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Wie die Sanierung eines denkmalgeschützten Schulhauses gelingt

Stolz thront es seit 1826 am Hang, das Alte Schulhaus Wolfgraben in Langnau am Albis (ZH). Das grosse weisse Haus mit spitzem Dach und der Fensterfront zur Strasse hin wurde 1826 errichtet, zu einer Zeit, als sich im Kanton Zürich die Volksschule etablierte. Es gilt als typischer Vertreter des damaligen Schulhausbaus. Bereits 1842/1843 war das Schulhaus zu klein und wurde erweitert. Die kantonale Gesetzgebung schrieb damals vor, dass ein Lehrer nicht mehr als 120 Kinder unterrichten durfte, weshalb ein zweites Klassenzimmer hermusste. Heute wird das Haus für den Musikunterricht, den Unterricht im Fach Textiles und Technisches Gestalten sowie den Waldkindergarten genutzt und befindet sich in unmittelbarer Nähe der weiteren Schulgebäude der Gemeinde. Bereits 1955 und 1990 fanden Umbauten statt, doch 2024/2025 stand eine Totalsanierung des in die Jahre gekommenen Schulhauses an. Das konnte die Gemeinde auch mit einer Software belegen, die den Sanierungsbedarf der gemeindeeigenen Liegenschaften aufzeigt, wie Lucia Zehnder von der Abteilung Liegenschaften der Gemeinde erklärt. «Dieses Vorgehen ermöglicht es uns, Sanierungen gezielt und gestaffelt anzugehen.» Das markante Alte Schulhaus befindet sich im kommunalen Inventar schutzwürdiger Gebäude, weshalb bei der Sanierung besondere Sorgfalt geboten war. Gleichzeitig entsprach es aber diversen Normen nicht mehr, so war zum Beispiel der Zugang für Gehbehinderte nicht gegeben. Im Projekt galt es also, sowohl den Denkmalschutz als auch die baurechtlichen Anforderungen unter einen Hut zu bringen. «Wir brachten alle Akteure an einen Tisch und arbeiteten eine Lösung aus, die für alle stimmt», sagt Urs Waser, Leiter Hochbau und Planung der Gemeinde Langnau am Albis. Bei solchen Sanierungen brauche es immer Kompromisse: «Die Interessen der einzelnen Akteure gilt es sorgfältig abzuwägen. Dabei muss die zeitgemässe Nutzung des Gebäudes angemessen berücksichtigt werden.» 2022 gab die Gemeinde zunächst eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. 2023 beauftragte sie ein spezialisiertes Büro damit, die Schutzwürdigkeit des Gebäudes zu beurteilen und in einem Gutachten zu dokumentieren. Dieses Gutachten ist ein integraler Bestandteil des verwaltungsrechtlichen Vertrags zwischen dem Gemeinderat Langnau am Albis und der Liegenschaftskommission, der zum Ziel hat, das Gebäude unter Schutz zu stellen. Diese frühzeitige Schutzabklärung empfehlen Lucia Zehnder und Urs Waser allen Gemeinden, die ein ähnliches Projekt planen. «Wir brachten alle Akteure an einen Tisch und arbeiteten eine Lösung aus, die für alle stimmt.» Urs Waser, Leiter Hochbau und Planung, Gemeinde Langnau am Albis (ZH) Das pragmatische Vorgehen der Gemeinde widerspiegelt sich in den Lösungen, die sie für die Sanierung gefunden hat. So wurde neben dem Treppenhaus neu ein Lift eingebaut, um das Schulhaus für Menschen mit Gehbehinderungen zugänglich zu machen. Dank einer Spezialanfertigung ist der Lift von aussen nicht sichtbar und fügt sich gut in das historische Gebäude ein. Allerdings sind dadurch einige Zimmer kleiner geworden. Zudem wurde neben der Renovation aller Nasszellen auch ein barrierefreies WC eingebaut. Die historischen Stahlstützen sind denkmalpflegerisch relevant – aus feuerpolizeilicher Sicht aber problematisch. Deshalb wurden die originalen Stützen mit Gips und einer magnetischen Metallhülle verkleidet. «Beim Denkmalschutz geht es darum, die historische Substanz zu erhalten, nicht nur das Aussehen», erklärt Lucia Zehnder von der Gemeinde. Dies gelang mit dieser Lösung. «Beim Denkmalschutz geht es darum, die historische Substanz zu erhalten, nicht nur das Aussehen.» Lucia Zehnder, stv. Leiterin Liegenschaften, Gemeinde Langnau am Albis (ZH) Natürlich habe dieses Vorgehen Mehraufwand und Mehrkosten mit sich gebracht, sagen Lucia Zehnder und Urs Waser. Lucia Zehnder nennt das Beispiel der Fenster, die ersetzt wurden. Dabei musste die Gemeinde die filigranen Sprossen und schlanken Rahmenprofile erhalten, was teurer war, als handelsübliche Fenster einzufügen. Die Mehrkosten der ganzen Sanierung genau zu beziffern, sei aber schwierig, sagt Lucia Zehnder. Die Abrechnung der Sanierung läuft noch. Ursprünglich waren 2,67 Millionen Franken budgetiert. Die Arbeiten haben sich gelohnt. «Die Rückmeldungen sind sehr positiv; die Leute sind begeistert», sagt Lucia Zehnder. Die sanfte Sanierung hat den Geist des alten Hauses bewahrt und verbindet das Praktische mit dem traditionellen Stil des Hauses. So fügen sich die Schallschutzelemente in einem Musikzimmer nahtlos in die historische Täferverkleidung der Wände ein. Auf diesen Stoffelementen sind Fotos der Schulkinder angepinnt. Und an die magnetische Verkleidung der historischen Stahlstützen hat eine Lehrerperson in einem anderen Zimmer kleine magnetische Döschen mit allerlei Bastelutensilien angebracht. Nadja Sutter

