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Kreislaufwirtschaft: Städte und Gemeinden sind gefordert

Die meisten Gesetzesänderungen im Rahmen der parlamentarischen Initiative 20.433 «Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken» sind am 1. Januar 2025 in Kraft getreten. Die Revision hat zum Ziel, die Kreislaufwirtschaft zu stärken – insbesondere durch Ökodesign, die Verbesserung der Vorbereitung zur Wiederverwendung sowie durch Ressourcenschonung im Bausektor. Darüber hinaus wurden auch weitere, eher organisatorische Bestimmungen eingeführt, etwa die Lockerung des Monopols für Siedlungsabfälle oder die Möglichkeit, private Branchenorganisationen zur Finanzierung der Entsorgung bestimmter Abfallarten anzuerkennen. Diese Änderungen haben Auswirkungen auf die Infrastrukturen von Städten und Gemeinden, die für die Sammlung von Siedlungsabfällen zuständig sind. Entsprechend wichtig ist es für sie, die laufenden Vernehmlassungen aufmerksam zu verfolgen, um sich aktiv einbringen und ihre Interessen als Verantwortliche für die Sammlung von Siedlungsabfällen vertreten zu können. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat dazu einen Zeitplan für die Vernehmlassungen der Verordnungsrevisionen veröffentlicht. Dieser lässt in den kommenden zwei Jahren intensive Diskussionen erwarten. Bereits in diesem Frühjahr werden die ersten Verordnungen in die Vernehmlassung gegeben, darunter jene zur Umsetzung der Motion Dobler 20.3695 , die eine schweizweite Sammlung von Kunststoffabfällen vorsieht. Im Herbst 2025 soll das Verordnungspaket zur Lockerung des Monopols bei der Sammlung von Siedlungsabfällen sowie zur Festlegung von Kriterien für die mögliche Anerkennung privater Branchenorganisationen für die Finanzierung der Entsorgung bestimmter Abfallarten in die Vernehmlassung gehen. Im Hinblick auf die Lockerung des Monopols sieht das revidierte USG vor, dass der Bundesrat bestimmte Siedlungsabfälle bezeichnet, die freiwillig von privaten Anbietern gesammelt werden dürfen – einschliesslich der Festlegung entsprechender Kriterien. Für Städte und Gemeinden ist es daher entscheidend, sich aktiv an der Ausarbeitung dieser Kriterien zu beteiligen und ihre Bedingungen einzubringen, um auch langfristig eine geordnete Separatsammlung von Siedlungsabfällen sicherzustellen. Die Marktöffnung wird zu einer grösseren Vielfalt an Anbietern führen – eine Entwicklung, die von den Kommunen sorgfältig beobachtet werden muss. Auch die geplanten neuen Regelungen zur Anerkennung privater Branchenorganisationen sind für Städte und Gemeinden von Bedeutung. Zur Erinnerung: Die Entsorgung bestimmter Abfallarten wie PET-Flaschen oder Elektrogeräten liegt in der Verantwortung der Hersteller und Importeure. Diese beauftragen private Branchenorganisationen, welche die Sammlung koordinieren und das Finanzierungssystem für die Entsorgung organisieren. Die kommunalen Infrastrukturen leisten mit der Sammlung dieser Abfälle eine Dienstleistung für besagte Organisationen. Es ist daher zentral, dass die neuen Anerkennungskriterien eine faire und wertvolle Zusammenarbeit für die Städte und Gemeinden ermöglichen. Nur so lassen sich eine nachhaltige Sammlung und ein hochwertiges Recycling langfristig sicherstellen. Mit unvermindertem Tempo wird im Jahr 2026 die Finanzierung der Entsorgung von Altgeräten im Rahmen der Umsetzung der Motion UREK-S 17.3636 «Dringender Handlungsbedarf beim System der Rücknahme und des Recyclings von Elektroaltgeräten» behandelt. Die kommunalen Infrastrukturen waren bereits bei den vorherigen Arbeiten zur Revision der Verordnung über die Rückgabe, die Rücknahme und die Entsorgung elektrischer und elektronischer Geräte (VREG) sehr aktiv. Ihre Mitwirkung wird auch diesmal von Bedeutung sein, um die Finanzierung ihrer Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Sammlung von elektrischen und elektronischen Abfällen zu gewährleisten. Kreislaufwirtschaft bedeutet schliesslich auch «Verlängerung der Lebensdauer von Gegenständen und Bestandteilen». In den anstehenden Vernehmlassungen wird es daher darum gehen, sicherzustellen, dass die künftigen Bestimmungen die Wiederverwendung von Gegenständen sowie die Vorbereitung zur Wiederverwendung von Abfällen gezielt fördern. Das revidierte USG eröffnet hierzu neue Möglichkeiten, die für die Schonung der Ressourcen und das Erreichen der Klimaziele unerlässlich sind. Isabelle Baudin , Nadia Christinet

