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Aktive Filter: Kategorie: Energie und Umwelt Autor: Viviane Pfister Alle Filter entfernen
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So gelingt erfolgreiche Recyclingkommunikation in Gemeinden

Die kommunale Abfallwirtschaft funktioniert nur dann effizient, wenn die Bevölkerung weiss, was, wo und wie entsorgt werden kann. Kommunikation ist deshalb weit mehr als die Bekanntgabe von Sammelterminen. Sie schafft Verständnis, beantwortet Fragen und sensibilisiert für ein korrektes Recyclingverhalten. Gleichzeitig stärkt sie das Vertrauen in die Dienstleistungen der Gemeinde. Wie wichtig Gemeinden als Informationsquelle sind, bestätigt auch die repräsentative Swiss-Recycle-Bevölkerungsumfrage 2022. Neben Recycling- beziehungsweise Entsorgungskalendern werden Gemeinden auch direkt von der Bevölkerung als wichtigste Informationsquelle zum Thema Recycling genannt. Dies unterstreicht die Verantwortung der Gemeinden, Informationen verständlich, aktuell und möglichst niederschwellig bereitzustellen. Ein Recyclingkalender erfüllt seinen Zweck nur dann, wenn Informationen schnell gefunden und richtig verstanden werden. Die Gemeinde Meilen (ZH) beispielsweise setzt auf eine klare Gliederung, gut strukturierte Tabellen sowie eine intuitive Gestaltung. Ergänzt wird dies durch einheitliche Piktogramme und eine reduzierte Informationsdichte pro Seite. Auch die Stadt Lausanne (VD) zeigt, wie eine klare visuelle Struktur mit Farbcodierungen und Symbolen komplexe Entsorgungsinformationen zugänglich macht. Beide Beispiele verdeutlichen, dass eine gut gestaltete Informationsarchitektur die Benutzerfreundlichkeit erhöht, Fragen reduziert und korrektes Recycling fördert. Die Gestaltung des Recyclingkalenders trägt damit wesentlich dazu bei, dass Informationen im Alltag tatsächlich genutzt werden. Weitere Tipps zur Gestaltung von Recyclingkalendern hat Swiss Recycle unter swissrecycle.ch/recyclingkalender zusammengetragen. Ein einzelner Kommunikationskanal genügt heute kaum noch. Erfolgreiche Gemeinden kombinieren Print- und Onlineangebote zur Kommunikation. Die Stadt Wädenswil (ZH) verbindet den klassischen Entsorgungskalender mit ihrer Website entsorgungwaedenswil.ch , die filterbare Entsorgungstermine, ein Abfalllexikon oder auch den Zugriff auf einen kostenlosen SMS-Erinnerungsdienst enthält. So erhalten Einwohnerinnen und Einwohner unabhängig vom bevorzugten Kanal jederzeit Zugang zu den relevanten Informationen. Ein ebenso gelungenes Beispiel bietet die Stadt Nyon (VD). Der gedruckte Abfallkalender wird durch eine übersichtliche Website ergänzt. Diese umfasst unter anderem ein A–Z-Entsorgungslexikon («Abécédaire du tri»), eine interaktive Karte der Sammel- und Wiederverwendungsstellen sowie digitale Dienstleistungen wie die Online-Anmeldung für die Sperrgutabholung. So finden Einwohnerinnen und Einwohner unabhängig vom gewählten Kanal rasch die gewünschten Informationen. Gerade in Gemeinden mit einer internationalen Bevölkerung lohnt sich auch eine mehrsprachige Kommunikation. Die Stadt Dübendorf (ZH) zeigt mit einer Übersetzungsübersicht im Recyclingkalender , wie Informationen einfach in verschiedene Sprachen zugänglich gemacht werden können. Ergänzend setzen erste Schweizer Gemeinden wie Morges (VD), Hochdorf (LU) oder Mendrisio (TI) auf KI-gestützte Chatbots, die Fragen der Bevölkerung auch in verschiedenen Sprachen beantworten können. Solche Lösungen können insbesondere bei häufigen Fragen rund um Sammelstellen, Öffnungszeiten oder Entsorgungswege eine wertvolle Ergänzung zur klassischen Gemeindekommunikation sein. Barrierefreiheit wird auch in der Recyclingkommunikation immer wichtiger. Die Stadt Bern stellt Informationsvideos mit Gebärdensprache zur Verfügung und erleichtert damit gehörlosen Menschen den Zugang zu wichtigen Informationen. Regensdorf (ZH) ergänzt dies mit einem barrierefrei gestalteten Recyclingkalender. Gut lesbare Schriftgrössen, klare Strukturen und eine einfache Navigation sorgen dafür, dass möglichst viele Menschen die Informationen selbstständig nutzen können. Die Beispiele zeigen: Erfolgreiche Recyclingkommunikation ist verständlich, zielgruppengerecht und kanalübergreifend. Mehrsprachigkeit, Barrierefreiheit, digitale Angebote und eine klare Gestaltung erleichtern den Zugang zu Informationen und fördern korrektes Recycling. Viviane Pfister

