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Betreuung im Alter: Für eine Finanzierung via Ergänzungsleistungen

Sicherzustellen, dass Menschen in Würde und selbstbestimmt alt werden können, ist für die Gemeinden und Städte ein zentrales Anliegen. Die meisten Menschen wollen so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben. Dafür braucht es neben einer wohnortnahen Versorgung und Pflege insbesondere auch bedarfsgerechte Betreuungs- und Unterstützungsleistungen sowie Angebote, die das soziale Miteinander fördern. Betreuung im Alter wird im Moment auf allen politischen Ebenen breit diskutiert, denn der Problemdruck nimmt zu. Die Zahl der betagten Menschen, die Betreuung benötigen, wird sich in den nächsten 20 bis 30 Jahren massiv erhöhen. Ein grosser Teil wird dabei nicht auf die Unterstützung von Angehörigen zurückgreifen können. Zudem können sich nicht alle Menschen eine gute Betreuung im Alter leisten. Weil das betreute Wohnen bei den EL bislang nicht anrechenbar ist, bleibt vielen Personen, die auf EL angewiesen sind, oftmals nur das Pflegeheim, trotz niedriger Pflegestufe. So entstehen Fehlanreize. «Die Alterspolitik ist im Wandel. Verschiedene Städte und Gemeinden haben Altersleitbilder und -strategien verabschiedet, die auch die Betreuung miteinbeziehen und diese strategisch verankern.» Claudia Kratochvil, Direktorin Schweizerischer Gemeindeverband Die Alterspolitik ist im Wandel. Verschiedene Städte und Gemeinden haben Altersleitbilder und -strategien verabschiedet, die auch die Betreuung miteinbeziehen und diese strategisch verankern. Die kommunale Ebene nimmt in der konkreten Planung und Umsetzung der Betreuung und Begleitung von älteren Menschen eine Schlüsselrolle ein. So schafft sie etwa eigene Angebote und investiert in die aufsuchende Altersarbeit wie in Aarau oder bietet mit Betreuungsgutsprachen (Stadt Bern) oder Gutscheinen (Luzern, Küssnacht [SZ]) eine Unterstützung. Mit der Förderung der Nachbarschaftshilfe und der Freiwilligenarbeit trägt sie zur Koordination der Akteure und Angebote vor Ort bei. Bei all diesen Bemühungen kommen die kommunalen Behörden aber an ihre Grenzen. Um im Bereich der Betreuung und insbesondere der Betreuungsfinanzierung eine flächendeckende Verbesserung zu erreichen, braucht es den Bund. Um das selbstbestimmte Wohnen von EL-Beziehenden zu fördern und unnötige, verfrühte und kostentreibende Heimeintritte zu verhindern, sollen Betreuungsleistungen künftig über die EL vergütet werden ( Geschäft 24.070 ). Der SGV begrüsst das Vorhaben und bringt sich für die Gemeinden in den parlamentarischen Prozess ein. Bereits im Juni 2024 lud der SGV zu einem Sessionsanlass mit dem Thema «Betreuung im Alter». Im Oktober nahm der SGV an der parlamentarischen Anhörung vor der nationalrätlichen Gesundheitskommission SGK-N Stellung zur Vorlage. Der SGV befürwortet, dass Betreuungsleistungen unabhängig von der Wohnform – im eigenen Zuhause oder in einer betreuten Institution – via EL vergütet werden sollen. Das ist ein zentrales Anliegen, weil sonst wieder neue Ungleichheiten und Finanzierungslücken entstehen. Wichtig ist auch, dass die Regelung gleichermassen für betagte und behinderte Menschen gilt, die Betreuung breit definiert wird und die Leistungen nicht an die Hilflosenentschädigung gekoppelt sind. Ein Betreuungsbedarf ergibt sich oftmals vor einer Hilflosigkeit. Und auch die Erwähnung des psychosozialen Aspekts von Betreuung bei den Bestimmungen zu den Leistungskategorien trägt diesem breiten Verständnis Rechnung. Schliesslich begrüsst der SGV, dass für die zusätzlichen Leistungskategorien Pauschalen vorgesehen sind und damit eine Vorfinanzierung entfällt, die gerade für Menschen mit knappen Mitteln eine grosse Hürde darstellen würde. «Auf alle Staatsebenen kommen in den nächsten Jahren zusätzliche Aufgaben und Kosten zu, weshalb auch der Bund Verantwortung bei diesem Thema übernehmen muss.» Claudia Kratochvil, Direktorin Schweizerischer Gemeindeverband Kritisch sieht der SGV hingegen, dass für die Finanzierung die Kantone und Gemeinden aufkommen sollen. Angesichts der demografischen Entwicklung müssen alle drei föderalen Ebenen Verantwortung bei diesem Thema übernehmen. Auf alle kommen in den nächsten Jahren zusätzliche Aufgaben und Kosten zu. Die Städte und Gemeinden finanzieren die EL heute bereits in elf Kantonen wesentlich mit. Mindestens der Mietzinszuschlag für eine altersgerechte Wohnung muss daher in die jährlichen EL aufgenommen werden. Der Nationalrat hat im Dezember 2024 Ja gesagt zur Vorlage und zusätzliche für die Gemeinden wichtige Elemente beim Leistungsbeschrieb (psychosozialer Aspekt) und bei der Finanzierung (flexible Pauschale) aufgenommen. Um flächendeckend bei der Betreuungsfinanzierung eine Verbesserung zu erreichen, braucht es diese Bundesvorlage. Das Parlament hat einen wichtigen Hebel, um die Rahmenbedingungen für eine schweizweite Finanzierung des betreuten Wohnens festzulegen. Der Ständerat entscheidet in der Frühlingssession 2025. Claudia Kratochvil

