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Gemeinden engagieren sich für naturnahe Gewässer

Die Goldach entspringt im Appenzellerland in der Nähe des Ruppenpasses auf einer Höhe von 1016 Metern. Sie fliesst durch tief eingegrabene Schluchten und Tobel bis zur Ortschaft Goldach (SG), wo sie in den Bodensee mündet. «Wir haben die Goldach bisher nicht bewusst als Naturperle wahrgenommen, sondern vielmehr als normalen Dorfbach», erzählt Paul König, Gemeindepräsident von Speicher (AR). Umso erstaunter seien er und seine Kolleginnen und Kollegen der angrenzenden Gemeinden gewesen, als der WWF den Bach als mögliche Gewässerperle bezeichnete und ihnen den Wert des bis anhin «unscheinbaren Gewässers» aufzeigte. «Wir haben die Goldach bisher nicht bewusst als Naturperle wahrgenommen, sondern vielmehr als normalen Dorfbach.» Paul König, Gemeindepräsident Speicher (AR) Am 15. Juni wurde der Abschnitt der Goldach zwischen Bädli Trogen und Achmüli, inklusive Zuflüsse, für fünf Jahre mit dem Label «Gewässerperle PLUS» zertifiziert. Somit ist der Bach mittlerweile das dritte Gewässer, das mit diesem Label geehrt wurde. Das vom Verein Gewässerperle vergebene Label zeichnet wertvolle Bäche und Flüsse und die Begeisterung der Menschen dahinter aus. Ziel ist es, das Engagement der lokalen Entscheidungsträger zu fördern, die Region aufzuwerten und die Naturschutzpolitik zu stärken. Auslöser für die Lancierung des Labels ist laut der Projektverantwortlichen Gabriele Aebli beim WWF die Tatsache, dass sich viele Gewässer in der Schweiz aktuell in einem schlechten Zustand befinden. Mit dem Label «Gewässerperle PLUS», das 2015 lanciert wurde, wolle man den Vollzug nicht per Gesetz vorschreiben, sondern Partner wie Gemeinden oder auch andere Organisationen freiwillig zum Mitmachen motivieren. 2021 wurde mit dem Gewässer Beverin im Oberengadin das erste Projekt mit dem Label ausgezeichnet. «Jedes Gewässer, das in einem natürlichen Umfeld fliesst oder revitalisiert wurde und mindestens zwei Kilometer lang ist, kommt für eine Nomination infrage», erklärt Gabriele Aebli. Wichtig sei, dass der Bach oder Fluss im definierten Abschnitt frei von Verbauungen und Wasserkraftwerken ist, die Wasserqualität gut ist und keine Geschiebe- oder Wasserentnahmen vorgenommen werden. Potenzielle Gewässerperlen-Kandidaten werden anhand einer Datenanalyse des WWF identifiziert. Eine promiente, gewässeraffine Jury unter dem Vorsitz von Christa Rigozzi wählt jedes Jahr zehn Gewässer aus und nominiert sie für die Zertifizierung. Die Gemeinden entscheiden dann, ob sie zusammen mit dem WWF in den Zertifizierungsprozess einsteigen möchten. Aktuell befinden sich laut Gabriele Aebli sieben Gewässer im Zertifizierungsprozess. Ein vom WWF beauftragtes Umweltingenieurbüro prüft dann im Detail, ob das nominierte Gewässer alle fachlichen Zertifizierungskriterien erfüllt. Parallel dazu entsteht in einem partizipativen Prozess ein Entwicklungsplan für fünf Jahre. «Oft übernimmt eine Gemeinde hier den Lead», sagt die Projektleiterin des WWF. Im Rahmen von einer Informationsveranstaltung und ein bis zwei Workshops werden alle Interessierten und Beteiligten eingeladen, sich am Projekt zu beteiligen und die Massnahmen des Entwicklungsplans mitzugestalten. Fachdossier und Entwicklungsplan zusammen ergeben dann das Antragsdossier für die Zertifizierung, das ein unabhängiger wissenschaftlicher Beirat prüft. Die Gemeinden spielen bei der Initiierung und Umsetzung der Zertifizierung eine wichtige Rolle. Sie kümmern sich vielerorts um die Böschungspflege von Gewässern, bekämpfen Littering im öffentlichen Raum und realisieren Renaturalisierungsprojekte. Das Projekt sei, so Gabriele Aebli, für die Natur wie auch für die Gemeinde ein Gewinn. «Es stärkt die Biodiversität vor Ort und somit die Attraktivität und Identität einer Gemeinde.» Weil der zertifizierte Abschnitt der Goldach durch die vier Gemeinden Rehetobel (AR), Speicher (AR), Trogen (AR) und Wald (AR) fliesst, wurde ein grenzüberschreitender Verein als Trägerschaft für das Projekt ins Leben gerufen. Ein wichtiges Thema in diesem Zusammenhang sei der Unterhalt des Bachufers durch die verschiedenen Anstösser und Waldbewirtschafter. «Solche Massnahmen beruhen auf Freiwilligkeit», betont Gemeindepräsident Paul König und nennt eine Bachputzete, das Verfassen eines Verhaltensknigge für den Aufenthalt am Fluss oder auch die Sensibilisierung in der Schule als Massnahmen zugunsten der Goldach. Der Zustand des Gewässers darf sich während der Zertifizierung nicht verschlechtern. Zudem sollte die Bevölkerung regelmässig für Themen wie Biodiversität, Littering oder auch Neophyten sensibilisiert werden. Je nach Situation seien, so Gabriele Aebli, auch bauliche Massnahmen nötig, um den natürlichen Zustand des Gewässers wiederherzustellen. Die vier Gemeinden an der Goldach bereiten sich zurzeit auf die Rezertifizierung 2029 vor. Ausserdem strebe man, so Paul König, eine Erweiterung des Streckenverlaufs unter Einbezug der Seitenbäche bis hin zur Quelle für die Zertifizierung an. Das Gewässerperle-Projekt dauert bis 2026 und soll eventuell um drei weitere Jahre verlängert werden. Informationen: www.gewaesserperleplus.ch Fabrice Müller