Die Zuger Gemeinden setzen auf E-Kehrichtfahrzeuge

In einer unscheinbaren Halle ganz am Ende der Industriezone Gulmmatt oberhalb von Baar (ZG) stehen sie: Die acht Kehricht- und Grüngutfahrzeuge mit Stromantrieb, die seit Januar 2025 in den elf Zuger Gemeinden unterwegs sind. Oberhalb der Lastwagen ist an der Decke der Halle ein Kasten angebracht, der je nach Status unterschiedlich leuchtet: Blau heisst, dass das Fahrzeug gerade geladen wird, und grün heisst, dass es fertig geladen ist. In den parkierten Fahrzeugen steckt ein schwarzer Stecker – genau wie er auch für Elektroautos verwendet wird, wie Reto Hürlimann anmerkt. Er ist Geschäftsführer der R. Hürlimann AG, welche die Mandate für die Kehricht- und Grüngutsammlung vom Zeba Zug erhalten hat. Der Zeba ist ein Zweckverband, der im Auftrag aller elf Zuger Gemeinden die Abfallbewirtschaftung verantwortet. Der Zeba und damit die Gemeinden gaben denn auch den Anstoss für die E-Kehricht- und E-Grüngutlastwagen, wie Geschäftsführerin Heidi Oswald erzählt. «Wir sehen uns als innovativen Zweckverband, und in unseren Leitlinien ist festgehalten, dass Ökologie genau so wichtig ist wie Ökonomie», sagt sie. «Wir möchten zudem als öffentliche Hand unsere Vorbildfunktion wahrnehmen.» Als es um die neue Ausschreibung der Abfallsammlung ging, hielt der Verband fest, dass als Antrieb nur Wasserstoff oder Strom aus erneuerbaren Quellen in der Schweiz infrage kommt. «Erste Pilotprojekte sind bereits erfolgreich gelaufen, die Technologie ist geprüft. Die Zeit ist reif für alternative Antriebe in der Abfallsammlung», fügt Heidi Oswald hinzu. Die R. Hürlimann AG gewann die Ausschreibung und machte sich sodann an die Beschaffung der Fahrzeuge. Acht neue Fahrzeuge zogen ein, vier Dreiachser sowie vier Vierachser mit einem Kran zum Leeren der Unterflurcontainer. Die Dreiachser sind Fahrzeugtypen, die regulär auf dem Markt erhältlich sind, die Vierachser mussten speziell für die Bedürfnisse in Zug hergestellt werden. «Die Zeit ist reif für alternative Antriebe in der Abfallsammlung.» Heidi Oswald, Geschäftsführerin Zweckverband Zeba Die Elektrofahrzeuge sind rund doppelt so teuer in der Anschaffung wie Dieselfahrzeuge. So kosteten die Dreiachser 500 000 Franken, die Vierachser mit Kran sogar 950 000 Franken. Im Unterhalt sind sie jedoch wesentlich günstiger als die Dieselfahrzeuge. «Wir haben eine Vollgarantie auf die Batterien für acht bis zehn Jahre, und der Service ist inbegriffen», erklärt Reto Hürlimann. Heidi Oswald ergänzt: «Über die ganze Lebensdauer der Fahrzeuge gerechnet sind die E-Lastwagen nicht teurer.» Für den Zeba sei der Preis gleich wie vorher mit Dieselfahrzeugen. «Dass sich die neue Technologie auch finanziell lohnt, hilft sicher, dass sie sich langfristig durchsetzen kann», glaubt Heidi Oswald. Der Strom für den Betrieb kommt von der grosszügigen Solaranlage im Industriepark Gulmmatt. Dort werden die Fahrzeuge jeweils über Nacht geladen – jene, die in der Nähe unterwegs sind, laden jeweils auch in der Mittagspause auf. Die Lösung ist allerdings noch nicht ideal, denn die Fahrzeuge sind tagsüber, wenn die Sonne scheint, mehrheitlich unterwegs. «Wir planen, eine Speicheranlage zu bauen, um den tagsüber produzierten Strom speichern und für die nächtliche Ladung der Fahrzeuge verwenden zu können», sagt Reto Hürlimann. Dafür brauche es aber noch Abklärungen. Sicher ist aber: Die Leistung der E-Fahrzeuge ist besser als jene, die mit Diesel betrieben sind. Und auch die Chauffeure sind zufrieden, wie Reto Hürlimann sagt: Sie lobten das neue Fahrgefühl. Für die Mitarbeitenden, die hinten mitfahren, sei es zudem angenehmer weil die Fahrzeuge leiser seien und keine Abgase produzierten. Feinjustierungen seien aber noch nötig, insbesondere bei der Fahrweise. Dazu bietet das Unternehmen Schulungen für seine Chauffeure an und hat auch bereits Anpassungen vorgenommen. Nicht ganz einfach ist die Planung, weil gerade beim Grüngut die Abfallmenge je nach Jahreszeit und Wetter stark variiert – und weil im Versorgungsgebiet laufend neue Unterflurcontainer dazukommen. «Wir möchten bis 2030 in allen Gemeinden ausschliesslich Unterflurcontainer und keine Rollcontainer mehr im Einsatz haben», sagt Heidi Oswald. Werden neue Unterflurcontainer in Betrieb genommen, heisst das auch, dass sich die Routen für die Abfallsammlung ändern. Zudem bedeutet diese Umstellung, dass die Fahrzeugflotte sowohl in der Lage sein muss, Rollcontainer als auch Unterflurcontainer zu leeren. «Wir müssen in diesem ersten Jahr nun Erfahrungen sammeln», fasst Reto Hürlimann zusammen. «Wir sind gut gestartet und meistern diese Herausforderung, haben aber noch Potenzial zur Optimierung.» Heidi Oswald pflichtet ihm bei: «Der Start und die Umstellung waren herausfordernd. Seither läuft es aber rund. Als Verband sind wir mit dieser Lösung sehr zufrieden.» Und auch aus der Bevölkerung gebe es viele positive Rückmeldungen. Nadja Sutter