Visp erleichtert den Schuleintritt

Der bedeutende Industriestandort Visp (VS), zu der unter anderem das Unternehmen Lonza gehört, erfährt seit einigen Jahren einen Migrationsboom. Für Familien mit Migrationshintergrund kann der Eintritt in die Schule eine Herausforderung darstellen. Das hat Laetitia Heinzmann Bellwald, Heilpädagogin in Visp, festgestellt und 2018 das Projekt «Chancenannäherung durch begleiteten Schuleinstieg» ins Leben gerufen. Sechs Monate lang können Kinder diesen «Minikindergarten» besuchen, der spielerisch und interaktiv aufgebaut ist. Ziel ist es, sie auf den Schuleintritt vorzubereiten und die Chancengleichheit zu fördern. Dieses kostenlose Angebot erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Das innovative Modell wird von der Gemeinde Visp unterstützt und weckt auch das Interesse anderer Gemeinden in der Schweiz. Es wurde mit dem Frühförderungspreis für Schweizer Berggebiete der Pestalozzi-Stiftung 2024 ausgezeichnet. Julia Rippstein

Zwei Familien, die sich gefunden haben

Anna Meier* hat gerade verschiedene Packungen mit Getreide aus der Küche geholt: Haferkleie, Buchweizen und Dinkel. Gemeinsam mit Nina* versucht sie, das deutsche Wort für ein ukrainisches Getreidegericht herauszufinden. Es gelingt ihnen nicht restlos – aber man sieht beiden an, dass ihnen das Fachsimpeln über die Sprache Freude macht. Sie sprechen Französisch miteinander, eine Sprache, die die Familie Meier* gut beherrscht und Nina* an der Universität studiert hat. Die Ukrainerin wohnt mit ihrem Mann Igor* und den beiden Kindern seit Anfang März im obersten Stock des Hauses der Meiers* in Hagendorn (ZG). Ihren Nachnamen möchten die Geflüchteten lieber nicht in der «Schweizer Gemeinde» lesen. Aber sie erzählen von ihrer Reise in die Schweiz und dem Zusammenleben mit der Gastfamilie. Dass Nina* und Igor* in Hagendorn gelandet sind, ist reiner Zufall. Als Russland die Ukraine angriff, weilte Igor* für seine Arbeit im Ausland. Nina* und die Kinder reisten bald aus dem ostukrainischen Charkiw zu ihm, und über Umwege gelangten sie nach Norditalien zu Verwandten. Dort konnten sie jedoch nicht bleiben. Sie meldeten sich im nahe gelegenen Chiasso im Bundesasylzentrum an. Danach ging alles schnell. Nur gerade drei Tage war die Familie im Zentrum in Chiasso, bis sie an die Gastfamilie vermittelt worden war und zu ihr zog. Den Schutzstatus S erhielt sie innerhalb weniger Tage; die Kinder konnten bereits nach weniger als einer Woche im Kanton Zug zur Schule gehen. «Am Freitagmorgen haben wir das Formular in der Schule abgegeben, am Dienstag konnten die Kinder zur Schule gehen», erinnert sich Anna Meier*. Mittlerweile haben Nina* und Igor* Arbeit gefunden, über Freunde der Meiers*. Sie betreuen geflüchtete ukrainische Kinder mit Beeinträchtigungen an einer Schule in der Nähe. Nina* hat bereits in der Ukraine als Lehrerin für Kinder mit Beeinträchtigungen gearbeitet. «Ich bin sehr froh, dass wir arbeiten können», sagt sie. Für die Familie Meier* war rasch klar, dass sie sich als Gastfamilie zur Verfügung stellen möchte. «Der Krieg hat uns sehr bewegt», erzählt Anna Meier*. «Wir haben uns gesagt: Warum nicht, wir haben den Platz, um Geflüchtete aufzunehmen.» Die Meiers* haben zuvor bereits im Ausland gelebt, haben Erfahrungen mit WGs und gern Leute um sich. Die Familie registrierte sich bei Campax, einer Organisation, die mit der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zusammenarbeitet. Rund drei Wochen dauerte es, bis der Bescheid kam, dass eine passende Familie gefunden wurde. «Diese Zeit war gut, so konnten wir uns vorbereiten», sagt Anna Meier*. «Unsere Tochter hat mir