Richterswil (ZH) In Richterswil waren seit der Inbetriebnahme der neuen Beleuchtung lediglich kleinere Justierungen nötig. So wurden zum Beispiel die Beleuchtungszeiten optimiert und die Leuchtstärken des weissen und des warmen Lichts angepasst. Grundlegende Änderungen waren aber nicht nötig, denn das Feedback der Bevölkerung war durchaus positiv. «Vor allem das warme Licht kommt gut an», sagt Christian Stalder. Die neue Beleuchtung sei ein klares Upgrade für den historischen Dorfkern von Richterswil. «Wir würden das Projekt wieder so umsetzen.» Remo Bürgi

Rechenzentrum als Chance und Herausforderung für Gemeinden

Roger Paillard: Ich habe 2020 zum ersten Mal davon gehört, als ich noch Gemeinderat war. Der damalige Gemeindepräsident hat uns bei einer Sitzung informiert, dass eine Firma auf einem seit Längerem brachliegenden Grundstück ein Rechenzentrum bauen will. Wir haben das damals so zur Kenntnis genommen und uns nicht gross Gedanken darüber gemacht. Ich gehe davon aus, dass die Verfügbarkeit eines geeigneten Grundstücks eine grosse Rolle gespielt hat. Zudem habe ich gehört, dass Beringen in der Nähe einer bedeutsamen Datenleitung quer durch Europa liegt. Die Schweiz ist ja aufgrund der hohen Sicherheit und der politischen Stabilität allgemein ein beliebter Standort für Rechenzentren. Es handelte sich um einen privaten Grundstückskauf, daher konnten wir nur aus Sicht der Raumplanung beurteilen, ob das geplante Gebäude punkto äusserer Abmessungen zonenkonform ist. Das Projekt selbst musste vom Kanton geprüft und bewilligt werden. Nicht zuletzt wegen des enormen Jahresstrombedarfs des Rechenzentrums – er beträgt bis zu 75 Prozent des Gesamtstrombedarfs des Kantons – wurde das Projekt auch im Kantonsrat diskutiert. Der Kanton hat dann bezüglich der Effizienz des Rechenzentrums Vorgaben gemacht. Uns war es wichtig, aktiv zum Projekt kommunizieren zu können. So haben wir zum Beispiel 2023 den jährlich stattfindenden Wirtschaftsapéro dem Projekt gewidmet. Weiter hat die SP-Ortspartei eine Podiumsdiskussion dazu durchgeführt. Nebst Vertretern von Gemeinde und Bauherrschaft waren dort auch der Kanton sowie Fachleute von Hochschulen präsent und konnten ihre Haltung darlegen. Wichtig war, dass sich die Bevölkerung informieren und ihre Bedenken äussern konnte. Die Stromversorgung lief über den Verteilnetzbetreiber, da waren wir nicht direkt beteiligt. Es wurde auf jeden Fall ein neues Unterwerk beim Rechenzentrum gebaut. Der Wasserbedarf wurde zum Thema, als man bei der Überarbeitung des Kühlkonzepts deutlich mehr Wasser zur Kühlung eingerechnet hat. Dieses Volumen mussten wir genauer regeln. Wir haben zusammen mit dem Versorger SH Power einen Wasserliefervertrag mit dem Betreiber des Rechenzentrums abgeschlossen. Darin ist genau definiert, wie viel Wasser wir ans Rechenzentrum liefern können. Wird mehr Wasser benötigt, muss der Betreiber eine Strafzahlung leisten. Und: Die Versorgungssicherheit der Gemeinde hat stets Vorrang. Der Kanton hat eine Machbarkeitsstudie durchführen lassen, um zu prüfen, wie die Abwärme eingesetzt werden kann. Klar ist, dass wir in Beringen einen Teil davon für das lokale Fernwärmenetz verwenden wollen – schliesslich ist die Abwärme eine kostengünstige und umweltschonende Energiequelle. Allerdings bleiben immer noch beträchtliche Mengen übrig. Derzeit laufen Abklärungen, ob die Stadt Schaffhausen ebenfalls Abwärme beziehen kann. Immerhin hat der Betreiber in einer Absichtserklärung dargelegt, dass er die Abwärme kostenlos zur Verfügung stellen wird. Übrigens wurde die gesetzliche Grundlage im Mai 2025 durch die Annahme des neuen kantonalen Energiegesetzes dahingehend angepasst, dass derart grosse Energieverbraucher künftig nachweisen müssen, was sie mit der Abwärme machen. «Grosse Energieverbraucher müssen im Kanton Schaffhausen künftig nachweisen, was sie mit der Abwärme machen.» Roger Paillard, Gemeindepräsident Beringen (SH) Es hat sich gelohnt, positiv auf die Betreiber zuzugehen und ihr Projekt nicht zu verurteilen. Dann war es sehr wichtig, dass wir zugeben konnten, dass wir uns mit vielen Aspekten dieses Projekts nicht auskennen. Es war richtig, dass wir uns Unterstützung geholt haben und uns haben beraten lassen. Wichtig ist sicher auch, dass man rasch den Kanton ins Boot holt und allenfalls auch das Bundesamt für Energie. Remo Bürgi