Starke Gemeinden, starker Staat: eine GV im Zeichen des Gemeindeartikels

Dieses Jahr ist für den Schweizerischen Gemeindeverband (SGV) ein wichtiges Jubiläumsjahr. Nein, nicht der SGV feiert Jubiläum (er wird unspektakuläre 72 Jahre alt), sondern der Gemeinde-Artikel in der Bundesverfassung: Er feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. «Der Gemeinde-Was?», fragen Sie sich vielleicht. Konkret handelt es sich um den Artikel 50 in der Bundesverfassung, der mit der revidierten Bundesverfassung im Jahr 2000 in Kraft trat. Er besteht aus drei Absätzen: 1. Die Gemeindeautonomie ist nach Massgabe des kantonalen Rechts gewährleistet. 2. Der Bund beachtet bei seinem Handeln die möglichen Auswirkungen auf die Gemeinden. 3. Er nimmt dabei Rücksicht auf die besondere Situation der Städte und der Agglomerationen sowie der Berggebiete. Diese Absätze sind zentral für die politische Einbindung der Gemeinden auf Bundesebene und garantieren die kommunale Autonomie. Der Artikel bildet somit auch die Grundlage für die politische Arbeit des SGV, der zu zahlreichen Bundesvorlagen Stellung nimmt und darin die Position der Gemeinden verteidigt. Der SGV war ebenso wie der Städteverband massgeblich in die Ausarbeitung des Gemeinde-Artikels involviert. Ein würdiges Jubiläum also, das es zu feiern gilt. Der SGV tut dies an seiner diesjährigen Generalversammlung. Diese findet am 6. Juni in Vernier (GE) statt, im ikonischen Lignon-Komplex, der das mit einem Kilometer längste Wohngebäude der Schweiz umfasst. Der SGV wird an seiner GV den Gemeinde-Artikel nicht nur feiern, sondern die Rolle der Gemeinden im Bundesstaat auch kritisch beleuchten. Dafür treffen in einer Podiumsdiskussion Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Kantonen und Bund aufeinander. Zudem wird der SGV eine Deklaration vorstellen, welche die Position der Gemeinden und Städte im Staat festigen soll. Das ist auch in Zukunft wichtig, wie SGV-Präsident und Ständerat Mathias Zopfi am Sessionsanlass der parlamentarischen Gruppe Kommunalpolitik im März betonte: «Der Einbezug der kommunalen Ebene wird dort hoch gewichtet, wo es den (Bundes- und Kantons-)Behörden gut ins Konzept passt. Wo dies nicht der Fall ist, sind die Behörden rasch etwas skeptischer.» Diskutieren Sie an unserer GV mit! Ob Ihre Gemeinde SGV-Mitglied ist oder nicht, wir freuen uns auf Ihre Teilnahme. Melden Sie sich noch heute an: https://www.chgemeinden.ch/de/ueber-uns/generalversammlung/index.php Nadja Sutter

