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4 Fragen zu Zofingen, Kanton Aargau

«Unser jährliches Kinderfest zeigt: Die Jugend ist Zofingen sehr wichtig.» Christiane Guyer, Stadtpräsidentin von Zofingen Christiane Guyer ist seit 2022 Stadtpräsidentin im Vollamt von Zofingen – die erste Frau in diesem Amt in der 823-jährigen Geschichte der Stadt. Zuvor war sie ab 2010 Stadträtin. Die Biologin hatte vor ihrer Wahl beim Kanton Luzern eine Führungsposition in der Dienststelle Landwirtschaft und Wald inne. Als nächste zu porträtierende Gemeinde hat sie Perroy (VD) ausgesucht, die Partnergemeinde von Zofingen.

Gemeinderanking: Mümliswil-Ramiswil schlägt zurück

Etwas enttäuscht war der Gemeinderat vom Mümliswil-Ramiswil (SO) ja schon, als das diesjährige Gemeinderanking der «Handelszeitung» Mitte September publik wurde. Mümliswil-Ramiswil lag nämlich nicht mehr auf dem letzten Platz wie in den Jahren zuvor, sondern auf Rang 935 von 954. «Wir wissen nicht, woran das liegt», sagt Vizegemeindepräsident Rolf Jeggli. «Entweder sind wir besser geworden oder die anderen Gemeinden viel schlechter», witzelt sein Gemeinderatskollege Beat Siegrist. Die «Handelszeitung» erstellt jedes Jahr ein Ranking aller Schweizer Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnerinnen und Einwohnern, was knapp 1000 Gemeinden entspricht. Kriterien sind unter anderem die Immobilienpreise, die Höhe der Steuern, die Sicherheit und die Lage der Gemeinden, das Angebot an Schulen, Betreuungseinrichtungen sowie Einkaufsmöglichkeiten. Meggen (LU) führt das Gemeinderanking 2024 an. Auf den vorderen Plätzen finden sich vornehmlich Gemeinden aus der Innerschweiz und dem Kanton Zürich mit Seeanstoss. Schlusslicht ist 2024 Val-de-Travers im Neuenburger Jura. Das Gemeinderanking ist in Mümliswil-Ramiswil in den letzten Jahren zu einer Art Running Gag geworden. «Klar war es etwas deprimierend, als wir das erste Mal Schlusslicht waren», sagt Vizegemeindepräsident Jeggli. Mittlerweile nehme man die Sache aber mit Humor. Und immerhin: Die Gemeinde erhielt viel mediale Aufmerksamkeit, von einem Porträt im nationalen Fernsehen bis hin zu einer TikTok-Kampagne. Die flächenmässig grösste Gemeinde des Kantons Solothurn hat trotz der schlechten Bewertung einiges zu bieten. Sie liegt hinter zwei Juraketten in einem eigenen Tal, aus dem der Scheltenpass und der Passwang hinausführen – diese sind bei Töff- und Velofahrerinnen und -fahrern beliebt. Und auch der Bevölkerung gefällt es ganz gut da. Das zeigt eine Umfrage, welche die Gemeinde dieses Jahr zusammen mit einem professionellen Institut durchgeführt hat. «Wir wollten wissen, was eigentlich die Einwohnerinnen und Einwohner selbst