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  • 5 | 2022 1
Aktive Filter: Kategorie: Raumplanung und Verkehr Autor: Fabio Pacozzi Ausgabe: 5 | 2022 Alle Filter entfernen
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Nyon bereitet den Boden für ein «Ecoquartier»

Im Norden von Nyon, im Gebiet Le Stand, entsteht zurzeit das erste Ecoquartier der Stadt. Das «Ecoquartier du Stand» zeigt exemplarisch auf, wie Gemeinden ihren Boden mit der Vergabe von Baurechten nutzbringend bewirtschaften können. «Nyon besitzt nur wenig eigenen Boden», sagt Stadträtin Stéphanie Schmutz. «Das führt dazu, dass wir bezüglich Wohnangebot in einer schwierigen Situation sind.» Die Gemeinde liegt im Grossraum Genf. Viele Leute seien auf Wohnungssuche, die Mietpreise in der Region dementsprechend hoch. Dem will Nyons Stadtrat entgegenwirken. Vor gut zehn Jahren hat die Gemeinde deshalb einen Wettbewerb lanciert, um das Gebiet Le Stand zu überbauen. Durchgesetzt hat sich die «Coopérative de l’habitat associatif», kurz CODHA. Die Genossenschaft erhielt den Boden von der Gemeinde Nyon für 99 Jahre im Baurecht. Mittlerweile hat die CODHA das «Ecoquartier du Stand» praktisch realisiert. Viele Bewohnerinnen und Bewohner sind bereits eingezogen; bis Juni soll das genossenschaftliche Bauprojekt definitiv abgeschlossen werden. Das Ecoquartier beherbergt in drei Gebäuden gesamthaft 131 Mieteinheiten, die praktisch alle bereits vermietet werden konnten. Bei den meisten handelt es sich naturgemäss um Wohnungen – aber es gibt auch eine Kinderkrippe mit 44 Plätzen, einen Musikraum, einen Hauswirtschaftsraum, ebenso einen Raum für Kinder und Jugendliche. Ein grosszügiger Gemüsegarten, Dachterrassen sowie Pergolen und ein Carsharing runden das Angebot des Ecoquartiers ab. Typisch für das genossenschaftliche Wohnen ist dabei, dass die Mieten grundsätzlich unter den üblichen Marktpreisen liegen. Ein Teil der Mieteinheiten wird von Kanton und Gemeinden subventioniert, für einen anderen Teil übernimmt die öffentliche Hand eine Solidarbürgschaft. Dieses Modell garantiere eine soziale und generationenübergreifende Durchmischung in der kleinen «Stadt in der Stadt», sagt Stéphanie Schmutz. Vom genossenschaftlichen Bauprojekt profitieren aber nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner, sondern auch die Gemeinde Nyon. Durch die Projektvergabe im Baurecht konnte sie attraktiven Wohnraum schaffen, ohne auf die Eigentumsrechte ihres Bodens verzichten zu müssen. Fabio Pacozzi

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