Zweckverbände plädieren für Mehrwegflaschen

Mit der Schliessung von Vetropack in Saint-Prex (VD), der letzten Schweizer Glasflaschenfabrik, Ende Juni 2024 ändert sich vorerst nichts für die Gemeinden der Region, zumindest nicht mit Blick auf die Logistik. «Die Einwohnerinnen und Einwohner können ihr Altglas weiterhin in die Mulden und Container ihrer Gemeinde bringen, und die Gemeinden liefern es wie bisher auf das Gelände von Vetropack», sagt Didier Christen, Direktor des Zweckverbandes SADEC, dem 59 Waadtländer Gemeinden am Genfersee angehören. Denn Vetropack hat in Saint-Prex nur den Bereich der Verarbeitung von Altglas zu neuen Flaschen geschlossen. Vetropack liefert das Altglas dann per Bahn oder Lastwagen zur Verarbeitung in seine Fabriken in Kremsmünster und Pöchlarn, in Österreich sowie in Boffalora sopra Ticino in Italien. Von den 300'000 Tonnen Altglas, die in der Schweiz pro Jahr gesammelt wurden, verarbeitete Vetropack in Saint-Prex jeweils 100'000 Tonnen zu neuen Flaschen. «Bereits bisher wurde das in der Schweiz anfallende Altglas mehrheitlich im Ausland verarbeitet, nur gut 45 Prozent wurden in der Schweiz verwertet, davon etwa 30 Prozent durch die Vetropack», erklärte der Bundesrat in seiner Antwort auf eine Motion, mit der Ständerat Pierre-Yves Maillard (SP) im Juni 2024 die Schaffung einer Wertschöpfungskette für rezykliertes Glas in der Schweiz forderte. «Ob ein Unternehmen in der Schweiz Altglas rezykliert oder nicht, ist eine privatwirtschaftliche Entscheidung», schrieb der Bundesrat weiter. Auch die vorgezogene Entsorgungsgebühr (VEG), welche Hersteller und Importeure seit 2002 auf Glasflaschen bezahlen, bleibt bestehen, wie Philipp Suter sagt. Er ist Mandatsleiter VetroSwiss des Unternehmens ATAG Wirtschaftsorganisationen. Die Geschäftsstelle VetroSwiss wird im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) von der ATAG Wirtschaftsorganisationen geführt, sie erhebt und verwaltet die VEG. In der Schweiz sind die Gemeinden für das Glasrecycling zuständig und die VEG leistet einen Beitrag an die Kosten der Altglassammlung. Mit dieser vorgezogenen Recyclinggebühr kommen die eigentlichen Verursacher für diese Kosten auf. Dieses Prinzip, dass Händler oder Käufer von Verpackungen und Gütern, die einmal zu Abfall werden, auch für deren Entsorgung aufkommen, ist im Umweltschutzgesetz verankert. SADEC sensibilisiert die Gemeinden, Mehrwegflaschen zu fördern. Die Flaschen können in 20 Minuten bei 80 Grad gewaschen werden. Dagegen dauert das Einschmelzen von Glas für die Herstellung von neuen Flaschen 24 Stunden bei 1500 Grad und benötigt damit sehr viel mehr Energie, wie Christen ausführt. Zur Förderung von Mehrwegflaschen unterstützt SADEC das Unternehmen Bottle Back, ein Kollektiv von derzeit 40 Winzerinnen und Winzern, das die Flaschen waschen und wiederverwenden will und eben seine Pilotphase abgeschlossen hat. SADEC hat ihnen nun einen Zuschuss von 7000 Franken bezahlt, damit sie ihr Projekt vorantreiben können. Bottle Back konzentriert sich zurzeit auf Weinflaschen und möchte auf ein Pfand verzichten. Auch der Zweckverband STRID in Yverdon-les-Bains, dem 62 Gemeinden angehören, befürwortet Mehrwegflaschen, wie Direktor Jean Paul Schindelholz sagt. «Wir starten diesen Frühling im Norden des Kantons Waadt ein Pilotprojekt zur Flaschenrückgabe mit der Bierbrauerei Dr. Gab’s in Puidoux (VD).» Ein Pfand ist dabei nicht geplant. Die Brauerei verkauft ihre Bierflaschen unter anderem an Coop. Inzwischen sind am 1. Januar 2025 die meisten Gesetzesänderungen aus der parlamentarischen Initiative 20.433 «Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken» in Kraft getreten. Das Parlament hatte diese Initiative am 15. März 2024 verabschiedet. Neu werden die wichtigen Grundsätze der Ressourcenschonung und der Kreislaufwirtschaft gesetzlich verankert. So geht etwa das Recycling der Verbrennung grundsätzlich vor. Der Bundesrat wird demnächst einen Vorschlag für die Wiederverwertung von Glasflaschen in die Vernehmlassung schicken, wie das BAFU auf Anfrage mitteilte. Annegret Mathari

Auch kleine Gemeinden vertrauen auf den digitalen Krisenmanager

Stromausfall für mehrere Stunden, Ereig­nisse auf der Gemeindeverwaltung, Ereig­nis im Dorf, bei welchem der Krisenstab des Gemeinderates zum Tragen kommt. Störung der Wasserversorgung, Perso­nenunfall, Todesfall, Grossbrand etc. Durch eine gute Datenpflege in der Ad­ressverwaltung, welche von Verwaltung und Gemeinderat auch offline genutzt werden kann. «In K risen K öpfe K ennen und deren K ompetenzen». Die hinterleg­ten Muster und Abläufe bei nieder­schwelligen Ereignissen als Gedanken­stütze nutzen. Durch einfache und verständliche Grund­lagen als Unterstützung zur Bewältigung von Ereignissen. Hinweise, was wichtig ist und allenfalls noch erarbeitet werden muss. Im Milizsystem ist man um jede nützliche Hilfe zur Bewerkstelligung die­ser Funktion und Ereignisse dankbar. Zudem erachte ich die Preispolitik von Krisenkompass als sehr fair, damit eben auch eine kleine eigenständige Gemeinde wie Fisibach sich das leisten kann. «Krisen machen keinen Unterschied, egal wie viele Einwohner eine Gemeinde hat.» Yves Niedermann In Partnerschaft mit SGV-Mitglieder erhalten bis Ende Jahr 10% Rabatt auf die Initialisierung. KRISENKOMPASS