Michael Pachoud: der Förster, der Naturgefahren im Blick hat

Der Kanton Freiburg setzt auf Naturgefahrenberater, die meist Förster wie Michael Pachoud sind, um Naturgefahren wie Erdrutsche, Steinschläge und Überschwemmungen zu überwachen und präventive Massnahmen zu ergreifen. Pachoud betreut die Gemeinden Charmey, Crésuz und Châtel-sur-Montsalvens mit 4500 Einwohnerinnen und Einwohnern und kümmert sich um die Pflege von 3000 Hektar Wald, verteilt auf eine Höhe von 900 bis 2000 Metern über Meer. Als im Herbst 2023 der Jaunbach über die Ufer trat, war Pachoud vor Ort und koordinierte gemeinsam mit Feuerwehr und Behörden die Krisenbewältigung. Obwohl er keine Entscheidungsmacht hat, ist er das Bindeglied zwischen Gemeindebehörden und Einsatzkräften und empfiehlt Massnahmen. In Jahren mit Extremereignissen überschreitet er die vom Kanton vorgesehenen 42 Arbeitsstunden für die Naturgefahrenberatung deutlich. Mit dem Klimawandel könnte der Bedarf für seine Arbeit gerade in den Bergregionen weiter steigen. Alain Meyer

Konzept Schwammstadt: Starkregen, Hitze und Trockenheit vorbeugen

Zunehmende Verdichtung und intensivere Nutzung des Lebensraums führen vielerorts zu zusätzlicher Versiegelung von Flächen. Asphalt, Beton, Stahl und Glas heizen Strassen und Gebäude im Sommer auf. Regenwasser, das auf Dächern, Plätzen und Verkehrswegen anfällt, wird oft abgeleitet. Weil es nicht im Boden und in Pflanzen zwischengespeichert werden kann, fehlt es an heissen Tagen. Bei Starkregen im Überfluss anfallender Niederschlag kann nicht versickern, überlastet die Kanalisation und verschärft im Endeffekt das Überschwemmungsrisiko. Wenn Wasser bei starkem Regen nicht unmittelbar versickern kann, fliesst es als Oberflächenabfluss auf dem Boden ab und gelangt über Wiesen und Strassen ins Siedlungsgebiet, wo es in tief liegende Gebäudeöffnungen eindringen und massive Schäden verursachen kann. Oberflächenabfluss ist für rund die Hälfte aller Überschwemmungsschäden verantwortlich. Wichtig ist eine Umgebungsgestaltung, die Oberflächenabfluss gezielt um Gebäude herumleitet und Versickerungsflächen bietet. Regenwasser kann auf begrünten Flachdächern, in Gärten und auf unversiegelten Plätzen versickern. Zudem lässt es sich fassen und zur Bewässerung oder als Betriebswasser nutzen. Wird Regenwasser als Grundelement bei der Planung berücksichtigt, können bei Starkregen der Eintrag in die Kanalisation und das Risiko eines Rückstaus reduziert werden. Ein Blick auf das Konzept der Schwammstadt lohnt sich. Klimaanpassung, Naturgefahrenprävention, Biodiversität und Lebensqualität werden mit dem Konzept der Schwammstadt unter einen Hut gebracht. Urbane Räume sollen ähnlich einem Schwamm möglichst viel Wasser aufnehmen und zwischenspeichern können. Das Wasser steht während Trockenperioden für die Pflanzen zur Verfügung. Naturnahe, wasserdurchlässige Oberflächen mit Bewuchs speichern zudem weniger Wärme als die versiegelten Flächen und tragen über Verdunstung und Schattenwurf zu einer Abkühlung der Umgebungsluft bei. Der Effekt gleicht einer «natürlichen Klimaanlage» und dient der Bekämpfung von Hitzeinseln. Die gezielte Versickerung des Regenwassers reduziert bei Starkregen gleichzeitig den Oberflächenabfluss. Neubauprojekte werden bereits heute mit Schwammstadt-Elementen geplant. So auch die Überbauung Parco Casarico in der Nähe des Laghetto di Muzzano in der Region Lugano. Die Überbauung wurde mit vielen Elementen der Schwammstadt geplant, die sich positiv auf die Regenwasserbewirtschaftung auswirken. Neben privaten Bereichen, die nur für Bewohnerinnen und Bewohner zugänglich sind, gibt es auch einen öffentlichen Quartierpark. Bereits zu Beginn des Projekts wurde die Landschaft in die Planung mit einbezogen, und ökologische Strategien wurden berücksichtigt. Es wurde grossen Wert auf ein umfassendes Regenwassermanagement gelegt. Um das anfallende Regenwasser auf den Bodenflächen zurückzuhalten, gibt es verschiedene Elemente, in denen es gespeichert werden kann. In das Hauptrückhaltebecken kann das Wasser eingeleitet werden. Zudem sind mehrere Regengärten angelegt worden. Das Wasser kann entweder im gesamten Park unterirdisch versickern oder lokal im Hauptwasserbecken in der Mitte des Parks verdunsten. Bei der Bepflanzung wurden klimaangepasste und hitzeresistente Pflanzenarten verwendet. Den Bäumen wurde ausreichend Bodenvolumen für die Wurzelentwicklung zur Verfügung gestellt. Um die Versickerung und den Wurzelraum zu fördern, wurde die gesamte Infrastruktur unter den Wegen und Mauern verlegt. Das Projekt reduziert den städtischen Hitzeinseleffekt auf ein Minimum. Die meisten Oberflächen wurden mit durchlässigen Materialien versehen. Das Wasser wird durch verschiedene Elemente im Boden und auf den Dächern zurückgehalten, was neben der üppigen Vegetation und den vielen offenen Wasserflächen die Verdunstung fördert. Dies senkt die Umgebungstemperatur und entlastet die Kanalisation. Die natürliche und aktive Umgebung bietet zudem eine hohe Lebensqualität. Lukas Weibel