Wie verändern politische Rahmenbedingungen und KI die Recyclingbranche?

Der Recyclingkongress 2026 von Swiss Recycle und dem Schweizerischen Verband Kommunale Infrastruktur (SVKI) versammelt erneut die wichtigsten Akteurinnen und Akteure der Schweizer Recycling- und Entsorgungsbranche. Der etablierte Branchentreff bietet Orientierung in einer Zeit, in der sich politische Vorgaben, technologische Möglichkeiten und gesellschaftliche Erwartungen rasch weiterentwickeln. Im Zentrum der Ausgabe 2026 stehen zwei Themenfelder, die den Dialog der Branche prägen: politische Rahmenbedingungen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft und der praktische Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Branche. Zudem wird anhand von Fachreferaten ein Blick auf aktuelle Herausforderungen im Markt geworfen und neuen Innovationen eine Plattform geboten. Die Revision des Umweltschutzgesetzes (USG) und verschiedene laufende Regulierungsentwicklungen auf europäischer Ebene setzen neue Leitplanken für Ressourcenschutz und Abfallwirtschaft. Im Eröffnungsinput ordnet Christiane Wermeille vom Bundesamt für Umwelt die kommenden politischen Vorgaben ein und zeigt auf, welche neuen Verpflichtungen und Chancen auf die Branche zukommen. Besonderen Raum erhält im Anschluss die Podiumsdiskussion «Vorbereitung zur Wiederverwendung», die am konkreten Beispiel der Elektroaltgeräte die Herausforderungen aufzeigt, die sich bei Sammlung, Sortierung und Reparierbarkeit ergeben. Vertretende entlang der gesamten Wertschöpfungskette diskutieren, wie bestehende Prozesse angepasst werden müssen und welche Infrastruktur es braucht, um Wiederverwendung in der Praxis zu stärken. Auch die europäische Entwicklung – insbesondere die Ausweitung der Reparaturpflicht und die Ökodesign-Verordnungen im Bereich Reparierbarkeit – wird in diesem Kontext von Wojtek Sitarz von der Europäischen Kommission beleuchtet und mit der Situation in der Schweiz verglichen. Ein zweiter Schwerpunkt richtet den Blick auf die Frage, wie weit die Digitalisierung und insbesondere die künstliche Intelligenz (KI) die Recyclingbranche bereits verändert haben. Vertreterinnen und Vertreter von Sortiertechnologie, Abfallbewirtschaftung und Forschung zeigen anhand konkreter Beispiele, wo KI heute schon eingesetzt wird – etwa bei der Erkennung von Fehlwürfen, der Optimierung von Sortierprozessen oder der datenbasierten Analyse von Stoffströmen. Im Podium diskutieren Fachpersonen, wie realistisch der Einsatz von KI in kleineren Betrieben ist, welche Investitionen nötig sind und welche Anwendungen tatsächlich einen Mehrwert bringen. Die Diskussion spannt den Bogen von bestehenden Pilotprojekten über praktische Hürden bis hin zur Frage, wie KI künftig helfen kann, Recyclingquoten zu steigern und Qualitätsschwankungen zu reduzieren. Ein Blick über die Landesgrenzen nach Deutschland ermöglicht zudem eine Einschätzung, wo die Schweiz im internationalen Vergleich steht – und wo sie technologisch noch aufholen kann. Im abschliessenden Teil des Kongresses rückt ein weiteres Kernthema der Branche ins Zentrum: die zunehmende Belastung von Grüngut durch Fremdstoffe. Im Expertengespräch diskutieren Fachpersonen wie Martin Leuenberger von der Leureko AG, wie die Branche mit steigenden Fremdstoffen umgeht und welche Massnahmen Wirkung zeigen. Den feierlichen Schlusspunkt setzt anschliessend die Verleihung des Circular Award, der innovative Projekte auszeichnet, die einen messbaren Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten. Von 23 Bewerbenden wurden die folgenden drei Projekte von einer Fachjury als Finalisten erkoren: «Textile Innovationen» – CLIMATEX AG «Zirkuläre Lithiumionenakkus» – Evolium Technologies SA «KIBECO Cleancrete Oulesse – zementfreier Beton» – KIBAG Das Publikum kürt den Gewinner oder die Gewinnerin direkt vor Ort – ein inspirierender Abschluss, der zeigt, wie vielfältig und praxisnah Innovationskraft in der Branche gelebt wird. Der Recyclingkongress 2026 bietet damit nicht nur fachliche Einordnung und konkrete Praxisbeispiele, sondern auch Raum für Austausch, Vernetzung und Inspiration. Weitere Infos zum Branchentreffpunkt finden Sie unter www.recyclingkongress.ch Viviane Pfister