Saubere Lösungen für moderne Gemeinden: Warum die professionelle Unterflurcontainer-Reinigung unverzichtbar ist

Organische Abfälle, Verpackungsreste und Flüssigkeiten führen mit der Zeit zu Verschmutzungen, unangenehmen Gerüchen und im schlimmsten Fall zu hygienischen Problemen. Die professionelle Reinigung durch die Contreag sorgt dafür, dass genau solche Probleme gar nicht erst entstehen. Mit einem modernen Spezialfahrzeug und eigens entwickeltem Reinigungsprozess werden Unterflurcontainer gründlich, effizient und umweltschonend gereinigt. Dabei kommt eine Hochdrucktechnologie zum Einsatz, welches selbst hartnäckige Verschmutzungen löst, ohne die Umwelt zu belasten. Durch den geschlossenen Reinigungskreislauf mit zwei separaten Tanks, welche das Frischwasser vom Schmutzwasser trennt, ist eine vorschriftsmässige Entsorgung des kontaminierten Schmutzwassers möglich sowie eine Rezyklierung des Reinigungswassers von 80%. Ein weiterer zentraler Vorteil der professionellen Reinigung liegt in der Werterhaltung der Infrastruktur. Unterflurcontainer sind eine langfristige Investition für Gemeinden. Durch regelmässige Pflege und Reinigung wird die Lebensdauer der Anlagen deutlich verlängert. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die Sammelstellen jederzeit einen gepflegten und einladenden Eindruck hinterlassen – ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz in der Bevölkerung. Durch die regelmässige Reinigung und gleichzeitig durchgeführte Kontrolle der Sammelanlage auf Funktionstüchtigkeit, werden Schäden frühzeitig erkannt und allfällige Mängel gemeldet – das reduziert Ausfallzeiten und Folgekosten. Die Contreag zeichnet sich durch ihre hohe Fachkompetenz und langjährige Erfahrung aus. Das Familienunternehmen kennt die spezifischen Anforderungen von Gemeinden und bietet individuell abgestimmte Reinigungskonzepte an. Ob kleine Sammelstelle oder grossflächige Anlage – jede Reinigung wird sorgfältig geplant und effizient durchgeführt. Dabei wird besonderer Wert auf Zuverlässigkeit, Termintreue und eine lückenlose Dokumentation gelegt. Aus Sicherheitsgründen erfordert die Durchführung der Unterflurcontainerreinigung ein gut ausgebildetes 2er-Team, worauf die Contreag viel Wert legt. Die professionelle Unterflurcontainer-Reinigung ist ein entscheidender Faktor für Hygiene, Umweltschutz und die langfristige Funktionalität moderner Entsorgungssysteme. Investitionen in regelmässige Reinigungen zahlen sich aus – für die Umwelt, für die Bevölkerung und für das positive Erscheinungsbild jeder Gemeinde. Mehr Informationen zur Reinigung von Unterflur- und Wertstoffcontainer finden Sie hier: https://contreag.ch/unser-angebot/unterflurcontainer-reinigung/ Als ganzheitlicher Container-Dienstleister bietet die Contreag massgeschneiderte Lösungen speziell für Gemeinden an und ist der ideale Partner für professionelle Container-Hygiene. www.contreag.ch Contreag