ARA Bassersdorf: Die Kläranlage kann auch ein Kraftwerk sein

Wenn die Sonne scheint, ist das Markenzeichen der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Eich im Süden von Bassersdorf (ZH) schon von Weitem zu erkennen. Auf einer Fläche von 3423 Quadratmetern überdecken 1024 Solarmodule in gut vier Metern Höhe die zwei betonierten Becken zur biologischen Reinigung des Abwassers. Ihre seitlichen Beckenkronen dienen als Fundament für die tragende Metallkonstruktion. Drohen Hagel, Schnee oder heftiger Wind, werden die an Stahlseilen befestigten Panels von Motoren eingefahren und wie eine überdimensionierte Handorgel zusammengefaltet. Die Auslösung dieser Sicherheitsmassnahme erfolgt vollautomatisch, denn das System ist direkt mit dem nationalen Wetterdienst MeteoSchweiz verbunden. Der Bau der innovativen Solaranlage geht auf eine Initiative des langjährigen Klärwerkmeisters Patrick Sonderegger zurück. Nach 28 Jahren als Betriebschef hat der Mittfünfziger inzwischen mehr als sein halbes Leben auf der ARA Eich verbracht. Doch von lähmender Routine, die blind machen kann für neue Ideen, ist bei ihm nichts zu spüren. Die Inspiration für das Solarfaltdach, das mit einer Jahresproduktion von 330 000 Kilowattstunden (kWh) rund einen Drittel des gesamten Strombedarfs der ARA erzeugt, holte er sich im bündnerischen Chur. Hier realisierte ein junges Team vor einigen Jahren die weltweit erste Solaranlage über den biologischen Becken einer Kläranlage. Das Ende 2020 in Betrieb genommene Solarfaltdach zahlt sich in Bassersdorf auch finanziell aus. Bei Investitionskosten von 1,15 Millionen Franken, die der Bund mit knapp zehn Prozent subventionierte, und Preisen von 30 Rappen pro kWh für den eingekauften Strom lässt sich das Projekt etwa innert zehn Jahren amortisieren. Viel Strom im Umfang von 380 000 kWh pro Jahr liefert auch das 2023 komplett erneuerte Blockheizkraftwerk (BHKW). Es wird mit Methangas aus der Klärschlammfaulung betrieben. Seine Abwärme dient unter anderem dazu, die Betriebsgebäude der ARA zu heizen. Um die Methanausbeute zu steigern und den Ausstoss dieses Treibhausgases in die Atmosphäre zu reduzieren, sind auf dem ARA-Gelände in Bassersdorf eine Abdeckung des Nachfaulraums und ein zweiter Gasspeicher im Gespräch. Diese klimaschonende Massnahme wird von der Stiftung Klimaschutz und CO 2 -Kompensation ( KliK ) finanziell gefördert. Zusammen mit der Solaranlage beläuft sich die Eigenproduktion der ARA auf fast 70 Prozent des Strombedarfs. Weil über den Vorklärbecken, dem Sand- und Fettfang sowie dem Feinrechengebäude noch erhebliche ungenutzte Flächen bestehen, ist Patrick Sonderegger überzeugt, dass die ARA Bassersdorf bei einem Ausbau des Solarfaltdachs und der Erweiterung durch einen zweiten Gasspeicher künftig gleich viel Strom produzieren könnte, wie sie selbst benötigt. Die vordringliche Funktion einer Kläranlage ist allerdings nicht die Stromproduktion, sondern eine effiziente und gesetzeskonforme Reinigung des Abwassers, damit möglichst wenig Schmutz- und Nährstoffe in die Gewässer gelangen. Von Bassersdorf aus fliesst das in den Drainagegraben des Mattenbachs eingeleitete Abwasser via Altbach, Chriesbach, Glatt und Rhein schliesslich der Nordsee