Grenchen kämpft erfolgreich gegen Littering

Als Grenchen 2020 den ersten Clean-up-Day organisierte, traf die Solothurner Stadt offenbar einen Nerv. Mehr als 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen und halfen mit, Grenchen von achtlos weggeworfenem Abfall zu befreien. Drei Jahre später verzeichnete der Clean-up-Day sogar einen Teilnehmerrekord: 730 Personen waren 2023 mit dabei. Das grosse Engagement der Bevölkerung freut Sandra Marek, Sachbearbeiterin Stadtplanung und Energiestadtkoordinatorin bei der Stadt Grenchen. Sie ist bei der Baudirektion zuständig für das Thema Littering und hilft unter anderem mit, den Clean-up-Day zu organisieren. Dieser ist eine schweizweite Aktion der IGSU (Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt) und wird in zahlreichen Gemeinden und Städten durchgeführt. 2019 kam aus der Politik der Anstoss, diesen Tag auch in Grenchen umzusetzen. Und die Stadt legt sich seither besonders ins Zeug: 2021 gewann die Stadt sogar einen Preis der IGSU für den kreativsten Clean-up-Day. Mit dem gewonnenen Ausflugsgutschein besuchten die Teilnehmenden ein Entsorgungscenter und lernten Interessantes zum Thema Plastikrecycling. Jedes Jahr überlegt sich das OK eine besondere Aktion im Rahmen des Clean-up-Days, letztes Jahr zum Beispiel einen Gestaltungswettbewerb für die Schulen. Die Schulen seien ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen Littering, wie Sandra Marek erklärt. Sensibilisierungsmassnahmen gegen Littering sind fix im Stundenplan verankert. Im Turnus putzen Schulklassen einmal die Woche den Pausenplatz, und jährlich werden drei Schullektionen dem Umweltunterricht der Stiftung Pusch gewidmet. Darin geht es nicht nur um Littering, sondern allgemein um den Umgang mit Ressourcen. Ein weiterer Baustein im Kampf gegen Littering sind in Grenchen die Raumpatenschaften. Dabei verpflichten sich Freiwillige aus der Bevölkerung, einen bestimmten Ort in der Stadt – zum Beispiel eine Bushaltestelle, den Raum um eine Parkbank oder einen Spielplatz – regelmässig von Abfall zu befreien. Die Idee: Liegt kein Abfall herum, so ist die Hemmschwelle grösser, Müll achtlos auf den Boden zu werfen. 2021 startete das Projekt, heute betreuen 28 Raumpatinnen und Raumpaten 29 Gebiete. «Wir haben in diesem Programm sehr engagierte Leute, die uns immer wieder wertvolle Inputs geben», sagt Sandra Marek. Eine Familie, die regelmässig einen Spazierweg entlang eines Bachs von Abfall befreit, hat zum Beispiel selbst kleine Aschenbecher aus Blechdosen gebastelt und an den Parkbänken angebracht. Seither liegen auf dem Abschnitt deutlich weniger Zigarettenstummel am Boden. Bei anderen Raumpatinnen und Raumpaten haben die Aufräumaktionen die Situation so stark verbessert, dass ihr Einsatz gar nicht mehr nötig war – und sie sich ein neues Gebiet gesucht haben. «Uns ist es sehr wichtig, Wertschätzung für das grosse Engagement der Raumpatinnen und Raumpaten zu zeigen», sagt Sandra Marek. Regelmässig organisiert die Stadt deshalb ein Treffen. Das zeigt den Raumpatinnen und Raumpaten einerseits, dass sie mit ihrem Engagement nicht allein sind, und stellt andererseits den Kontakt zur Stadt sicher. Das Engagement der Stadt Grenchen zahlt sich aus. Seit 2023 trägt sie das No-Littering-Label der IGSU. Um das Label zu erhalten, muss eine Gemeinde mindestens fünf Massnahmen im Kampf gegen Littering umsetzen. Im Falle von Grenchen sind dies der jährliche Clean-up-Day, das Raumpatenprojekt, der Umweltunterricht sowie die «Pausenplatz-Putzete» in den Schulen. Dazu kommt eine jährlich wechselnde Massnahme, 2025 war dies ein zusätzlicher Clean-up-Day an der Aare zusammen mit dem Verein Abfalltaucher am 15. März. Rund 30 Taucher bargen mithilfe von Hebeballons eine grosse Menge an Abfall aus der Aare. Bootshelfer zogen die Fundstücke aus dem Wasser und übergaben sie an rund 60 Landhelfer. Unter den geborgenen Objekten befanden sich zwei Töffli, 25 Velos, 18 Reifen, etwa 300 Kilogramm Kupferkabel, ein Ruderboot, eine Büroeinrichtung, ein Sofa, zahlreiche Ölfässer, eine Matratze sowie eine Flaschenpost eines Kindergartens aus Studen. «Mit dem IGSU-Label können wir unser Engagement sichtbar machen», erklärt Sandra Marek. Die Stadt nutze das Label vor allem in der Kommunikation. «Wichtiger als das Label ist es für uns, die Massnahmen umzusetzen, mit dem Ziel eines sauberen und angenehmen Stadtbildes.» Und dass die Massnahmen nützen, erfährt der Werkhof ganz direkt. Zwar gebe es noch immer Littering-Hotspots, so Sandra Marek. Aber: «Im Grossen und Ganzen hat das Littering stark abgenommen.» Die Mitarbeitenden des Werkhofs haben weniger Arbeit mit achtlos weggeworfenem Abfall und dadurch mehr Ressourcen für andere Aufgaben. «Wichtiger als ein Label ist es uns, die Massnahmen umzusetzen, mit dem Ziel eines sauberen und angenehmen Stadtbildes.» Sandra Marek, Sachbearbeiterin Stadtplanung und Energiestadtkoordinatorin, Stadt Grenchen (SO) Nadja Sutter