Plastiksammlung: Tessiner Gemeinden haben sich angepasst

Die Tessiner Gemeinden haben sich weitgehend an die Pflicht zur getrennten Sammlung von Haushaltskunststoffen angepasst, die der Kanton im November 2022 angekündigt und ab Juni 2023 eingeführt hat. Nach Protesten wegen der kurzen Frist wurde vielen Gemeinden eine Verlängerung bis Januar 2024 gewährt. Heute erfüllen fast alle Gemeinden die Vorgaben; nur zwei kleine Gemeinden suchen noch nach einer passenden Lösung. Die Mehrheit nutzt das System «Puricelli», das sich auf die gut recycelbaren Kunststoffe Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) konzentriert. 32 Gemeinden verwenden den «Sammelsack», bei dem alle Haushaltskunststoffe gesammelt werden. Der Kanton bevorzugt Puricelli, da weniger Transportwege anfallen. Die gesammelten Plastikmengen sind gestiegen: von rund 3000 Tonnen im Jahr 2021 auf etwa 5000 bis 6000 Tonnen 2023. Die Entwicklung wird sowohl der neuen Pflicht als auch einem steigenden Umweltbewusstsein der Bevölkerung zugeschrieben. Beschwerden der Gemeinden sind ausgeblieben und generell zeigt sich eine positive Entwicklung der Sammelmengen. Gerhard Lob

Unterstützung zur Gestaltung von Bestattungspraktiken

Angesichts ökologischer und sozialer Herausforderungen verändern sich die Bestattungspraktiken. Im Rahmen des nationalen Forschungsprogramms «Baukultur» (NRP 81) untersucht das Projekt «Funerary Lives» diese Entwicklungen und angepasste Lösungen. Unter der Leitung von Natacha Guillaumont, Professorin an der Hochschule für Landschaft, Ingenieurwesen und Architektur in Genf, bringt diese Forschung Gemeinden, Bestattungsinstitute, Verantwortliche von Friedhöfen und Krematorien sowie betroffene Bürgerinnen und Bürger zusammen. Gemäss Natacha Guillaumont ist die wichtigste Veränderung der letzten Jahrzehnte in der Schweiz die starke Verbreitung der Kremation der Verstorbenen. Zu weiteren wichtigen Veränderungen gehört auch, dass Friedhöfe zunehmend mehr Platz für andere Religionsgemeinschaften bereitstellen. Diese Entwicklung stellt vor allem kleine Gemeinden vor Herausforderungen, da ihnen häufig spezielle Fachkenntnisse fehlen. Die Forschung will ihnen hier konkrete Unterstützung bieten. Patricia Michaud