zu. «Damit wasserbelastende Substanzen bei intensiven Niederschlägen nicht ungeklärt in die Fliessgewässer gelangen, ist vor allem die gezielte Bewirtschaftung der im letzten Jahrzehnt ausgebauten Regenbecken wichtig», erklärt Patrick Sonderegger. Wenn es im Einzugsgebiet heftig regnet, füllen sich die zwei je 1000 Kubikmeter Abwasser fassenden Regenbecken auf dem ARA-Gelände innert 40 Minuten. Um diesen ersten Schmutzstoss bei Trockenwetter wieder abzubauen und die Becken leer zu pumpen, braucht es dagegen rund 20 Stunden. Weitere Rückhaltebecken mit einem Gesamtvolumen von 1500 Kubikmetern gibt es auch in den angeschlossenen Gemeinden. Über Drosselschieber lassen sie sich von der ARA aus autonom steuern und bewirtschaften. Der bedarfsgerechte Einsatz der Betriebsmittel orientiert sich an der jeweiligen Belastung des zufliessenden Abwassers. Der darin enthaltene Stickstoff wird in Bassersdorf zu rund 70 Prozent und das Phosphat zu nahezu 90 Prozent zurückgehalten, wobei sich die Stickstoffelimination durch weitere Betriebsoptimierungen noch etwas steigern liesse. Während der Nährstoff Phosphat chemisch ausgefällt wird und im Klärschlamm landet, entweicht der Stickstoff über die Umwandlung von Ammonium in Nitrat (Nitrifikation) und dessen Abbau (Denitrifikation) zu elementarem Stickstoff schliesslich in die Luft. Pro Jahr fallen gut 300 Tonnen entwässerter Klärschlamm an, der in einer Monoverbrennungsanlage des grossen Zürcher Klärwerks Werdhölzli energetisch genutzt wird. Hier ist künftig auch eine Rückgewinnung des Phosphors geplant. Einer nahe gelegenen Siedlung in Dietlikon (ZH) dient zusätzlich auch die Abwärme des gereinigten Abwassers als Energiequelle. Die ARA Bassersdorf leitet ihr gereinigtes Abwasser in einen kleinen Bach. Aufgrund der seit Anfang 2016 geltenden gesetzlichen Vorgaben muss sie auch organische Mikroverunreinigungen – wie Rückstände von Medikamenten oder Reinigungsmitteln – aus dem Abwasser entfernen. Dies geschieht seit 2018 mit einer der schweizweit ersten Ozonanlagen, die das reaktive Gas aus flüssigem Sauerstoff herstellen. Bei einer fortlaufenden Optimierung des Verfahrens erreicht man mit dieser vierten Reinigungsstufe eine zuverlässige und gesetzeskonforme Eliminationsleistung, wobei der zusätzliche Stromverbrauch rund zehn Prozent beträgt. Von den praktischen Erfahrungen profitieren auch weitere mittelgrosse ARA. Beat Jordi

LadenPunkt: alles über das Laden von Elektrofahrzeugen in der Schweiz

Gemeinden, Städte und Kantone können Ladeinfrastruktur selbst aktiv auf- und ausbauen, um mit gutem Beispiel voranzugehen. Wie die Gemeinde Twann-Tüscherz (BE), die eine Ladeinfrastruktur mit vier Ladestationen installiert hat, in Eigenregie betreibt und die Einnahmen aus dem Stromverkauf behält. Mit der Marge deckt sie die Kosten für Infrastruktur, Unterhalt und Erneuerungen der Stationen. Weiter können sie den Aufbau der Ladeinfrastruktur durch private Unternehmen erleichtern, indem sie Genehmigungsverfahren vereinfachen, öffentliche Flächen zur Verfügung stellen und Anreize wie Zuschüsse oder Steuervorteile schaffen. LadenPunkt gibt die nötigen umfassenden Werkzeuge, um aktiv zu werden. Für mehr Informationen www.laden-punkt.ch Vérène Gaillard