Abfälle? Wertstoffe!

Wann waren Sie zuletzt in Deutschland? Vielleicht ist es Ihnen aufgefallen: Dort heissen Abfallsammelstellen oder Entsorgungshöfe anders, nämlich: «Wertstoffhof». Abfälle als Stoffe mit Wert also. Diese Ansicht setzt sich auch in der Schweiz durch. Das beweist zum Beispiel die parlamentarische Initiative «Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken», deren Umsetzung seit dem 1. Januar läuft. Statt Gegenstände zu kaufen, zu brauchen und anschliessend wegzuwerfen, sollen diese so lange wie möglich im Kreislauf bleiben und Materialien, wo immer möglich, wiederverwendet werden. Das betrifft auch die Gemeinden, die sich vorrangig um die Abfallbewirtschaftung kümmern. Was sich derzeit politisch tut und welche Änderungen vor allem im Bereich der Siedlungsabfälle auf die Gemeinden zukommen, zeigt der Beitrag von Isabelle Baudin und Nadia Christinet vom Schweizerischen Verband Kommunale Infrastruktur in dieser Ausgabe. Noch besser als eine Kreislaufwirtschaft wäre es natürlich, Abfälle gar nicht erst entstehen zu lassen. Was Gemeinden zur Abfallvermeidung tun können, lesen Sie ebenfalls in dieser Ausgabe. Und wenn Sie nach der Lektüre unserer Artikel noch mehr wissen wollen, dann empfehle ich Ihnen den Besuch des Forums Nachhaltige Entwicklung am 26. Mai in Bern, das sich um das Thema Abfallbewirtschaftung dreht. «Statt Gegenstände zu kaufen, zu brauchen und anschliessend wegzuwerfen, sollen diese so lange wie möglich im Kreislauf bleiben.» Nadja Sutter, Chefredaktorin «Schweizer Gemeinde» Nadja Sutter