Entsorgungspark Adliswil: effizientere Abläufe dank digitalem System

Der Neubau des Entsorgungsparks in Adliswil (ZH) ist mehr als ein Bauprojekt. Die Stadt nutzt die Gelegenheit, ihre Betriebsprozesse zu modernisieren und weitgehend zu digitalisieren. Ziel ist es, den Verkehrsfluss auf dem Areal zu optimieren, die Abrechnung zu vereinheitlichen und den Betrieb effizienter zu gestalten. Im Zentrum stehen mehrere digital gesteuerte Prozesse: Einfahrtsmanagement, Warteraummanagement, Parkplatzzuweisung, Wägung, Bezahlung und Ausfahrt. Eine webbasierte Betriebssoftware koordiniert die Abläufe auf dem Gelände und stellt Daten für Auswertungen bereit. «Ein wesentlicher Grund für die Digitalisierung des Entsorgungsparks Adliswil war die Möglichkeit, den Verkehrsfluss auf dem Areal besser zu steuern», erklärt Marc Stuber von der Stadt Adliswil. Ein strukturiertes Einfahrtsmanagement mit Schranken, Ampeln und Parkleitsystem verhindert Rückstau auf umliegenden Strassen und sorgt dafür, dass wartende Fahrzeuge auf dem Areal Platz finden. Zugleich ermögliche die Digitalisierung «eine transparente und einheitliche Abrechnung der angelieferten Mengen». Während im bisherigen Betrieb Abfallmengen teilweise geschätzt wurden, erfolgt die Bezahlung künftig auf Basis exakter Gewichtsdaten. «Automatisierte Prozesse vereinfachen interne Abläufe und reduzieren den administrativen Aufwand bei der Abrechnung. Dadurch lassen sich Personaleinsätze effizienter planen», ergänzt Stuber. Auch aus Sicht des Systemanbieters war entscheidend, die Anforderungen in einem integrierten System zusammenzuführen: «Die Herausforderung bestand darin, Verkehrssteuerung, Wägung und Bezahlung so zu verknüpfen, dass für Besucherinnen und Besucher ein einfacher und zuverlässiger Ablauf entsteht», erklärt David Frey von Hunkeler Systeme. «Der Erfolg eines solchen Systems zeigt sich daran, dass Prozesse reibungslos funktionieren und verlässliche Daten für Betrieb und Abrechnung liefern», ergänzt Frey. Für Besucherinnen und Besucher verändert sich der Ablauf deutlich. Bei der Einfahrt erhalten sie ein Ticket, das sie durch den gesamten Entsorgungsprozess begleitet. Das System steuert die Zufahrt und weist freie Plätze zu. Der Entsorgungsprozess kann weitgehend selbstständig durchlaufen werden, wodurch sich die Aufenthaltsdauer verkürzt. Mitarbeitende können über mobile Geräte eingreifen und bei Bedarf Anpassungen vornehmen. Auch für das Personal verändert sich die Arbeit: Aufgaben wie Fahrzeugeinweisung oder Inkasso entfallen weitgehend. Stattdessen können sich die Mitarbeitenden stärker auf Beratung und Unterstützung der Besucherinnen und Besucher konzentrieren. Bei der Konzeption und Umsetzung wurde die Stadt Adliswil von Swiss Recycle, dem Kompetenzzentrum für Recycling und Kreislaufschliessung, begleitet. Fachberater Ueli Maass bot Unterstützung bei der Definition der Anforderungen, beim Pflichtenheft sowie bei der Ausschreibung für die technische Umsetzung. Swiss Recycle übernahm zudem eine Schnittstellenfunktion zwischen der Stadt und dem Systemanbieter Hunkeler Systeme. «Bei solchen Projekten handelt es sich um einen gemischten Auftrag mit Komponenten aus Lieferung, Bau und IT. Daher ist das Zusammenführen der Bedürfnisse und der technischen Möglichkeiten des Marktes zentral», so Maass. «Eine wichtige Erfahrung ist, dass es bei Digitalisierungsprojekten sehr hilfreich ist, mit einem erfahrenen Partner wie Swiss Recycle zusammenzuarbeiten. Er kann einen bei Planung, Ausschreibung sowie bei der Vergabe unterstützen», zieht Stuber ein Fazit. Der Baustart für den neuen Entsorgungspark erfolgte im Januar 2026. Eine Herausforderung ist der schwierige Baugrund, der die Tiefbauarbeiten anspruchsvoller macht. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 beziehungsweise Anfang 2027 vorgesehen. Langfristig soll der digitalisierte Entsorgungspark effizienter und nachhaltiger betrieben werden. Das Dach des Gebäudes wird mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Mit dem Projekt schafft Adliswil eine moderne Infrastruktur für die kommunale Entsorgung – und ein Beispiel dafür, wie Digitalisierung Abläufe vereinfachen und Ressourcen effizienter einsetzen kann. Viviane Pfister