Herausforderungen in der Siedlungsabfallwirtschaft

Kunststoffrecycling ist ein vielschichtiges und für viele Gemeinden zentrales Thema. Es nimmt daher auch viel Raum ein im Recyclingkongress, den der Schweizerische Verband Kommunale Infrastruktur (SVKI) zusammen mit Swiss Recycle am 26. Januar in Biel organisiert. Patrick Semadeni von Kunststoff.swiss wird am Kongress einerseits den aktuellen Stand sowie Innovationen rund um Kunststoffrecycling vorstellen, andererseits wird auch gezeigt, wo das ehrgeizige nationale Projekt «Sammlung 2025» momentan steht. Im Rahmen dieses Projekts arbeiten Organisationen entlang der ganzen Wertschöpfungskette an einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffverpackungen und Getränkekartons auf nationaler Ebene. Abgeschlossen wird der Themenblock mit einem hochkarätigen Podium. Gemeinsam mit Moderatorin Barbara Dubach, Geschäftsführerin engageability, erörtern Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft, von Gemeinden und Verbänden sowie aus der Industrie, welche Herausforderungen und Szenarien bei der Kreislaufschliessung von Kunststoffverpackungen auf uns zu kommen. Im weiteren Themenblock «Regulation/Kreislaufwirtschaft» präsentiert Rahel Galliker vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) einen Überblick über aktuelle politische Vorstösse in der Schweiz rund um Kreislaufwirtschaft. Anschliessend öffnen Heinz Böni von der Empa und Philipp Ischer vom Seco den Blick ins Ausland und zeigen auf, welche Innovationen in Sachen E-Waste-Recycling in Kolumbien im Gange sind. Im letzten Themenblock «Marktplatz/Trends» finden aktuelle Projekte wie die «Muster­stadt» der IGSU, die neue Branchenlösung rund um das Recycling von E-Zigaretten von Sens eRecycling oder ein kurzes, aber wichtiges Intermezzo rund um Brandverhütung auf Sammelstellen ihren Platz. Anschliessend gehört die Bühne ganz den drei Finalisten des Recycling-Awards 2024. Die innovativen Projekte «Reuse & Repair» vom Verein Pretty Good in Zusammenarbeit mit Entsorgung + Recycling Stadt Bern, «Matratzen-Recycling in der Schweiz» von der Matratzen-Allianz und «Creating a Sustainable Circular Economy for Plastics» von DePoly haben sich gegen 32 Konkurrentinnen und Konkurrenten durchgesetzt und kämpfen im Finale in Biel um die begehrte Auszeichnung. Nach drei kurzen Präsentationen wird per Publikumsvoting entschieden, wer das Rennen macht. Viviane Pfister, Janina Wolfsberger

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