Abfallvermeidung statt Müllflut: Warum Recycling allein nicht genügt

Das diesjährige Forum Nachhaltige Entwicklung beschäftigt sich intensiv mit den Themen Abfall und Recycling (siehe Kasten). Ein wichtiges Puzzleteil ist dabei die Abfallvermeidung: Abfall, der gar nicht erst entsteht, muss auch nicht entsorgt oder recycelt werden. Jennifer Zimmermann beschäftigt sich seit Längerem mit dem Thema in ihrer Tätigkeit für die Stiftung Pusch, wo sie die Gemeindeangebote sowie die Erwachsenenbildung leitet. Am Forum Nachhaltige Entwicklung wird sie einen Workshop für Gemeinden zum Thema Abfallvermeidung leiten. Im Interview gibt sie Einblick ins Thema: Abfallvermeidung ist heute wichtiger denn je, weil unser Ressourcenverbrauch die Belastungsgrenzen unseres Planeten weit überschreitet. Seit 1970 hat sich die globale Rohstoffgewinnung um das 3,5-Fache erhöht, und wenn alle so leben würden wie in der Schweiz, bräuchten wir drei Erden, um unseren Bedarf zu decken. Bereits sechs von neun planetaren Grenzen sind zum Teil massiv überschritten. Jeder zusätzliche Verbrauch primärer Ressourcen erhöht den CO₂-Ausstoss und drängt die Biodiversität weiter zurück. Nein, Recycling allein reicht nicht aus. Zwar werden in der Schweiz 52 Prozent der Siedlungsabfälle verwertet, dennoch landen jedes Jahr 2,9 Millionen Tonnen in der Verbrennung. Trotz vorbildlicher Recyclingquoten gehört die Schweiz beim Ressourcenverbrauch und bei der Abfallmenge zu den Spitzenreitern in Europa – ein Fakt, der oft unterschätzt wird. Um unseren ökologischen Fussabdruck wirklich zu reduzieren, müssen wir mehr tun: bewusster konsumieren, nur das kaufen, was wirklich nötig ist, Produkte so lange wie möglich im Kreislauf halten und verstärkt Sekundärrohstoffe nutzen. Aktuell gibt es mehrere Fehlanreize, die einer effektiven Abfallvermeidung entgegenstehen. Oft fehlt ein einfacher und kostengünstiger Zugang zu Reparaturen und Ersatzteilen. Zudem sind unsere Abfallstrukturen weiterhin stark auf Recycling ausgerichtet, während noch immer grosse Mengen an brauchbaren Produkten und wertvollen Rohstoffen verbrannt werden oder in Deponien landen. Auch die Nutzung von Secondhandprodukten und Sekundärrohstoffen ist noch zu gering, obwohl sie eine zentrale Rolle in der Kreislaufwirtschaft spielen. Gemeinden können auf zwei Ebenen zur Abfallreduktion beitragen: durch Abfallvermeidung im eigenen Betrieb und durch die Schaffung von Strukturen und Anreizen für Unternehmen und die Bevölkerung. Im eigenen Betrieb spielt eine kreislauffähige Beschaffung eine zentrale Rolle. Gemeinden sollten sich stets fragen, ob ein Neukauf oder Neubau wirklich nötig ist – oder ob Reparieren, Renovieren, Leihen oder Mieten eine Alternative darstellt. Besonders im Bauwesen ist es essenziell, Renovationen und Sanierungen gegenüber Neubauten zu bevorzugen und möglichst Sekundärbaustoffe zu verwenden. Zudem tragen moderne Abfallanlagen mit effizienter Sortierung dazu bei, wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen und im Kreislauf zu halten. Für die Bevölkerung sind Sensibilisierung und praktische Angebote entscheidend. Repair-Cafés, Flohmärkte und Tausch- und Leihplattformen fördern die Wiederverwendung und reduzieren Abfall direkt. Pusch bietet regelmässig Weiterbildungen zum Thema Abfallvermeidung für Gemeinden an. Patrick Leu