gerade heute gesagt, dass sie es cool findet, andere Leute zu Hause zu haben», sagt Peter Meier*. Es passt auch, weil die Kinder von Nina* und Igor* im selben Alter sind wie die Kinder der Meiers* – während des Besuchs der «Schweizer Gemeinde» bemalen die beiden Töchter zusammen Vasen. Und auch die Eltern verstehen sich gut. «Nach dem ersten Abend habe ich zu meinem Mann gesagt: Das ist eine Familie genau wie wir, nur dass sie in Charkiw gelebt hat und wir hier. Es ist wirklich ein Glücksfall.» Ein Glücksfall war für die beiden Familien auch der Kontakt mit den Behörden. «Es ging alles sehr schnell und war relativ unkompliziert», sagt Anna Meier*. Die Familien erhielten nach wenigen Tagen Besuch von der Caritas Luzern, die im Kanton Zug Gastfamilien betreut. «In unserem Fall gibt es keine Probleme, aber es ist sicher gut, eine Ansprechperson ausserhalb der Familie zu haben, falls es zu Unstimmigkeiten kommen sollte.» Jetzt ergeben sich für die Familien aber neue Fragen. Wie ist es zum Beispiel mit den Versicherungen, jetzt wo Nina* und Igor* Arbeit gefunden haben? «Die Gemeinde Cham hat uns eben gerade eine konkrete Ansprechperson zugeteilt, und wir hoffen, dass sie uns dabei unterstützen kann», sagt Anna Meier*. Die beiden Familien schlossen im Vorfeld einen Vertrag zum Zusammenleben ab. Zu Konflikten kam es bisher aber kaum. «Wir sind Erwachsene und können miteinander sprechen», sagt Nina*. Anna Meier* fügt hinzu: «Wir lassen einander auch einfach machen.» Das sei wichtig, denn die Gewohnheiten sind teils doch anders. Gerade beim Essen, wie Nina* mit einem Lachen sagt. Die Ukrainerinnen und Ukrainer haben nicht viel für Schweizer Birchermüesli und Konfibrot zum Frühstück übrig. Bei ihnen isst man salzig am Morgen: zum Beispiel Reis oder Spaghetti. Anna Meier* hat angefangen, Ukrainisch zu lernen, um besser mit der Familie kommunizieren zu können. Bis sie nach einigen Wochen gemerkt hat: Nina* und Igor* sprechen gar nicht Ukrainisch, sondern Russisch miteinander. So wie viele Ukrainerinnen und Ukrainer aus dem Osten des Landes. Beide sprechen aber ebenfalls Ukrainisch – und Anna Meier* verfolgt ihre Sprachstudien vorerst weiter. Trotz der guten Zeit, welche die Familien miteinander verbringen: Nina* und Igor* möchten so bald wie möglich wieder nach Hause. «Wir haben eine Katze und einen Hund, aber die mussten wir bei meinen Eltern lassen, es wäre sonst zu kompliziert geworden», sagt Nina*. Und sie erinnert sich daran, dass sie noch zwei Christbäume in der Wohnung stehen hat. Sie lässt sie immer gerne lange stehen und wollte mit deren Entsorgung warten, bis Igor* aus dem Ausland zurückgekehrt war. Doch dann brach der Krieg aus. «Ich weiss wirklich nicht, in welchem Zustand wir unsere Wohnung antreffen werden, wenn wir zurückkommen», sagt sie. Nina* hält auch an ihrem Psychologiestudium fest. Wegen der Covid-Pandemie hat sie dieses bereits online begonnen und kann nun von der Schweiz aus damit weiterfahren. Die Professoren sind noch immer in Charkiw. «Manchmal höre ich bei einer Vorlesung Explosionen im Hintergrund», sagt sie. «Die Professoren sagen uns, wir sollen dranbleiben, wenn die Internetverbindung unterbricht. Sie haben ein Notfall-Wifi eingerichtet.» Sie fügt an: «Unsere Professoren sind die wahren Helden.» Sie ist überzeugt: Mit dem Krieg gibt es in der Ukraine einen grossen Bedarf an Psychologinnen und Psychologen. «Wir haben Projekte für die Zukunft. Aber momentan nehmen wir jeden Tag so, wie er kommt. Wir müssen uns immer wieder neu anpassen.» *Die Namen wurden auf Wunsch der Beteiligten nach der Veröffentlichung des Artikels anonymisiert. (17.12.2024) Nadja Sutter