über unsere Gemeinde denken», sagt Gemeinderat Beat Siegrist. «Ihre Meinung zählt schliesslich, für sie setzen wir uns ein», fügt Rolf Jeggli hinzu. Von den knapp 2500 Einwohnerinnen und Einwohnern antworteten mehr als 500 quer durch alle Altersschichten, was einem sehr guten Rücklauf entspricht. Die Bevölkerung lobte dabei vor allem das Freizeit- und Kulturangebot. In der Gemeinde sind mehr als 50 Vereine aktiv, die immer wieder grössere Feste organisieren, an denen alle mit anpacken – wie zuletzt etwa beim kantonalen Musikfest. «Wenn hier in der Region ein grösserer Anlass stattfinden soll, heisst es: Machen wir es in Mümliswil, die können das», sagt Beat Siegrist. Das Hallenbad und die eigene Primarschule dürften ein Grund sein, weshalb die Einwohnerinnen und Einwohner die Gemeinde als familienfreundlich empfinden. Die Bevölkerung lobt auch die Gemeindeverwaltung. Rolf Jeggli sagt dazu: «Die Verwaltung ist sehr flexibel und nimmt auch einmal Anliegen ausserhalb der Öffnungszeiten entgegen. Diese Nähe schätzen die Menschen hier sehr.» «Wir wollten wissen, was eigentlich die Einwohnerinnen und Einwohner selbst über unsere Gemeinde denken.» Beat Siegrist, Gemeinderat Mümliswil-Ramiswil Trotzdem gab es auch einige Kritikpunkte: Etwa dass das Einkaufs- und Dienstleistungsangebot zu wünschen übrig lasse. Der Gemeinderat erklärt sich dies damit, dass in den letzten Jahren gleich mehrere Läden geschlossen haben und die Post ihre eigene Filiale aufgab. Dennoch gibt es noch einen Supermarkt und ein paar weitere Läden in der Gemeinde. Auch den Bereich Leben im Alter und Mobilität bewerten die Mümliswilerinnen und Mümliswiler nicht besonders gut, ebenso wie die wirtschaftliche Attraktivität – was mit den eher hohen Steuern zusammenhängen könnte. Einige Anliegen der Bevölkerung hat die Gemeinde bereits seit Längerem auf dem Schirm, und eine Verbesserung ist bereits geplant. So soll in der Nähe des Dorfkerns eine neue Überbauung mit Wohnungen entstehen, die insbesondere für die ältere Bevölkerung attraktiv sein werden. Allerdings sind aufgrund der Befragung nun keine konkreten Projekte entstanden. Aber, so Rolf Jeggli und Beat Siegrist, der Gemeinderat werde bei seiner Arbeit und in seinen Entscheiden künftig die Rückmeldungen der Bevölkerung miteinbeziehen. Was die beiden betonen: Die grosse Mehrheit der Einwohnerinnen und Einwohner denkt nicht darüber nach umzuziehen. «Das spricht dafür, dass es diesen Menschen hier gut gefällt», sagt Beat Siegrist. Tatsächlich dürfte für eine Familie mit begrenztem Budget, die ein ruhiges Haus im Grünen sucht, Mümliswil-Ramiswil die bessere Wahl sein als das teure Meggen. Gemeinderanking hin oder her. Nadja Sutter