Montreux: nachhaltige Pflege von Grünflächen

Die Stadt Montreux steht vor der Herausforderung, ihre berühmten Grünflächen nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch nachhaltig und widerstandsfähig gegenüber den Folgen des Klimawandels zu gestalten. Florim Ajda, Leiter der Grünflächenabteilung, beschreibt die Massnahmen zur Sicherstellung von Widerstandsfähigkeit, Biodiversität und Attraktivität: So entwickelt die Stadt eine umfassende Strategie für Biodiversität und Baumvegetation. Montreux erstreckt sich von den Ufern des Genfersees bis in die Alpengipfel, was eine Vielzahl unterschiedlicher Grünflächen wie Parks, Sportanlagen und Wälder umfasst. Aufgrund der geografischen Vielfalt und der Auswirkungen des Klimawandels, wie etwa der zunehmenden Trockenheit, sind effiziente Bewässerung und die Auswahl geeigneter Pflanzenarten von zentraler Bedeutung. Eloïse Eperon

Stabile Finanzen: wie Rapperswil-Jona seinen Handlungsspielraum stärkt

Trotz des momentan noch gesunden Finanzhaushalts steht die Stadt Rapperswil-Jona künftig vor grossen finanziellen Herausforderungen. Es sind hohe Investitionen, unter anderem in Pflegeeinrichtungen und Schulraumbauten, notwendig. Die heutige Selbstfinanzierung reicht jedoch nicht aus, um diese Investitionen ohne erhebliche Verschuldung zu tätigen. Der Stadtrat hat deshalb beschlossen, im Sinne einer nachhaltigen finanziellen Zukunftsplanung eine Aufgaben- und Leistungsüberprüfung vorzunehmen und damit den finanziellen Handlungsspielraum zu erhöhen. Der Stadtrat hat das Beratungsunternehmen BDO als externe Begleitung beigezogen. Ziel der externen Unterstützung war es, das Projekt zu planen, zu koordinieren und eine fachlich neutrale Aussensicht einzubringen. Zudem brachte BDO fundierte Erfahrung aus der Bearbeitung ähnlicher Fragestellungen in die Aufgaben- und Leistungsüberprüfung in Rapperswil-Jona ein. Rapperswil-Jona und BDO haben einen mehrstufigen Prozess initiiert. In einem ersten Schritt wurden die Grundlagen für die Einschätzung der finanziellen Situation geschaffen. Dazu wurde ein Benchmarking durchgeführt. BDO stützte sich hierbei auf die Expertise des Benchmarking-Kooperationspartners publicXdata. Das Benchmarking zeigte verschiedene Leistungsbereiche auf, in denen Rapperswil-Jona (im Vergleich mit anderen Gemeinden und Städten) Verbesserungspotenzial aufweist. In einem zweiten Schritt wurden eine Kosten- und eine Leistungsanalyse durchgeführt. Dabei wurden die Leistungen von Rapperswil-Jona in folgende Kategorien eingeteilt: freiwillige Leistungen gesetzlich vorgeschriebene Leistungen mit Handlungsspielraum gesetzlich vorgeschriebene Leistungen ohne Handlungsspielraum Die Analyse zeigte, dass Rapperswil-Jona insbesondere bei den freiwilligen Leistungen über einen höheren Handlungsspielraum (rund 15 Prozent) verfügt als andere Gemeinden. Auf Basis der Analyse wurden konkrete Massnahmen zur Erhöhung des finanziellen Handlungsspielraums erarbeitet. Ein zentraler Erfolgsfaktor war dabei der partizipative Ansatz: Die budgetverantwortlichen Personen der Verwaltung