Neu bauen mit alten Teilen

Wer dem Klimawandel entgegenwirken will, muss bei den Baumaterialien ansetzen. Denn bei deren Herstellung entstehen erhebliche Mengen an grauen Treibhausgasen. «Nachdem wir uns früher stark auf den Ersatz fossiler Heizungen konzentriert haben, sehen wir beim nachhaltigen Umgang mit der Bausubstanz einen neuen Hebel zum Klimaschutz», sagt Christian Vogler, Koordinator Energie der Stadt Baden (AG). Zu dem Zweck soll bis 2026 in der Bau- und Nutzungsordnung ein Grenzwert festgeschrieben werden, wie viel Treibhausgase ein Gebäude während seiner Lebenszeit pro Quadratmeter maximal ausstossen darf. Die Aargauer Stadt will bei ihren eigenen Gebäuden mit dem guten Beispiel vorangehen. So wurde bei der Umwidmung und Sanierung des alten Schulhauses Pfaffechappe in eine Primarschule nicht neu gebaut, sondern die Tragstruktur des Gebäudes (Tragwerk, Geschossdecken) erhalten, wodurch 3000 Tonnen CO 2 eingespart wurden. Bei der Planung von Bauprojekten wird konsequent auf die Systemtrennung geachtet. Ziel ist, so zu bauen, dass die spätere Rückbaubarkeit ganzer Bauteilgruppen zur Wiederverwendung im Folgeprojekt oder an anderer Stelle möglich ist. Das Beispiel Baden steht stellvertretend für die landesweiten Bemühungen, klimaschädliche Emissionen bei der Gebäudeerstellung zu senken und damit die Schweiz bis 2050 dem Netto-Null-Ziel näher zu bringen. Doch welchen Beitrag kann die Wiederverwendung von Bauteilen aus Abrissobjekten zum Klimaschutz leisten? Dieser Frage widmete sich das Forschungsprojekt «Re-Use auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel bei Gebäuden», das von der Stadt Baden und den Bundesämtern für Energie (BFE) und Umwelt (Bafu) finanziell unterstützt wurde. In dem Projekt untersuchte das Forschungs- und Beratungsunternehmen Intep gemeinsam mit der Gruppe für ökologisches Systemdesign der ETH Zürich das Potenzial der Wiederverwendung (englisch Re-Use) von Bauteilen zur Einsparung von grauen Treibhausgasemissionen. Am Beispiel der Stadt Baden wurde ermittelt, in welchem Umfang der Bedarf an Baumaterial für Neubauten durch wiederverwendete Bauteile gedeckt werden könnte. «Die Modellierung hat ergeben, dass bei Wohn- und Bürogebäuden der Stadt Baden bis 2050 3,2 Prozent der grauen Treibhausgasemissionen und 2,3 Prozent der grauen Energie für Neubauaktivitäten durch Re-Use eingespart werden können», fasst der Schlussbericht ein Hauptergebnis der Studie zusammen. Dass dieser Anteil «eher niedrig» ist, wie das Projektteam festhält, liegt nicht zuletzt daran, dass der Gebäudebestand von Baden in den nächsten 25 Jahren merklich wachsen dürfte. «Folglich findet ein grosser Nettozubau statt, für den keine Re-Use-Bauteile zur Verfügung stehen und eine substanzielle Menge an Primärmaterial benötigt wird», so der Schlussbericht. Das grösste Potenzial zur Einsparung von Umweltbelastung liegt bei der Wiederverwendung von konstruktiven Bauteilen (Decken, Wände, Dächern) aus Stahlbeton, Kalksand- und Backstein sowie von Metallbauteilen aus dem Innenausbau (Abhangdecken, Stützen, Doppelböden). Nicht alle Gebäudeteile lassen sich indes wiederverwenden; das schmälert den Anteil der grauen Treibhausgasemissionen, der sich durch Re-Use einsparen lässt. Der Anteil liegt gemäss Studie bei Bürogebäuden bei 25 Prozent und bei Wohngebäuden bei 19 Prozent. Die Wiederverwendung von Bauteilen in neuen Gebäuden ist bisher noch selten, sieht man einmal von kostbaren Einzelstücken wie Holztüren oder Parkettböden ab. Claudine Karlen vom Re-Use-Projektteam sieht denn auch ein grosses ungenutztes Potenzial: «Die Machbarkeit der Wiederverwendung von konstruktiven Bauteilen wird von konventionellen Planenden und Bauunternehmen oft als schwierig eingestuft. Aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen jedoch, dass es international eine Vielzahl von Anwendungen dieser Praxis gibt und technische Möglichkeiten vorhanden sind.» Das Projektteam um Claudine Karlen hat mit Experteninterviews und einem Workshop Handlungsansätze für die Förderung von Re-Use erarbeitet. Wünschbar sind beispielsweise Pilotprojekte der öffentlichen Hand, von deren Erfahrung und Know-how dann auch private Bauherren profitieren können. «Mit Re-Use allein lässt sich ein klimaneutraler Gebäudepark nicht erreichen», sagt Karlen, «aber der Ansatz kann einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des Netto-Null-Ziels leisten.» Der Schlussbericht ist verfügbar unter: https://www.aramis.admin.ch/Texte/?ProjectID=51845 Benedikt Vogel

Die Jagd auf Abfälle

Der Frühling kommt, der Schnee schmilzt, die ersten Blumen fangen an zu blühen … und die Abfälle, die während der Wintermonate achtlos in die Natur geworfen wurden, tauchen auf. So sieht es jedenfalls in der Tourismusregion im Waadtländer Jura aus, sobald die kalte Jahreszeit zu Ende geht. Aber wie in vielen anderen Gemeinden auch, lässt man in der Gemeinde Bullet den Abfall nicht gern in der wunderschönen Natur liegen. Also machen sich die Einwohnerinnen und Einwohner auf zur Jagd auf die Abfälle, sobald es das Wetter zulässt. Ein Paar Handschuhe, ein Abfallsack und Motivation: Das ist alles, was es für einen guten Frühlingsputz braucht. Seit mehreren Jahren organisiert die Gemeinde jeweils Anfang April den Anlass «Coup de balai» («Einmal durchfegen»). Die traditionelle Abfallsammelaktion vereint jedes Jahr rund 40 Personen, die sich auf das ganze Gemeindegebiet verteilen. Ist die vormittägliche Aktion beendet, offeriert die Gemeinde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Mittagessen. Während dieser Sammelaktion wird so einiges gefunden. Manchmal ein Kochtopf, oft Zigarettenstummel, Flaschen, Dosen und Papierfetzchen, die aus Jackentaschen weggeflogen sind. Mit viel Glück finden sich auch schöne Morcheln am Wegrand! Aber der Anlass hat nicht nur zum Ziel, dass man – bei manchmal eher schlechtem Wetter – auf der Suche nach Abfällen durch die Gemeinde marschiert. Er ist auch ein Tag der Begegnung, der Geselligkeit und des Austausches und häufig die Gelegenheit, neue Einwohnerinnen und Einwohner kennenzulernen. Maude Schreyer

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