Autonome Solarleuchten: tiefere Kosten und höhere Sicherheit

Das Dorf Niederhasli, unweit vom Flughafen Zürich gelegen, verfügt über ein grosses Gemeindegebiet. Die Schülerinnen und Schüler gelangen aus allen Himmelsrichtungen zum zentral gelegenen Schulhaus, viele davon mit dem Velo. Die Sicherheit auf dem Schulweg zählt deshalb zu den Prioritäten der lokalen Behörden. Das Augenmerk liegt auch auf der Beleuchtung: Sie soll energieeffizient sein und die Velowege gleichmässig ausleuchten. 2015 setzte die Gemeinde dazu erstmals autonome Solarleuchten ein: 17 Stück beleuchten seither den Veloweg an der Rümlangerstrasse. Aufgrund der positiven Erfahrungen entschieden Baukommission und Gemeinderat fünf Jahre später, auch den Veloweg zwischen dem Weiler Kastelhof und dem Dorf Niederhasli mit insgesamt 38 solcher Leuchten auszustatten. Diese wurden 2021 installiert und in Betrieb genommen. Im Unterschied zu einer konventionellen Strassenleuchte sind autonome Solarleuchten nicht ans Stromnetz angeschlossen, sondern funktionieren autark. Über ein am Kandelaber montiertes Solarmodul wird vor Ort Strom produziert und in einer ebenfalls integrierten Batterie gespeichert. So steht der Solarleuchte auch mitten in der Nacht stets noch genug Elektrizität zur Verfügung. Um die gespeicherte Energie möglichst sparsam einzusetzen und die Lichtemissionen zu minimieren, sind die mit Sensoren ausgestatteten Leuchten präsenzgesteuert. Nähert sich eine Fussgängerin oder ein Velofahrer, geht das Licht an. Gleichzeitig werden auch die beiden folgenden Leuchten aktiviert, um ein sicheres Vorankommen zu gewährleisten. Dazu sind die Leuchten miteinander vernetzt und kommunizieren automatisch miteinander, was man auch als «Schwarmintelligenz» bezeichnet. Das Licht begleitet also die vorbeigehenden oder vorbeifahrenden Personen, sodass diese jederzeit eine gute Sicht haben. Wenn sich niemand mehr auf dem Veloweg befindet, fahren die Leuchten nach wenigen Minuten wieder herunter und erlöschen schliesslich ganz, bis erneut eine Präsenz festgestellt wird. Um die Lichtverschmutzung zu reduzieren und zu verhindern, dass das Licht Insekten anzieht, wählten die Verantwortlichen mit 3000 Kelvin eine sehr warme Lichtfarbe. Der Beleuchtungsqualität tut dies keinen Abbruch. Bei den Leuchten fiel die Wahl auf den gleichen Typ wie beim ersten Einsatz, um ein einheitliches Bild zu erreichen. Diese Leuchten namens «Anatar» werden ab Werk mit einem speziellen Controllermanagement und Radiosensoren geliefert, beide Komponenten mit einer fertigen Konfiguration. Die Leuchten sind als Plug-and-play-System konzipiert, lassen sich also einfach vor Ort zusammenbauen – entweder von Mitarbeitenden der Gemeinde oder von einem Elektroinstallateur. Nach der Inbetriebnahme funktionieren die Solarleuchten äusserst zuverlässig und wartungsarm, nur die Batterie muss alle sechs bis acht Jahre ausgetauscht werden. Da sich die entsprechende Servicetür im Kandelaber auf Mannshöhe befindet, ist der Austausch unkompliziert und ohne Skyworker oder Hebebühne möglich. Aus wirtschaftlicher Sicht ergeben autonome Solarleuchten dort Sinn, wo keine Erschliessung mit dem öffentlichen Stromnetz besteht. Da sie energieautark sind, kann auf den Bau teurer Werkleitungen verzichtet werden. Die Investitionskosten für eine voll ausgestattete autonome Solarleuchte belaufen sich auf rund 6000 Franken. Aus wirtschaftlicher Sicht lukrativ sind sie nicht wegen der Stromeinsparung – diese ist gering, weil die Leuchten nur eine kurze Betriebsdauer haben. Vielmehr ist die Installation rentabel, weil dafür die Kosten für den Bau einer Werkleitung zum Anschluss ans Stromnetz eingespart werden können. Bei einer Wegstrecke von 1200 Metern und Kosten von mindestens 400 Franken pro Laufmeter hätte allein die Leitung die Gemeinde fast eine halbe Million Franken gekostet. Die Totalkosten für die 38 autonomen Solarleuchten betrugen mit etwa 230 000 Franken weniger als die Hälfte. In Niederhasli ist man mehr denn je von den Vorteilen solcher Solarleuchten überzeugt. Die Gemeinde plant bereits ein nächstes Projekt, bei dem sie wieder zum Einsatz kommen sollen. Video: So funktionieren die autonomen Solarleuchten Giordano Pauli

