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Der Rhythmus der Gemeinden

«Es gibt Tage, Monate, endlose Jahre, in denen fast nichts passiert. Es gibt Minuten und Sekunden, die eine ganze Welt enthalten.» Der französische Schriftsteller Jean d’Ormesson dachte bestimmt nicht an die Gemeinden, als er diese Sätze schrieb. Auch wenn sich dieses Zitat auf das Leben im Allgemeinen bezieht, so findet sich auch eine Analogie zu den Gemeinden. Nicht um zu sagen, dass in den Gemeinden während Jahren nichts passiert – ganz im Gegenteil! Doch häufig geht es in den Gemeinden darum, komplexe Projekte umzusetzen, und das braucht Zeit. Während mehrerer Monate, ja mehrerer Jahre wird überlegt, studiert, vorbereitet, angepasst, infrage gestellt. Schliesslich wird den Projekten der Feinschliff gegeben, bis sie bereit sind, um eine Abstimmung zu überstehen, entweder vor dem Parlament, der Gemeindeversammlung oder an der Urne. Der Rhythmus wird schneller: Zustimmung, eventuell Opposition und Umsetzung. Dieses letzte Stadium führt je nach Fall wieder zu einer Verlangsamung, denn die Konkretisierung von Projekten braucht manchmal viel Zeit. Die Gemeinde Bullet (VD) arbeitet schon sehr lange an mehreren wichtigen Projekten, die 2024 in eine neue Phase eintreten werden. Der kommunale Nutzungsplan, das Windparkprojekt, die Verwaltung des Wassernetzes und die Zukunft der Gemeindequelle werden höchstwahrscheinlich in diesem Jahr zur Abstimmung kommen, was ihnen einen grossen Schub verleihen oder sie aber auch bremsen wird. Unsere Gemeinden haben ihren ganz eigenen Rhythmus, der uns jeden Tag daran erinnert, uns anzupassen – mit Geduld und Flexibilität. Informationen: Website der Gemeinde Bullet: https://bullet.ch/ Maude Schreyer

4 Fragen zu Wünnewil-Flamatt (FR)

Gemeindepräsident Andreas Freiburghaus: Wir haben ein spezielles Wahrzeichen: die Autobahnbrücke, die sich seit 50 Jahren über das Dorf Flamatt (FR) spannt. Beim Bau wurde die Brücke damals sehr kontrovers diskutiert; heute ist sie akzeptiert. 2022 haben wir die Sanierung des Musikhauses abgeschlossen. Das denkmalgeschützte Gebäude war bis Mitte der 1990er-Jahre das Gemeindehaus und wurde danach zwischengenutzt. Nun haben wir es für 452 000 Franken saniert. Darin findet nun Musikunterricht des Konservatoriums Freiburg sowie der Pfarreimusik statt. Mit den Finanzen wird es in den nächsten Jahren eng. Die Steuereinnahmen stagnieren, aber die Ansprüche der Bevölkerung steigen. Es kann sein, dass wir die Steuern anpassen müssen, um die Ansprüche zu erfüllen. Wünnewil-Flamatt hat ein sehr gutes öV-Angebot mit drei Bahnhaltstellen. Unsere Lage in der Mitte zwischen Bern und Freiburg ist attraktiv. Zudem haben wir eine zeitgemässe, gut unterhaltene Infrastruktur: Sportplätze, Festsäle, aber auch ein gut ausgebautes Angebot für familienexterne Betreuung. «Unsere Gemeinde ist sehr ländlich in Wünnewil, jedoch sehr vorstädtisch in Flamatt.» Andreas Freiburghaus, Gemeindepräsident von Wünnewil-Flamatt (FR) Andreas Freiburghaus ist seit 2016 Gemeindepräsident von Wünnewil-Flamatt und in dieser Funktion zu 50 Prozent angestellt. Bis 2017 hat er einen Landwirtschaftsbetrieb geführt. Er sitzt seit 2021 für die FDP im Freiburger Grossen Rat. Zudem präsidiert er das Gesundheitsnetz Sense, arbeitet im landwirtschaftlichen Treuhandwesen und ist für die kantonale Behörde für Grundstückverkehr tätig. Für das nächste Gemeindeporträt hat er Romanshorn (TG) ausgewählt. Informationen: www.wuennewil-flamatt.ch Nadja Sutter

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