Meyrin: Ausbildungsmöglichkeiten für alle

Wer eine Berufslehre oder andere Ausbildung, eine Weiterbildung oder Umschulung machen will oder eine Stelle sucht, kann sich in der Genfer Gemeinde Meyrin an verschiedene Institutionen wenden. Das «Centre associé Cité des Métiers» ist eine davon. «Die Cité des Métiers hat zum Ziel, das gesamte Informations- und Beratungsangebot zu Berufsberatung, Aus- oder Weiterbildung, Integration und Beschäftigung an einem Ort zu vereinen», sagt Tamara Hautlé, die Koordinatorin des Zentrums. Die Beratungen sind gratis und für alle zugänglich, die im Kanton Genf wohnen oder Steuern bezahlen. «Die Idee ist, lokale Dienstleistungen anzubieten und die Partnerschaft mit den Eingliederungsstrukturen, Sozialdiensten und Schulen in der Region zu fördern», führt Hautlé aus. Das Zentrum untersteht dem kantonalen Berufsbildungsamt (l’Office pour l’orientation, la formation professionnelle et continue [OFPC]). Der Hauptstandort der Cité des Métiers befindet sich in der Stadt Genf, ein weiteres assoziiertes Zentrum gibt es in Onex. Das Zentrum in Meyrin ist an Wochentagen ohne Voranmeldung jeweils nachmittags geöffnet. Hier erhält man erste Informationen und kann Unterlagen zu zahlreichen Berufen ausleihen. Es gibt auch Workshops, etwa zum Erstellen eines Bewerbungsdossiers für eine Berufslehre. Oder man kann einen Termin für eine Berufsberatung vereinbaren. Für Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren, die ihre Ausbildung abgebrochen haben, bietet das Zentrum unter anderem die Leistung Tremplin-Jeunes (Sprungbrett für Jugendliche) an. Als Psychologin und Berufsberaterin unterstützt Loredana Bruno in diesem Rahmen Jugendliche beim Erarbeiten und Umsetzen eines Projekts. «Das Ziel ist es, diese jungen Erwachsenen bei der Wiederaufnahme einer Ausbildung zu begleiten», erklärt sie. Manche Jugendliche wissen nicht, was sie tun wollen. In diesem Fall werden sie dabei unterstützt, ein Projekt zu entwickeln und etwa bei einem Praktikum zu schauen, ob sich die Wahl als richtig erweist. Für Praktika kann sich Loredana Bruno an die in Meyrin ansässige Organisation Transit wenden, die auch kleine Jobs für junge Ausbildungsabbrecher organisiert, die in der Gemeinde wohnen. Es können auch Massnahmen ausserhalb der Gemeinde vorgeschlagen werden, bei denen die Jugendlichen durch Sport, Kunst oder andere Aktivitäten begleitet werden. «Dadurch können sie andere Erfahrungen als in der Schule sammeln und so ihr Selbstvertrauen stärken», erklärt die Psychologin. Manchmal werden auch andere Schwierigkeiten während der Begleitung beobachtet, die eine engere Zusammenarbeit mit den Familien und anderen Akteuren wie Sozialarbeitern, Ärzten oder Therapeuten erfordern. Loredana Bruno arbeitet mit der Gemeinde Meyrin zusammen, sei es mit Transit oder mit der Antenne Objectif Emploi (AOE). Während sie sich mit Fragen rund um den Berufswunsch einer Person befasst – Beschäftigungsfähigkeit, Ausbildungsmöglichkeiten und Karriereplanung –, unterstützt die AOE Arbeitsuchende zwischen 16 und 65 Jahren aus Meyrin oder der Nachbargemeinde Satigny. Véronique Spreter ist Schnittstellendelegierte für Unternehmen bei der AOE der Gemeinde Meyrin. Die AOE ist ein Ort der Beratung und Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung für alle Personen zwischen 16 und 65 Jahren mit Wohnsitz in Meyrin oder Satigny, die auf der Suche nach einem Arbeitsplatz oder einer Ausbildung sind. Zurzeit betreut die AOE gut 200 Personen. Die Gründe für eine Umschulung können vielfältig sein: gesundheitliche Probleme oder dass jemand mit kleinen Kindern abends nicht mehr arbeiten möchte. «Wir haben zum Beispiel eine Frau begleitet, die im Verkauf gearbeitet hat», erzählt Spreter. Nach zwei Praktika habe die Bewerberin eine Lehrstelle als Kauffrau gefunden. Spreter fragt Unternehmen auch für Praktikumsplätze an. Diese ermöglichen es Personen, die sich neu orientieren, Erfahrungen in einem Beruf zu sammeln und sich mit dem Arbeitsmarkt auseinanderzusetzen. Die AOE schickt beispielsweise Personen mit spezifischen Bildungsfragen an die Cité des Métiers in Meyrin. «Das Zentrum ist ein natürlicher Partner für uns», sagt Spreter. Die beiden Institutionen tauschen sich regelmässig aus, sie haben zudem gemeinsame Arbeitsgruppen und Projekte. So bereiten sie für den Frühling ein Job-Forum in Meyrin vor, damit Personen in einer Umschulung und Arbeitssuchende mit Unternehmen in Kontakt treten können. Annegret Mathari