Schulkinder in Trub und Trubschachen sammeln Kunststoffabfälle

Mehr als 100 Kilogramm Kunststoffabfälle fallen in der Schweiz pro Person und Jahr an. Ein grosser Teil davon wird heute verbrannt – oder landet unerwünschterweise in der Natur. Die Schweizer Politik will das ändern: Bereits 2021 wurde auf Bundesebene entschieden, gemischte Kunststoffe aus Haushaltungen zu recyceln. In der Schweiz sind die Gemeinden für die Entsorgung der Siedlungsabfälle zuständig. Somit liegen auch die Sammlung und das Recycling von Kunststoffabfällen in ihrer Verantwortung. Im Kanton Bern startete im Mai 2023 ein schweizweit einzigartiges Projekt im Bereich Kunststoffrecycling. Kanton und Gemeinden taten sich mit dem Entsorgungsunternehmen AVAG Umwelt AG sowie der Systembetreiberin InnoRecycling AG zusammen, um die Sammlung und Entsorgung der Kunststoffe koordiniert anzugehen. Die Einwohnerinnen und Einwohner der mittlerweile 170 beteiligten Gemeinden können Sammelsäcke beziehen, füllen diese mit Kunststoffabfällen und geben sie an den Sammelstellen wieder ab. Das Sammelgut wird nach Vorarlberg in Österreich gebracht und nach den verschiedenen Kunststoffarten sortiert. Eine Sortieranlage in der Schweiz gibt es derzeit noch nicht, ist aber in Planung, wie Patrik Ettlin von der InnoRecycling AG sagt. Das sortierte Material wird anschliessend überwiegend in Eschlikon (TG) zu Granulat verarbeitet. Als erste Schule der Schweiz sammelt seit Februar 2024 der Schulverband Trub-Trubschachen Kunststoff. «In unserem Leitbild ist festgehalten, dass unsere Schule Ressourcen schont und in der Bildung die nachhaltige Entwicklung priorisiert», sagt Schulleiter Matthias Pfister. Da passe das Sammeln von Kunststoff dazu. Den ersten Kontakt stellte eine Mitarbeiterin der Gemeinde her, die auch für das Schulsekretariat verantwortlich ist. Die Anfrage war die erste einer Schule überhaupt, wie Patrik Ettlin von der InnoRecycling AG ausführt. Damit die Schülerinnen und Schüler auch wissen, was sie in den Sammelbehältern entsorgen müssen, wurden sie im Februar an zwei Vormittagen in Workshops geschult. Patrik Ettlin sowie Sandro Alves, Projektleiter bei der InnoRecycling AG, erklärten den Kindern und Jugendlichen nicht nur, welche Kunststoffe recycelt werden können, sondern zeigten auch das graue Granulat, das nach dem Recyclingprozess entsteht und Rohstoff für neue Produkte ist. Am Workshop wurde klar: Kunststoffrecycling ist komplex. Viele Verpackungen und Gegenstände bestehen aus verschiedenen Kunststoffarten, sogenannten Mischkunststoffen, die nach der Verarbeitung nicht wieder aufgetrennt und separat recycelt werden können. In Spielsachen, aber auch in Büromaterialien und Sportutensilien sind zudem Additive, auch Weichmacher genannt, enthalten. Diese Gegenstände können deshalb nicht recycelt werden. In den Sammelsäcken befinden sich rund 63 Prozent wiederverwertbare Kunststoffe – zum Beispiel Joghurtbecher –, wie Patrik Ettlin ausführte. 35 Prozent sind Mischkunststoffe, die als Ersatzbrennstoff in der Zementindustrie Stein- und Braunkohle ersetzen. Und zwei bis drei Prozent der Kunststoffe kommen in die Kehrichtverwertungsanlage, womit Energie produziert wird. «Lohnt sich das überhaupt?», fragte ein Schüler nach der Präsentation. «Es lohnt sich immer mehr, je mehr Menschen mitmachen», antwortete Patrik Ettlin. Klar sei auch: Das Granulat aus dem recycelten Kunststoff müsse sich weiterverarbeiten und verkaufen lassen. Für die Verwendung im Nahrungsmittelbereich ist es momentan noch nicht zugelassen, kann aber zum Beispiel für die Herstellung von Gegenständen wie Waschmittelflaschen oder Giesskannen verwendet werden. Schulleiter Matthias Pfister sagt abschliessend: «Wir erhoffen uns, dass die Kinder auch zu Hause vom Kunststoffrecycling erzählen und dieses vorleben. So können wir das Recycling im ganzen Schulverbandsgebiet fördern.» Das Entsorgungsunternehmen AVAG Umwelt AG und die InnoRecycling AG blicken optimistisch in die Zukunft. «Die Kennzahlen wie auch das durchwegs positive Feedback von Gemeinden, Verkaufs-, Sammel- und Logistikpartnern sowie aus der Bevölkerung zeigen, dass das Sammelsystem ankommt», sagt Mudest Arpagaus, Geschäftsleitungsmitglied der AVAG Umwelt AG auf Anfrage. Die Kennzahlen nach den ersten Monaten seien höchst erfreulich, die Zeichen für eine weitere positive Entwicklung stünden gut. Wichtig sei dafür auch die Kommunikation der Gemeinden. Nadja Sutter