Strassenbeleuchtung nachhaltig auf LED umrüsten

Zumikon (ZH) liegt auf einer Anhöhe über dem rechten Ufer des Zürichsees. Die Gemeinde mit knapp 6000 Einwohnerinnen und Einwohnern legt Wert auf eine zeitgemässe Beleuchtung des Siedlungsgebiets. 2023 liess sie von der Fachabteilung für öffentliche Beleuchtung von den Elektrizitätswerken Zürich (EKZ) ein Beleuchtungskonzept erarbeiten und erhielt so eine fundierte Planungsgrundlage, um die Strassenbeleuchtung nach einheitlichen Kriterien zu modernisieren. Bereits seit einigen Jahren werden in Zumikon bei Strassensanierungen die Strassenbeleuchtungen mit LED erstellt. Ab diesem Jahr erhalten nun auch die restlichen Leuchten ein Upgrade auf LED. Zudem werden die Leuchten flächendeckend mit einer smarten Steuerung ausgerüstet. Dadurch lässt sich das Licht an einen Bewegungsmelder koppeln und dimmen, was den Energieverbrauch weiter senkt. «Wir können so den Strombedarf der öffentlichen Beleuchtung im Endausbau um 80 bis 85 Prozent reduzieren», sagt Thomas Krauer, der Leiter Tiefbau von Zumikon. «Damit sparen wir jährlich etwa 120 MWh Strom.» Zu einer nachhaltigen Beleuchtungslösung gehört nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch der schonende Umgang mit Ressourcen (siehe Infobox). Beim Nachrüsten bestehender LED-Leuchten mit einer Steuerung bedeutet das, die vorhandenen Komponenten möglichst weiter zu nutzen, statt sie zu ersetzen. Seit einigen Jahren haben alle Leuchten standardisierte Schnittstellen, bei denen eine entsprechende Lichtsteuerung einfach nachgerüstet werden kann. Bei älteren Leuchten, die schon mit LED ausgerüstet sind, ist das Nachrüsten ebenfalls möglich. Hierzu wird am Kandelaber eine kleine Box installiert, in der die Steuerungskomponenten verbaut sind. Es sollten zudem ausschliesslich Leuchten zum Einsatz kommen, die modular aufgebaut sind. So ist es später möglich, Verschleissteile zu ersetzen und allen Leuchten einen zweiten Lebenszyklus zu ermöglichen. Zudem lassen sich defekte Leuchten wegen des modularen Aufbaus einfach reparieren. Diesen ressourcenschonenden Ansatz bei der Modernisierung der Leuchten verfolgt auch die Gemeinde Zumikon. «Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und die Nachhaltigkeit, wo immer möglich, fördern», so Krauer. Das neue Beleuchtungsregime wirke sich auch positiv auf die Tierwelt aus. «Viele Arten reagieren empfindlich auf nächtliche Lichtemissionen und profitieren nun davon, dass es vor allem in den Wohngebieten keine Dauerbeleuchtung mehr gibt.» «Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und die Nachhaltigkeit, wo immer möglich, fördern.» Thomas Krauer, Leiter Tiefbau von Zumikon (ZH) Das Beleuchtungskonzept von Zumikon unterscheidet drei Steuerungszonen. Die Beleuchtung der Kantonsstrassen erfolgt verkehrsabhängig, wobei die Verantwortung für den Betrieb beim Kanton liegt. Die zwei anderen Zonen verantwortet die Gemeinde: Verbindungsstrassen und Wohngebiete. Bei den häufig genutzten Verbindungsstrassen wird die Beleuchtung ab 20.30 Uhr stufenweise bis auf 40 Prozent gedimmt. Die weniger stark frequentierten Strassen und Wege in den Wohngebieten werden mit einem Grundlicht beleuchtet. Stellt der Bewegungsmelder einer LED-Leuchte die Anwesenheit einer Person oder eines Fahrzeugs fest, wird die Beleuchtung hochgefahren. Da die Leuchten miteinander vernetzt sind, werden gleichzeitig die folgenden Leuchten aktiviert. So lässt sich vermeiden, dass Passanten in einem von Dunkelheit umhüllten Lichtkegel gehen müssen – ein eher unangenehmes Gefühl. Erste Erfahrungen sammelte die Gemeinde, indem sie bei Bauarbeiten in Strassen die Leuchten des gesamten Strassenzugs auf LED umrüstete und anschliessend den Testbetrieb startete. «Ein Vorteil der smarten Steuerung ist, dass sich der Betrieb der LED-Leuchten leicht anpassen lässt», erklärt Krauer. Bisher sei das aber kaum nötig gewesen, weil kaum entsprechende Rückmeldungen aus der Bevölkerung kamen. «Viele Leute merken wahrscheinlich wegen der vorausschauenden Aktivierung der Leuchten gar nicht, dass diese nicht durchgehend mit voller Leistung betrieben werden.» Grossen Wert legt man in Zumikon auch auf die Sicherheit an Fussgängerstreifen. Die Gemeinde hat dazu in den vergangenen Jahren bei allen Fussgängerstreifen prüfen lassen, ob die Ausleuchtung den Anforderungen genügt. Wo nötig, wurde die Umstellung auf LED vorgezogen oder wurden zusätzliche Kandelaber installiert. Zudem werden die Fussgängerstreifen durchgehend voll beleuchtet. Remo Bürgi