«Die Schweiz erfindet sich immer wieder neu»

Die Schweiz ist mit vier Landessprachen, 26 relativ eigenständigen Kantonen und einem Drittel der Wohnbevölkerung, die im Ausland geboren wurde, ein sehr vielfältiges Land. Viele empfinden Vielfalt als positiv: 50 Prozent sind der Meinung, Vielfalt mache die Schweiz aus. 30 Prozent stimmen dem teilweise zu. Ebenso viele finden es gut, ist die Schweiz in den letzten Jahrzehnten vielfältiger geworden. Jeweils 15 Prozent sehen das aber ganz anders. Das ist je nach Gruppe sehr unterschiedlich. Insgesamt sagen zwischen 15 und 30 Prozent, sie kennen niemanden aus der jeweiligen Gegengruppe. Bei den Armen kennt die Hälfte niemanden, der reich ist. Also eine Person, die über eine Million Franken Vermögen hat oder Häuser besitzt. Gerade die Hochgebildeten kennen kaum jemanden, der keine nachobligatorische Schulbildung hat. Bei der politischen Haltung ist es so, dass es eigentlich schon Kontakte zwischen Andersdenkenden gibt. Was spannend ist: Viele sagen, sie kennen die politischen Positionen der anderen nicht. Sie sprechen lieber nicht darüber. Die allermeisten derjenigen ohne Bekanntschaften geben an, solchen Menschen schlicht nicht zu begegnen. Aber nicht, dass sie dies grundsätzlich nicht möchten. Was auffällt: Je mehr Bekanntschaften jemand zu Gegengruppen hat, desto positiver ist seine Einstellung ihnen gegenüber. Aus der Deutschschweiz geben ganze 40 Prozent an, niemanden aus der Romandie oder aus dem Tessin zu kennen. Weitere 35 Prozent kennen wenige. Auf den anderen beiden Seiten ist das etwas weniger ausgeprägt. Trotz der insgesamt wenigen Kontakte, sind die Einstellungen zu den anderen Sprachregionen sehr positiv. Das kommt auf die betreffende Gruppe an. Tendenziell bevorzugen Menschen kleine Unterschiede, also lieber Menschen aus dem Tessin als Asylsuchende. Gemeinden könnten beispielsweise attraktive öffentliche Orte schaffen, wo alle gerne flanieren, sich aufhalten, mit ihren Kindern spielen. So besteht die Gelegenheit, dass man sich zumindest sieht und damit schon gewisse Hemmungen abbaut. Drei Viertel derjenigen, die in einem Verein aktiv sind oder sich sozial engagieren, geben an, dass diese Tätigkeiten ihren Bekanntenkreis vielfältiger gemacht haben. 60 Prozent der politisch Engagierten empfinden das ebenfalls so. Bei solchen Engagements kommt man fast zwangsläufig mit Leuten in Kontakt, die anders sind. Gerade in der Gemeindepolitik ist das Vermitteln zwischen Gruppen mit unterschiedlichen Interessen, also eigentlich das Management von Vielfalt, zentraler Aspekt der Arbeit. «Es ist wichtig, dass Gemeinden attraktive öffentliche Orte schaffen.» Dr. Jakub Samochowiec, Senior Researcher und Speaker am Gottlieb Duttweiler Institute Jüngere Menschen sind sehr polarisiert gegenüber vielen Minderheiten, auch wenn die Medien sie häufig als fortschrittlich darstellen. Bei den unter 25-Jährigen ist der Anteil derjenigen mit positiven Gefühlen wie auch mit negativen Gefühlen gegenüber Gruppen wie etwa Veganerinnen und Veganern, trans- und non-binären oder homosexuellen Personen am höchsten. Je älter die Leute, desto neutraler sind sie gegenüber anderen eingestellt. Kontakt zu anderen, sei das nun persönlich oder medial, ist wichtig. So sucht das Migros-Kulturprozent im Rahmen der Vielfaltsinitiative beispielsweise mit einer Kampagne Brückenbauerinnen und Brückenbauer, die zwischen den Kreisen vermitteln. Dass wir Vielfalt umfassender verstehen. Vielfalt ist ein Teil der Schweiz. Und die Schweiz erfindet sich immer wieder neu. Auf individueller Ebene würde ich mich freuen, Leute dazu anzuregen, etwas auszuprobieren. Im besten Fall, sich sozial zu engagieren. Und sich selbst zu hinterfragen: Bin ich eigentlich in einer Bubble, und woran liegt das? Monica Müller