25 Jahre VBLG: ein starkes Sprachrohr für die Baselbieter Gemeinden

Der Verband Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG) wurde am 16. September 1999 im «Bad Bubendorf» ins Leben gerufen, um die Interessen der Gemeinden des Kantons Basel-Landschaft zu vertreten und ihre Anliegen gebündelt gegenüber dem Kanton zu präsentieren. Aus der früher gegründeten Interessengemeinschaft basellandschaftlicher Gemeinden entstand der VBLG. Mit der Gründung des VBLG wurde eine Plattform geschaffen, die es den Gemeinden ermöglicht, ihre Autonomie und Unabhängigkeit zu bewahren und gleichzeitig in einem strukturierten Rahmen mit dem Kanton zusammenzuarbeiten. Der erste Präsident des VBLG, Peter Meschberger, erinnert sich: «Es war nicht einfach, den Regierungsrat von Anfang an für die Anliegen der Gemeinden zu gewinnen. Doch wir haben es geschafft, dass der Verband als wichtiger Partner wahrgenommen wurde.» Die ersten fünf Jahre waren geprägt von intensiven Verhandlungen, aber auch von zunehmender Anerkennung seitens der kantonalen Behörden. «Der VBLG hat es geschafft, dass der Verband als wichtiger Partner wahrgenommen wurde.» Peter Meschberger, Präsident VBLG 1999–2004 Im Jahr 2012 setzte der VBLG ein weiteres Zeichen mit der Verabschiedung der Charta von Muttenz. Diese Charta stellt einen bedeutenden Schritt in der Weiterentwicklung der Gemeindeautonomie dar und fordert mehr Handlungsspielraum für die Baselbieter Gemeinden. Sie war das Resultat intensiver Diskussionen und wurde in enger Zusammenarbeit zwischen Gemeinden unterschiedlicher Grösse erarbeitet. Die damalige Präsidentin, Myrta Stohler, betont: «Diese Charta stärkt die Rolle der Gemeinden.» Durch die Charta wurde den Gemeinden mehr Autonomie in Entscheidungsprozessen eingeräumt, was ihnen erlaubte, flexibler und effizienter auf lokale Herausforderungen zu reagieren. Ein zentrales Anliegen des VBLG war von Beginn an die Verankerung der Grundprinzipien der Subsidiarität, der fiskalischen Äquivalenz und der Gemeindeautonomie in der Kantonsverfassung. Diese Bemühungen führten zu einem bedeutenden Erfolg: zur Einführung des neuen § 47a in die Verfassung des Kantons Basel-Landschaft. Diese Verfassungsänderung stärkte die Unabhängigkeit der Gemeinden und sicherte ihnen eine wichtige Rolle in der kantonalen Politik. VAGS – Verfassungsauftrag Gemeindestärkung – wurde danach zum projektbezogenen Instrument für diese neue Zusammenarbeit. Damit war erreicht, dass die Gemeinden nicht erst im Rahmen einer Vernehmlassung zu sie betreffenden Erlassen Stellung nehmen, sondern an entsprechenden Gesetzes- oder Verordnungsänderungen ganz am Anfang paritätisch mitwirken können. In den vergangenen Jahren stand der VBLG vor neuen Herausforderungen. Die durch die Vermögenssteuerreform verursachten finanziellen Verluste der Gemeinden waren ein grosses Thema. Regula Meschberger, die aktuelle Präsidentin, hebt hervor: «Es war uns ein Anliegen, die Verluste der Gemeinden durch die Vermögenssteuerreform zu kompensieren. Der VBLG hat massgeblich dazu beigetragen, dass der Kanton die Gemeinden mit zehn Millionen Franken unterstützt.» Diese erfolgreiche Verhandlung war ein Beweis für die konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem Verband und dem Regierungsrat, die bis heute eine der tragenden Säulen der Arbeit des VBLG ist. Doch nicht nur externe Herausforderungen wie die Steuergesetzgebung fordern den VBLG. Auch intern musste der Verband sich neu aufstellen und neue Perspektiven entwickeln, um den veränderten Bedingungen gerecht zu werden. Steigende Baukosten, der demografische Wandel sowie Veränderungen im Steuersubstrat sind nur einige der Themen, mit denen sich die Gemeinden auseinandersetzen müssen. Nebst der Interessenvertretung gegenüber Kanton und Bund bietet der VBLG auch zahlreiche Services wie Infoveranstaltungen, Stellungnahmen bei Vernehmlassungen, Seminare oder Musterreglemente. Alle 86 Gemeinden im Kanton sind Mitglied des VBLG. Matthias Gysin, der Geschäftsführer des VBLG, ist optimistisch, dass der Verband auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird. «Wir werden die Gemeinden weiterhin aktiv unterstützen, ob in der Digitalisierung, im Bereich Bildung oder bei der Zusammenarbeit mit dem Kanton. Der VBLG bleibt dran!», so Gysin. Für die kommenden Jahre plant der Verband eine intensivere Kooperation zwischen den Gemeinden und verstärkte Bildungs- und Informationsangebote, um alle Mitglieder bestmöglich auf die zukünftigen Aufgaben vorzubereiten. Nicole Bell

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