Vier Gemeinden beleben zusammen die Petite Glâne

Die Gemeinden Vully-les-Lacs (VD), St-Aubin (FR), Missy (VD) und Vallon (FR) haben sich in diesem ehrgeizigen Projekt zusammengeschlossen, um dem Flusslauf der Petite Glâne wieder genügend Raum zu geben und eine natürliche und nachhaltige Dynamik wiederherzustellen. Die Petite Glâne verwandelt sich von einem geradlinigen und gleichförmigen Verlauf in einen Fluss mit einem gewundenen Bett und sanft abfallenden Ufern. Das Flussbett wird so modelliert, dass vielfältige und hochwertige Lebensräume entstehen, die für das Gedeihen vieler Tierarten notwendig sind. Daraus ergeben sich zahlreiche Vorteile. Dieses Grossprojekt konnte trotz zahlreichen Schwierigkeiten dank einem guten gemeinde- und kantonsübergreifenden Einvernehmen sowie gemeinsamen Ambitionen und Anstrengungen verwirklicht werden. Weitere Informationen: https://plattform-renaturierung.ch Julien Devanthéry, Nicolas Dubau, Simone Knecht

Das Lichtkonzept von Uitikon – eine Erfolgsgeschichte

Strassen und Plätze adäquat zu beleuchten, zählt zu den zentralen Aufgaben einer Gemeinde. Gutes Licht erhöht das Sicherheitsgefühl und die Aufenthaltsqualität im Aussenraum. Kandelaber und Leuchten prägen zudem das Erscheinungsbild, erfüllen also auch eine ästhetische Funktion. Darüber hinaus soll die öffentliche Beleuchtung möglichst energie- und kosteneffizient sein. Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist es wichtig, eine verbindliche Planungsgrundlage für den Betrieb und den Unterhalt sowie für Erneuerungs- und Ausbauprojekte zu schaffen. Eine solche Basis bietet ein Lichtkonzept, in dem die Gemeinde Richtlinien formuliert, wie sie die Beleuchtung auf ihrem Gemeindegebiet gestalten will. Eine wertvolle Hilfe bei der Erarbeitung ist ein kürzlich publizierter Ratgeber der Interessengemeinschaft (IG) Strassenlicht (siehe Infobox). Dass es sich lohnt, ein Lichtkonzept zu entwickeln und umzusetzen, zeigt das Beispiel der Gemeinde Uitikon (ZH) am Westhang des Uetlibergs, wo rund 5500 Einwohnerinnen und Einwohner leben. 2020 entschieden die Verantwortlichen, ein einheitliches und zukunftssicheres Lichtkonzept anzustreben. «Das Ziel war, eine energieeffiziente und ressourcenschonende Beleuchtung zu erhalten», sagt David Bodo, Leiter Tiefbau der Gemeinde Uitikon. «Dabei konnten wir darauf aufbauen, dass wir in den vergangenen Jahren schon mehr als ein Drittel der insgesamt 650 Strassenleuchten mit LED-Leuchtmitteln ausgerüstet hatten.» Im Zuge von Strassensanierungen soll die Beleuchtung nach und nach komplett auf LED umgestellt werden. Ein Beleuchtungsexperte und Berater der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), Jörg Haller, erarbeitete im Auftrag von und im Austausch mit der Abteilung Tiefbau innerhalb von rund drei Monaten das Lichtkonzept. «Aus planerischer Sicht lag die grösste Herausforderung darin, eine möglichst einheitliche Beleuchtung zu kreieren, die zum Charakter des Dorfes passt», sagt Haller. Tiefbauvorstand Markus Stäheli wiederum zeigte seinen Ratskolleginnen und -kollegen die ökonomischen und ökologischen Vorteile auf und konnte die Bedenken des Gemeinderats punkto Sicherheit ausräumen. Der Gemeinderat genehmigte schliesslich im Herbst 2022 die vorgesehene Abschaltung der öffentlichen Beleuchtung in der Nacht ab dem 1. Januar 2023. Die nächtliche Strassenbeleuchtung war in Uitikon bereits seit einigen Jahren thematisiert worden – von der Verwaltung, der Politik und auch der Bevölkerung. Die Gemeinde hatte neu installierte LED-Beleuchtungen jeweils auf eine automatische Dimmung programmieren lassen. Das bedeutete, dass die Strassenbeleuchtung ab 20 Uhr auf 60 Prozent und ab 23 Uhr auf 40 Prozent gedimmt wurde. Die Erfahrungen mit dieser Massnahme waren ausschliesslich positiv, es gab keine Beschwerden aus der Bevölkerung. So entschied sich die Gemeinde, den nächsten Schritt zu machen. «Vor der Einführung der kompletten Abschaltung in der ganzen Gemeinde führten wir einen mehrmonatigen Versuchsbetrieb im Ortsteil Ringlikon durch», erklärt Bodo. «Dazu gab es nur vereinzelt negative Rückmeldungen, sodass einer gemeindeweiten Einführung nichts im Weg stand.» «Wir konnten die Stromkosten senken, tun etwas Gutes für die Umwelt und bieten der Bevölkerung weiterhin eine gute Lichtversorgung.» David Bodo, Leiter Tiefbau der Gemeinde Uitikon (ZH) Seit Anfang 2023 wird die Nachtabschaltung als wichtigstes Element des neuen Lichtkonzepts in der gesamten Gemeinde umgesetzt. Die öffentliche Beleuchtung wird von Sonntag bis Donnerstag zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens ausgeschaltet, am Freitag und Samstag von ein Uhr nachts bis fünf Uhr morgens. Nebst einigen kritischen Stimmen gab es auch positive Resonanz, weil nun weniger Lichtverschmutzung anfällt. «Gemäss unseren Hochrechnungen beträgt die Stromeinsparung durch diese Massnahme rund ein Drittel», erklärt EKZ-Experte Haller. «Zudem haben die reduzierten nächtlichen Lichtemissionen einen positiven Einfluss auf die Ökologie, beispielsweise auf nachtaktive Tierarten.» Die fortschreitende Umstellung auf LED ermögliche künftig in Kombination mit der intelligenten Lichtsteuerung eine weitere Reduktion des Stromverbrauchs für die Beleuchtung. Das Fazit von David Bodo ein Jahr nach der Umsetzung des Lichtkonzepts fällt daher sehr positiv aus: «Wir konnten die Stromkosten senken, tun etwas Gutes für die Umwelt und bieten der Bevölkerung weiterhin eine gute öffentliche Lichtversorgung.» Die Gemeinde Uitikon sei froh, dass sie das Konzept erarbeiten liess – es werde auch künftig eine wichtige Planungsgrundlage sein, ist Bodo überzeugt. Remo Bürgi