Illnau-Effretikon: Jugendliche engagieren sich für ihre Gemeinde

Die Gemeinde Illnau-Effretikon hat letztes Jahr zum zweiten Mal einen engage-Prozess durchgeführt, um ihr langfristiges Engagement für Jugendpartizipation weiterhin zu fördern. Junge Menschen erhielten die Gelegenheit, ihre Anliegen online einzureichen und anschliessend mit lokalen Politikern und Politikerinnen zu diskutieren. Die Wünsche von Jugendlichen nach einem erweiterten E-Scooter-Angebot sowie nach einem Flohmarkt in der Gemeinde wurden mit ihrer Mitwirkung bereits erfolgreich umgesetzt. Lisa Weiller, Leiterin Soziokultur der Zürcher Gemeinde, unterstreicht die Wichtigkeit von Partizipation auf Gemeindeebene: «Die Auseinandersetzung mit lokalen politischen Prozessen fördert das Verständnis für Demokratie und politische Partizipation im Allgemeinen und kann zu langfristigem Engagement in der Gesellschaft führen.» Der engage-Prozess leistet somit einen Beitrag zum nachhaltigen Funktionieren der Gemeinde. «Partizipation von jungen Menschen auf Gemeindeebene ist ein wichtiger Schritt für eine inklusive und zukunftsorientierte Entwicklung der Gemeinschaft.» Lisa Weiller, Leiterin Soziokultur Illnau-Effretikon (ZH) Emma Simonett

«Es braucht Investitionen in die älter werdende Gesellschaft»

Christiana Brenk: Ja, denn die Gemeinden sind am nächsten bei den älteren Menschen, auch wenn die Zuständigkeit je nach Kanton unterschiedlich geregelt ist. Die Gemeinden müssen die Angebote nicht selbst bereitstellen. Sie sind aber gut beraten, die verschiedenen professionellen und zivilgesellschaftlichen Dienstleister und Organisationen rund um das Thema Alter zu vernetzen. Ich wüsste keinen Akteur, der geeigneter wäre, diese anstossende, koordinierende Rolle zu übernehmen. Wir hatten in Socius 2 auch Regionen, in denen mehrere Gemeinden zusammen tätig geworden sind. Das finde ich ebenfalls Erfolg versprechend. Die ältere Bevölkerung wird selbst in das Netzwerk einbezogen, etwa beim gemeinsamen Erarbeiten eines neuen Altersleitbilds. Zudem erlaubt es das Netzwerk, ältere Menschen und ihre Angehörigen gut über die Unterstützungsangebote für das Wohnen zu Hause zu informieren. Information ist ein Schlüsselfaktor. Das Programm hat gezeigt, wie wichtig es ist, die Bevölkerung immer und immer wieder zu informieren. Es genügt nicht, einmalig eine Broschüre zu verfassen. Mit viel Zeit und viel Kommunikation, wie uns das Programm lehrt. Zeit heisst immer auch: eine gewisse Investition der Gemeinde. Enorm hilfreich ist der politische Wille. Gemeinderätinnen, Gemeinderäte, die hinstehen und sich für die Sache einsetzen. Denn oft kommt es nicht zu schnellen Ergebnissen. Es ist eine beharrliche Arbeit an den Strukturen, die wenig sichtbar, aber lohnend ist. Vernetzung bedeutet nicht einfach ein bisschen reden. Sie hat einen Wert und gibt einen guten alterspolitischen Boden. Die Gemeinde kann Verbindlichkeit herstellen, indem sie gemeinsam mit den Organisationen ein Altersleitbild oder -konzept erarbeitet. Wo Leistungsvereinbarungen vorhanden sind, kann sie über diese die Zusammenarbeit fördern. Wir haben die Akteure im Programm aber nicht als Bremser erlebt. Das Gärtchendenken von früher ist unter dem Eindruck des demografischen Wandels zurückgegangen. «Viele ältere Menschen sind eine Ressource, weil sie sich engagieren möchten.» Christiana Brenk, Leiterin Programm Socius Sehr bewährt hat sich Partizipation, also die ältere Bevölkerung vor Ort zu fragen, was sie benötigt. Da kommen Antworten, die man erst aus der persönlichen Perspektive des Alters wahrnimmt – etwa wie schwer es ist, von einer Sitzbank ohne Lehne aufzustehen. Wenn die älteren Leute von Anfang an mitreden, werden nicht irgendwelche Massnahmen umgesetzt, sondern die richtigen. Ein neues, interessantes Element, das einige Socius-Projekte eingeführt haben, ist die aufsuchende Altersarbeit. Aufsuchend bedeutet, dass die Fach- und Ansprechpersonen dorthin gehen, wo die älteren Menschen sind, zum Beispiel vor ein Einkaufs- und Quartierzentrum in der Stadt Aarau. Damit das Konzept funktioniert, braucht es Orte im Quartier, wo ältere Menschen anzutreffen sind. Denn anders als die Jungen verweilen Ältere nicht im öffentlichen Raum, sondern suchen gezielt Orte auf, etwa einen Laden oder ein Café. Mehr Gemeinden haben sich auf den Weg gemacht. Die Einsicht wächst, dass die Gesundheit und das Soziale zusammengehören. Dass mehr Pflegebetten nicht die einzige Reaktion auf die wachsende Zahl älterer Menschen sein können. Dass es nicht mehr um ein «Versorgen» geht, sondern um selbstbestimmtes Wohnen, Alltagshilfe, Möglichkeiten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Viele ältere Menschen sind da auch eine Ressource, weil sie sich engagieren möchten. Was den Gemeinden die Arbeit erschwert, sind die gesetzlichen Finanzierungsströme. Diese trennen zwischen Pflege und Betreuung und hinken hinter der gesellschaftlichen Entwicklung her. Bei den Sozialversicherungen ist der Bund gefragt. Über alle politischen Ebenen sollte es normal werden, in gesellschaftliche Themen zu investieren. So wie Bauten und Energiewerke instandgehalten werden, braucht es kontinuierliche Investitionen in die älter werdende Gesellschaft. Werden diese nicht getätigt, steigen langfristig die Kosten. Christiana Brenk leitete 2014 bis 2024 das Programm Socius 1 und das Programm Socius 2 der Age-Stiftung. Die selbstständige Expertin berät Gemeinden in Altersfragen. Susanne Wenger