wurden eng in die Erarbeitung einbezogen und dokumentierten gemeinsam mit BDO sämtliche möglichen Massnahmen in einheitlichen Massnahmenblättern. Diese ermöglichen eine übersichtliche und aggregierte Darstellung jeder einzelnen Massnahme, unter anderem mittels Beschreibung, quantifizierter Wirkung (teilweise geschätzt), Umsetzungsfrist, Wirkung, Chancen und Risiken der Umsetzung sowie einer Umsetzungsempfehlung. Zudem konnte BDO auf einen umfassenden Massnahmenkatalog aus ähnlich gelagerten Projekten zurückgreifen. Dadurch wurde sichergestellt, dass alle relevanten Themen ergebnisoffen diskutiert und beurteilt werden konnten. Unterschieden wurden die Massnahmen in folgende Kategorien: Anpassung des Leistungsniveaus (Reduktion einer bestehenden Leistung) Effizienzsteigerung in der Leistungserbringung (zum Beispiel Prozessoptimierungen in der Verwaltung) Leistungsverzicht (zum Beispiel Verzicht auf eine freiwillige Leistung) Erhöhung der Einnahmen (zum Beispiel Gebührenerhöhungen) Sämtliche Erkenntnisse und möglichen Massnahmen wurden dem Stadtrat Ende März in einem Bericht übergeben. Stefan Eberhard, Stadtschreiber von Rapperswil-Jona, sagt dazu: «BDO trug in der Projektarbeit mit ihrer fachlichen Aussensicht sowie Empfehlungen und Vorschlägen zu einem offenen Dialog zwischen der Verwaltung und der Politik bei.» «BDO trug in der Projektarbeit mit ihrer fachlichen Aussensicht sowie Empfehlungen und Vorschlägen zu einem offenen Dialog zwischen der Verwaltung und der Politik bei.» Stefan Eberhard, Stadtschreiber von Rapperswil-Jona (SG) Im Rahmen der Aufgaben- und Leistungsüberprüfung wurde eine Vielzahl von möglichen Massnahmen entwickelt. In einem ersten Schritt prüft und beurteilt der Stadtrat diejenigen Massnahmen, die kurzfristig umsetzbar sind und einen Einfluss auf das Budget 2027 der Stadt Rapperswil-Jona haben können. Darüber hinaus wurden Themenfelder identifiziert, die mittel- oder langfristig umzusetzen sind und vertiefte Abklärungen erfordern. In den kommenden Monaten ist daher eine Priorisierung der Massnahmen sowie die Erarbeitung einer konkreten Umsetzungsplanung erforderlich. Einige Massnahmen liegen in der Kompetenz der zuständigen Verwaltungseinheiten oder des Stadtrats. Andere müssen dem Souverän zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn zur Umsetzung einer Massnahme Änderungen der Gemeindeordnung notwendig sind. Die Rapperswiler Stadtpräsidentin Barbara Dillier fasst zusammen: «Der strukturierte und extern begleitete Prozess hat uns eine wertvolle Grundlage für die finanzpolitische Diskussion geschaffen.» «Der strukturierte und extern begleitete Prozess hat uns eine wertvolle Grundlage für die finanzpolitische Diskussion geschaffen.» Barbara Dillier, Stadtpräsidentin Rapperswil-Jona (SG) Die Aufgaben- und Leistungsüberprüfung hat der Stadt Rapperswil-Jona wertvolle Hinweise zum finanziellen Handlungsspielraum geliefert und konkrete Massnahmen zur Entlastung des Finanzhaushalts aufgezeigt. Die Umsetzung dieser Massnahmen ist nun Gegenstand der politischen Diskussion. Oliver Wullschleger