Herausforderungen in der Siedlungsabfallwirtschaft

Kunststoffrecycling ist ein vielschichtiges und für viele Gemeinden zentrales Thema. Es nimmt daher auch viel Raum ein im Recyclingkongress, den der Schweizerische Verband Kommunale Infrastruktur (SVKI) zusammen mit Swiss Recycle am 26. Januar in Biel organisiert. Patrick Semadeni von Kunststoff.swiss wird am Kongress einerseits den aktuellen Stand sowie Innovationen rund um Kunststoffrecycling vorstellen, andererseits wird auch gezeigt, wo das ehrgeizige nationale Projekt «Sammlung 2025» momentan steht. Im Rahmen dieses Projekts arbeiten Organisationen entlang der ganzen Wertschöpfungskette an einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffverpackungen und Getränkekartons auf nationaler Ebene. Abgeschlossen wird der Themenblock mit einem hochkarätigen Podium. Gemeinsam mit Moderatorin Barbara Dubach, Geschäftsführerin engageability, erörtern Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft, von Gemeinden und Verbänden sowie aus der Industrie, welche Herausforderungen und Szenarien bei der Kreislaufschliessung von Kunststoffverpackungen auf uns zu kommen. Im weiteren Themenblock «Regulation/Kreislaufwirtschaft» präsentiert Rahel Galliker vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) einen Überblick über aktuelle politische Vorstösse in der Schweiz rund um Kreislaufwirtschaft. Anschliessend öffnen Heinz Böni von der Empa und Philipp Ischer vom Seco den Blick ins Ausland und zeigen auf, welche Innovationen in Sachen E-Waste-Recycling in Kolumbien im Gange sind. Im letzten Themenblock «Marktplatz/Trends» finden aktuelle Projekte wie die «Muster­stadt» der IGSU, die neue Branchenlösung rund um das Recycling von E-Zigaretten von Sens eRecycling oder ein kurzes, aber wichtiges Intermezzo rund um Brandverhütung auf Sammelstellen ihren Platz. Anschliessend gehört die Bühne ganz den drei Finalisten des Recycling-Awards 2024. Die innovativen Projekte «Reuse & Repair» vom Verein Pretty Good in Zusammenarbeit mit Entsorgung + Recycling Stadt Bern, «Matratzen-Recycling in der Schweiz» von der Matratzen-Allianz und «Creating a Sustainable Circular Economy for Plastics» von DePoly haben sich gegen 32 Konkurrentinnen und Konkurrenten durchgesetzt und kämpfen im Finale in Biel um die begehrte Auszeichnung. Nach drei kurzen Präsentationen wird per Publikumsvoting entschieden, wer das Rennen macht. Viviane Pfister, Janina Wolfsberger

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