Münchenstein: Erstes kommunales Reglement für Behindertenrechte

Wie kann eine Gemeinde Menschen mit Behinderungen aktiv einbeziehen und Barrieren abbauen? Mit dieser Frage hat sich die Gemeinde Münchenstein (BL) in den letzten Monaten intensiv beschäftigt. Sie ist die erste Gemeinde, die ein Reglement zur Umsetzung des Behindertenrechtegesetzes des Kantons Basel-Landschaft erarbeitet hat; dies mit Unterstützung des Kantons und Experten der Universität Basel. Das kantonale Gesetz, das im Januar 2024 in Kraft getreten ist, fordert ein solches Reglement von den Gemeinden. Doch warum gerade Münchenstein? Das Thema Inklusion ist der Gemeinde nahe, nicht zuletzt weil sich in Münchenstein eine heilpädagogische Schule befindet. Die Gemeinde ist zudem ziemlicher Durchschnitt, nicht sehr gross, aber auch nicht klein, nicht reich, aber auch nicht arm. Und: Bei der Verwaltung und den Behörden ist eine gewisse Offenheit vorhanden. Das sagt Markus Schefer, Professor für Staats- und Verwaltungsrecht an der Uni Basel und Mitglied des UNO-Ausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, der sowohl an der Ausarbeitung des kantonalen Gesetzes als auch des kommunalen Reglements beteiligt war. So hat Münchenstein seit Längerem eine Hörschlaufe für Menschen mit Hörbehinderungen im Gemeindeversammlungssaal installiert, die Website der Gemeinde ist möglichst barrierefrei gestaltet und ein Grossteil der öV-Haltestellen der Gemeinde sind behindertenfreundlich. Kernstück des neuen Reglements ist eine Behindertenkommission, die sich demnächst konstituieren und die am 1. Juli ihre Arbeit aufnehmen wird. Neben Gemeindevertretern werden darin Vertreterinnen und Vertreter von Organisationen und Institutionen Einsitz nehmen sowie Personen mit Behinderungen. Die Kommission berät den Gemeinderat, macht auf Missstände aufmerksam und gibt Verbesserungsvorschläge ab. Sie kann sich grundsätzlich zu allen Lebensbereichen und zum gesamten Autonomiebereich der Gemeinde einbringen: von der Raumplanung über die Kommunikation bis hin zu öffentlichen Infrastrukturen und weiteren Themen. «Menschen mit Behinderungen sollen sich einbringen können und eine Stimme erhalten.» Stefan Friedli, Geschäftsleiter Gemeinde Münchenstein (BL) «Die Kommission erhält ein grosses Gewicht, denn der Gemeinderat muss dokumentieren, welche Eingaben gemacht wurden, und der Öffentlichkeit Rechenschaft ablegen, welche Massnahmen umgesetzt wurden oder eben nicht», sagt der Münchensteiner Geschäftsleiter Stefan Friedli. Dazu gehört auch, andere Gemeinwesen wie den Kanton oder Private auf deren Verantwortung aufmerksam zu machen, wenn die Gemeinde nicht zuständig ist. «Menschen mit Behinderungen sollen sich einbringen können und eine Stimme erhalten», fasst Stefan Friedli zusammen. Jennifer Bohler, Projektmitarbeiterin beim Kanton, fügt an: «Gemeinden und Kanton sind verpflichtet, die gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen sicherzustellen. Durch die Kommission werden Prioritäten für die etappierte Umsetzung auf Gemeindeebene geschaffen.» Die Zusammenarbeit am Reglement erlebten die Beteiligten von Gemeinde, Kanton und Uni Basel als sehr bereichernd. «Die Lernkurve war für uns sehr steil. Wir mussten lernen, sehr konkret zu werden», erinnert sich Stefan Friedli. Markus Schefer lobt die Beteiligten: «Zentral ist die Offenheit gegenüber Anliegen von Menschen mit Behinderungen. Hier war ein starkes Engagement zu spüren.» Die Zusammenarbeit sei eine grosse Chance für die Gemeinde gewesen, ergänzt Gemeindepräsidentin Jeanne Locher. «Gemeinden und Kanton sind verpflichtet, die gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen sicherzustellen.» Jennifer Bohler, Projektmitarbeiterin Kanton Basel-Landschaft Mitte März hat der Gemeinderat das Reglement der Gemeindeversammlung vorgelegt, die es mit grosser Mehrheit angenommen hat. Eines der Dokumente zum Geschäft war in Leichter Sprache verfasst. «Wir hatten im Vorfeld mit Reaktionen darauf gerechnet, aber tatsächlich wurde die Kommunikation in Leichter Sprache sehr gut aufgenommen», sagt Stefan Friedli. Auf Basis des Münchensteiner Reglements erarbeiten Kanton und Universität Basel nun ein Musterreglement, das allen anderen Baselbieter Gemeinden als Vorlage für ihr eigenes Reglement dienen kann. «Natürlich können auch ausserkantonale Gemeinden die Grundidee des Musterreglements übernehmen», sagt Markus Schefer. «Allerdings müssen sie die konkrete Ausgestaltung anpassen, da sich diese am Kanton Basel-Landschaft orientiert.» Münchenstein ist stolz auf das Reglement. Gemeindepräsidentin Jeanne Locher: «Für mich gehört es einfach zum Leben in Münchenstein, die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ernst zu nehmen. Das gehört schliesslich zu den Menschenrechten.» «Für mich gehört es einfach zum Leben in Münchenstein, die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ernst zu nehmen.» Jeanne Locher, Gemeindepräsidentin Münchenstein (BL) Informationen: Link zum Münchensteiner Reglement Nadja Sutter, zvg/Gemeinde Münchenstein