Mobile Altersarbeit in der Schweiz: Nähe schafft Zugang zur Betreuung

Die 79-Jährige Maria-Doina Wälty engagiert sich im «MoA Träff» der mobilen Altersarbeit Aarau (AG). Was für sie heute ein wichtiger Teil ihres Alltags ist, begann mit Begegnungen an einem Infostand beim Einkaufszentrum in ihrer Nähe. Nach dem Tod ihres Mannes war sie zunächst auf sich allein gestellt. Durch den Quartiertreff fand sie Anschluss – und engagiert sich inzwischen selbst aktiv. «Ich bin bei den Sitzungen dabei, bringe Ideen ein, stelle Fragen. Das Programm gibt mir eine Aufgabe und Abwechslung. Es macht mich sehr glücklich und dankbar.» Sie macht auch andere ältere Menschen auf das Angebot aufmerksam: «Wenn ich im Bus drei Stationen fahre, spreche ich die Leute darauf an, ob sie den ‹Träff› schon kennen.» Riccardo Pardini vom Institut Alter der Berner Fachhochschule hat den Ansatz der mobilen Altersarbeit im Auftrag der Paul Schiller Stiftung erstmals systematisch erforscht. Niederschwellige Begegnungsmöglichkeiten, Informationen und Gespräche vor Ort im Dorf oder im Quartier unterstützen ältere Menschen dabei, ihren Bedarf an Betreuung zu erkennen. Sie erleichtern die Triage und den Zugang zu geeigneten, weiterführenden Angeboten. «Konventionelle Beratungsstellen reichen heute in einer stark individualisierten Gesellschaft nicht mehr aus, um ältere Menschen effektiv zu unterstützen», sagt Studienautor Riccardo Pardini. Mobile Altersarbeit verbindet deshalb Sozialraumarbeit, aufsuchende Orientierung und soziokulturelle Ansätze. Sie trägt dazu bei, dass ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben und sozial eingebunden bleiben. Damit wirkt sie auch sozialer Isolation und Vereinsamung entgegen. «Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Kombination der Sozialraumarbeit mit der aufsuchenden Orientierung und soziokulturellen Ansätzen», sagt Riccardo Pardini. Für Gemeinden eröffnet dieser Ansatz neue Möglichkeiten: Sie können ältere Menschen und ihre Angehörigen frühzeitig erreichen, soziale Teilhabe stärken und den Zugang zu bestehenden Unterstützungsangeboten verbessern – auch wenn Lebenswelt und Mobilitätsradius im Alter kleiner werden. Der partizipative Ansatz sowie die enge und bedürfnisorientierte Zusammenarbeit mit lokal vernetzten älteren Menschen tragen weiter zur Bekanntheit und zum Vertrauensaufbau bei. «Wenn ich im Bus drei Stationen fahre, spreche ich Leute auf den ‹Träff› an.» Maria-Doina Wälty, engagierte Seniorin Für Maria-Doina Wälty macht gerade diese Nähe den Unterschied: «Der regelmässige Austausch mit den Fachpersonen von MoA ist etwas ganz anderes, als zu einer Beratungsstelle zu gehen. Dazu müsste es schon schlimm sein.» Kathrin Fachinger, Teamleiterin der mobilen Altersarbeit Aarau, bestätigt: «Ältere Menschen kommen oft trotz Mehrfachbelastungen erst, wenn es wirklich nicht mehr geht.» Deshalb setzt die Stadt Aarau auf ein «Bring-Prinzip» statt auf eine «Holschuld». Die Aarauer Bevölkerung hat 2024 in einer Abstimmung auf kommunaler Ebene mit 73 Prozent für die Verstetigung der mobilen Altersarbeit gestimmt. Seither wird das Projekt Schritt für Schritt auf weitere Stadtteile ausgeweitet. Noè Freiburghaus