Das Lichtkonzept von Uitikon – eine Erfolgsgeschichte

Strassen und Plätze adäquat zu beleuchten, zählt zu den zentralen Aufgaben einer Gemeinde. Gutes Licht erhöht das Sicherheitsgefühl und die Aufenthaltsqualität im Aussenraum. Kandelaber und Leuchten prägen zudem das Erscheinungsbild, erfüllen also auch eine ästhetische Funktion. Darüber hinaus soll die öffentliche Beleuchtung möglichst energie- und kosteneffizient sein. Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist es wichtig, eine verbindliche Planungsgrundlage für den Betrieb und den Unterhalt sowie für Erneuerungs- und Ausbauprojekte zu schaffen. Eine solche Basis bietet ein Lichtkonzept, in dem die Gemeinde Richtlinien formuliert, wie sie die Beleuchtung auf ihrem Gemeindegebiet gestalten will. Eine wertvolle Hilfe bei der Erarbeitung ist ein kürzlich publizierter Ratgeber der Interessengemeinschaft (IG) Strassenlicht (siehe Infobox). Dass es sich lohnt, ein Lichtkonzept zu entwickeln und umzusetzen, zeigt das Beispiel der Gemeinde Uitikon (ZH) am Westhang des Uetlibergs, wo rund 5500 Einwohnerinnen und Einwohner leben. 2020 entschieden die Verantwortlichen, ein einheitliches und zukunftssicheres Lichtkonzept anzustreben. «Das Ziel war, eine energieeffiziente und ressourcenschonende Beleuchtung zu erhalten», sagt David Bodo, Leiter Tiefbau der Gemeinde Uitikon. «Dabei konnten wir darauf aufbauen, dass wir in den vergangenen Jahren schon mehr als ein Drittel der insgesamt 650 Strassenleuchten mit LED-Leuchtmitteln ausgerüstet hatten.» Im Zuge von Strassensanierungen soll die Beleuchtung nach und nach komplett auf LED umgestellt werden. Ein Beleuchtungsexperte und Berater der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), Jörg Haller, erarbeitete im Auftrag von und im Austausch mit der Abteilung Tiefbau innerhalb von rund drei Monaten das Lichtkonzept. «Aus planerischer Sicht lag die grösste Herausforderung darin, eine möglichst einheitliche Beleuchtung zu kreieren, die zum Charakter des Dorfes passt», sagt Haller. Tiefbauvorstand Markus Stäheli wiederum zeigte seinen Ratskolleginnen und -kollegen die ökonomischen und ökologischen Vorteile auf und konnte die Bedenken des Gemeinderats punkto Sicherheit ausräumen. Der Gemeinderat genehmigte schliesslich im Herbst 2022 die vorgesehene Abschaltung der öffentlichen Beleuchtung in der Nacht ab dem 1. Januar 