Verena Kuonens Einsatz für die Rechte von Menschen mit Behinderung

Ab dem Alter von zehn Jahren liess die Sehkraft von Verena Kuonen-Kohler kontinuierlich nach, bis sie mit 50 Jahren komplett erblindete. Das hinderte sie jedoch nicht daran, die Handelsschule mit sehr guten Noten abzuschliessen und sich nun, viele Jahre später, politisch zu engagieren. Sie sitzt im Gemeindeparlament von Pully (VD), wo sie seit 40 Jahren wohnt, und ist zusammen mit Nationalrätin Maya Graf (BL) Co-Präsidentin von Inclusion Handicap. Die Organisation hat zusammen mit anderen letztes Jahr die Inklusions-Initiative lanciert, die einen besseren Zugang für Behinderte zu Wohnraum, zu Verkehr und zur Arbeitswelt fordert. «Es wäre gut, wenn sich unsere Abgeordneten manchmal in unsere Position versetzen würden, um all unsere Unannehmlichkeiten zu verstehen.» Verena Kuonen, Parlamentarierin in Pully (VD), Co-Präsidentin Inclusion Handicap Alain Meyer

Bellinzona mit einem Fachreferenten für Inklusion

Fast zwei Jahre hat es gedauert, bis das Gemeindeparlament von Bellinzona eine Motion zur Schaffung eines Fachreferenten für Inklusion innerhalb der Gemeindeverwaltung gebilligt hat – ein Novum für eine Gemeinde im Kanton Tessin. Diese Person ist interne und externe Anlaufstelle und Mediator für alle Fragen, die Inklusion und Barrierefreiheit betreffen. Das Votum im November 2023 fiel fast einstimmig aus. Das war angesichts der Ablehnung durch den Stadtrat erstaunlich. Die Exekutive war der Meinung, dass die bisherige Politik in Sachen Inklusion ausreichend und keine eigene Stelle nötig sei. Bis anhin ist der Referent / die Referentin aber noch nicht designiert worden, wohl auch wegen der Gemeindewahlen vom 14. April. Die Motionäre erwarten aber, dass dies bald geschieht. Eine Gruppe von Frauen mit Behinderungen (Team Ticino Accessibile) hatte mit öffentlichem Druck zur Annahme der Motion beigetragen. «Die Figur eines Fachreferenten für Inklusion ist für die Systematisierung inklusiver Lösungen unverzichtbar.» Danilo Forini, Direktor Pro Infirmis Ticino Gerhard Lob

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