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Aktive Filter: Kategorie: Kolumne Autor: Maude Schreyer Alle Filter entfernen
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Die Jagd auf Abfälle

Der Frühling kommt, der Schnee schmilzt, die ersten Blumen fangen an zu blühen … und die Abfälle, die während der Wintermonate achtlos in die Natur geworfen wurden, tauchen auf. So sieht es jedenfalls in der Tourismusregion im Waadtländer Jura aus, sobald die kalte Jahreszeit zu Ende geht. Aber wie in vielen anderen Gemeinden auch, lässt man in der Gemeinde Bullet den Abfall nicht gern in der wunderschönen Natur liegen. Also machen sich die Einwohnerinnen und Einwohner auf zur Jagd auf die Abfälle, sobald es das Wetter zulässt. Ein Paar Handschuhe, ein Abfallsack und Motivation: Das ist alles, was es für einen guten Frühlingsputz braucht. Seit mehreren Jahren organisiert die Gemeinde jeweils Anfang April den Anlass «Coup de balai» («Einmal durchfegen»). Die traditionelle Abfallsammelaktion vereint jedes Jahr rund 40 Personen, die sich auf das ganze Gemeindegebiet verteilen. Ist die vormittägliche Aktion beendet, offeriert die Gemeinde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Mittagessen. Während dieser Sammelaktion wird so einiges gefunden. Manchmal ein Kochtopf, oft Zigarettenstummel, Flaschen, Dosen und Papierfetzchen, die aus Jackentaschen weggeflogen sind. Mit viel Glück finden sich auch schöne Morcheln am Wegrand! Aber der Anlass hat nicht nur zum Ziel, dass man – bei manchmal eher schlechtem Wetter – auf der Suche nach Abfällen durch die Gemeinde marschiert. Er ist auch ein Tag der Begegnung, der Geselligkeit und des Austausches und häufig die Gelegenheit, neue Einwohnerinnen und Einwohner kennenzulernen. Maude Schreyer

Jahresende heisst Budgetzeit

Die Vorbereitung des Budgets einer Gemeinde kann einem Drahtseilakt gleichen. Auf einem schmalen Grat zwischen Ausgaben und Einnahmen bereiten die Gemeindeexekutiven das kommende Jahr vor, legen Ziele fest und bestimmen die Mittel, mit denen diese erreicht werden sollen. Einige Budgetposten lassen wenig Raum für Kreativität oder Fantasie – wenn man denn die Gemeindefinanzen mit diesen Worten beschreiben will. Zum Beispiel die Kosten der Verwaltung: Selbst im Zeitalter der Digitalisierung wird noch Papier verwendet. Diese Kosten mögen zwar sinken, aber sie sind da, und man muss damit zurechtkommen. Der Budgetspielraum wird passabel erweitert, wenn das Gemeindevermögen betroffen ist: Instandhaltung von Gebäuden, Strassen, Grünflächen, Wäldern. Ebenso kann eine Gemeinde Unterstützung für Kultur und Sport oder Freizeitangebote gewähren. Die Flexibilität, die sich scheinbar bei der Aufstellung des Budgets bietet, ist jedoch an eine unabdingbare Voraussetzung geknüpft: die finanziellen Einnahmen. Zwar nehmen alle Gemeinden Steuern ein, doch gibt es erhebliche Unterschiede zwischen ihnen, zum Beispiel je nach Anzahl der Steuerzahler oder der Vitalität des Wirtschaftsstandorts. Die grosse Frage stellt sich, wenn die Gemeinde ausser den Steuern keine weiteren Einnahmequellen hat. Dann muss man umso mehr den Seiltänzer spielen und die Beträge, die jedem Ressort und jedem Posten zugewiesen werden, ausbalancieren. Hier kommen politische Grundsätze ins Spiel. Jeder legt seine Bedürfnisse und Wünsche auf die Balancestange des Seiltänzers, der nur eine Aufgabe hat: das andere Ende des Seils zu erreichen und dabei das Gleichgewicht zu halten. Maude Schreyer

Den Laden am Laufen halten

Das reibungslose Funktionieren einer Gemeinde hängt von vielen Faktoren ab: unter anderem von einer klaren politischen Vision, stabilen Finanzen und einer gut funktionierenden Infrastruktur. Damit es in der Gemeinde rundläuft, braucht es jedoch ein besonders wichtiges Element: das Gemeindepersonal. Denn während die Zusammensetzung der Exekutive mehr oder weniger häufig wechselt, hängt die langfristige Stabilität der Gemeinde zum grössten Teil von der Gemeindeverwaltung und damit von den Angestellten ab. So sorgt die Gemeindeschreiberin für einen reibungslosen Übergang zwischen den Legislaturperioden, sie weiss um die Historie der Dossiers. Die Kassierin kennt die Finanzen in- und auswendig. Der Leiter des technischen Dienstes organisiert die gesamte Organisation der Arbeit vor Ort. Der Verantwortliche für das Wassernetz, der Forst- und Holzarbeiter und ein weiterer vielseitig einsetzbarer Angestellter arbeiten am nachhaltigen Management der Gemeinde. Das Vertrauensverhältnis zwischen der Exekutive und dem Gemeindepersonal fördert ein ruhiges Arbeitsklima, das ein reibungsloses Funktionieren der Gemeinde begünstigt. Bullet ist zwar das Beispiel einer kleinen Gemeinde, doch die Mitarbeitenden sind oftmals das lebende Gedächtnis einer Gemeinde, unabhängig von ihrer Grösse. Heutzutage herrscht ein Fachkräftemangel, und manchmal ist es schwierig, bestimmte Stellen zu besetzen. Gute Rahmenbedingungen zu schaffen, ist deshalb wichtiger denn je, um die Fähigkeiten jeder und jedes Einzelnen zu fördern und eine gesunde und nachhaltige Verwaltung der Gemeinde zu gewährleisten. Maude Schreyer

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