2023. Die nächtliche Strassenbeleuchtung war in Uitikon bereits seit einigen Jahren thematisiert worden – von der Verwaltung, der Politik und auch der Bevölkerung. Die Gemeinde hatte neu installierte LED-Beleuchtungen jeweils auf eine automatische Dimmung programmieren lassen. Das bedeutete, dass die Strassenbeleuchtung ab 20 Uhr auf 60 Prozent und ab 23 Uhr auf 40 Prozent gedimmt wurde. Die Erfahrungen mit dieser Massnahme waren ausschliesslich positiv, es gab keine Beschwerden aus der Bevölkerung. So entschied sich die Gemeinde, den nächsten Schritt zu machen. «Vor der Einführung der kompletten Abschaltung in der ganzen Gemeinde führten wir einen mehrmonatigen Versuchsbetrieb im Ortsteil Ringlikon durch», erklärt Bodo. «Dazu gab es nur vereinzelt negative Rückmeldungen, sodass einer gemeindeweiten Einführung nichts im Weg stand.» «Wir konnten die Stromkosten senken, tun etwas Gutes für die Umwelt und bieten der Bevölkerung weiterhin eine gute Lichtversorgung.» David Bodo, Leiter Tiefbau der Gemeinde Uitikon (ZH) Seit Anfang 2023 wird die Nachtabschaltung als wichtigstes Element des neuen Lichtkonzepts in der gesamten Gemeinde umgesetzt. Die öffentliche Beleuchtung wird von Sonntag bis Donnerstag zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens ausgeschaltet, am Freitag und Samstag von ein Uhr nachts bis fünf Uhr morgens. Nebst einigen kritischen Stimmen gab es auch positive Resonanz, weil nun weniger Lichtverschmutzung anfällt. «Gemäss unseren Hochrechnungen beträgt die Stromeinsparung durch diese Massnahme rund ein Drittel», erklärt EKZ-Experte Haller. «Zudem haben die reduzierten nächtlichen Lichtemissionen einen positiven Einfluss auf die Ökologie, beispielsweise auf nachtaktive Tierarten.» Die fortschreitende Umstellung auf LED ermögliche künftig in Kombination mit der intelligenten Lichtsteuerung eine weitere Reduktion des Stromverbrauchs für die Beleuchtung. Das Fazit von David Bodo ein Jahr nach der Umsetzung des Lichtkonzepts fällt daher sehr positiv aus: «Wir konnten die Stromkosten senken, tun etwas Gutes für die Umwelt und bieten der Bevölkerung weiterhin eine gute öffentliche Lichtversorgung.» Die Gemeinde Uitikon sei froh, dass sie das Konzept erarbeiten liess – es werde auch künftig eine wichtige Planungsgrundlage sein, ist Bodo überzeugt. Remo Bürgi

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