«Top-Sharing»: Erfolgreich als Kadertandem unterwegs

Melanie Lienhard und Phuntsok Namgyal-Hofstetter sind grundlegend unterschiedlich, und doch haben sie beruflich einiges gemeinsam: Sie verfügen zum Beispiel beide über berufliche Erfahrungen aus der Raum-, Umwelt und Verkehrsplanung sowie dem Bereich Städtebau und Arealentwicklung, teilen die gleiche Arbeitsethik, legen den gleichen Arbeitsweg zurück – und arbeiten für denselben Arbeitgeber, wo sie sich seit Oktober 2024 die Stelle als Abteilungsleiterinnen Bau, Umwelt, Wirtschaft (BUW) der Gemeinde Hitzkirch (LU) teilen. Als die Kaderstelle im April 2024 als Einzelpensum oder im Jobsharing durch ein renommiertes Schweizer Personalberatungsunternehmen für Führungskräfte ausgeschrieben wurde, bewarben sich Melanie Lienhard und Phuntsok Namgyal-Hofstetter bewusst im Top-Sharing-Modell, also einer Aufteilung der Stelle auf zwei Personen. «Die Gemeinde zeigte sich von Anfang an offen für die Idee einer Co-Leitung», erinnert sich Melanie Lienhard. Ausschlaggebend für diesen Schritt war vor allem auch die Tatsache, dass beide bereits vorher die Ortsentwicklung im Ressort Planung und Bau einer anderen Gemeinde zusammen geleitet hatten, sowie ihre sich bestens ergänzenden Profile: Melanie Lienhard bringt unter anderem eine reichhaltige Erfahrung als Dozentin und Projektleiterin am Institut für Betriebs- und Regionalökonomie (IBR) der Hochschule Luzern im Bereich Raumentwicklung, Regionalökonomie sowie strategischer und partizipativer Planung mit; Phuntsok Namgyal-Hofstetter arbeitete als versierte Architektin langjährig in der Immobilien- und Arealentwicklung, Gesamtprojektleitung und Bauherrenvertretung in der Baubranche und dem Baudepartement der Stadt Zug. «Die direkte Anwendung eines Co-Leitungsmodells speziell im Baudepartement steckt seitens Verwaltung vielerorts noch in den Anfängen. Für uns ist diese Lösung ideal, da wir beide so Arbeit und Familie gut organisieren können», sagt Phuntsok Namgyal-Hofstetter. «An gewissen Projekten arbeiten wir bewusst zu zweit dran, um unterschiedliche fachliche Blickwinkel hineinzubringen.» Sie pflegen einen sehr engen Austausch untereinander, vor Ort wie auch in der Diskussion auf dem Arbeitsweg. «Noch bringt diese Arbeitsteilung kaum Nachteile mit sich», schmunzeln die beiden. Essenziell sei, so Phuntsok Namgyal-Hofstetter, eine stets intakte Koordination der immer komplexer werdenden Aufgaben auf allen Flughöhen und über alle Projektmeilensteine hinweg. Ursprünglich starteten die beiden Frauen mit je einem 60-Prozent-Pensum, mittlerweile sind sie temporär zu je 80 Prozent angestellt, um die Arealentwicklung der gemeindeeigenen Grundstücke im Zentrum von Hitzkirch mit den vorhandenen Fachkenntnissen intern voranzutreiben. Das Arbeitsvolumen ist aufgrund verschiedener laufender Arealentwicklungen innerhalb der 24 Quadratkilometer grossen Gemeinde durchaus beachtlich. Aufgrund ihrer bisherigen beruflichen Erfahrungen teilen sich Melanie Lienhard und Phuntsok Namgyal-Hofstetter ihre Arbeiten in der Abteilung Bau, Umwelt, Wirtschaft (BUW) der Gemeinde Hitzkirch nach Schwerpunkten auf: Melanie Lienhard konzentriert sich mehr auf die Raumplanung, Phuntsok Namgyal-Hofstetter eher auf den Hoch- und Tiefbau. «Wir achten stets darauf, dass beide in etwa auf dem gleichen Stand der Projekte sind», sagt Melanie Lienhard. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Top-Sharing-Modells ist, dass sich das Kadertandem auch auf menschlicher Ebene versteht und partnerschaftlich auf Augenhöhe zusammenarbeitet. Zentrale Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche Anwendung eines Co-Leitungsmodells auf operativer und strategischer Ebene sind laut Melanie Lienhard eine vertrauensvoll gelebte Diskussionskultur sowie Mut und Engagement auf der Führungs- wie auch auf der politischen Ebene. Nur so könnten konsistente, gut abgestimmte Entscheide getroffen werden, die Schnittstellen berücksichtigen, Brücken bauen und zu einer prosperierenden Gemeinde wie Hitzkirch beitragen. Karin Freiermuth, wissenschaftliche Mitarbeiterin, und Christoph Vogel, Dozent an der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), beschäftigen sich unter anderem mit Arbeitsmodellen in der öffentlichen Verwaltung und bestätigen die Aussagen der Abteilungsleiterinnen. Damit Top-Sharing funktioniere, brauche es von allen Beteiligten eine höhere Flexibilität und einen grösseren Koordinationsaufwand. «Ein wichtiger Aspekt dabei ist, ob sich die jeweiligen Personen bezüglich Qualifizierung, Persönlichkeit, Kommunikationsfähigkeit und Verantwortungsbereitschaft zueinanderpassen.» Kaderfunktionen mit einem hohen Anteil an fachlichen Aufgaben seien einfacher aufzuteilen als reine Führungsfunktionen, denn sie erlaubten, die Führungsarbeit auf Themen oder auf die Fach- und Personalführung aufzuteilen. Fabrice Müller

Geschichte trifft auf Innovation: Wakkerpreis 2026 geht nach Brig-Glis

Mit seinen rund 14 000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Brig-Glis die grösste Gemeinde im deutschsprachigen Wallis. Viele kennen das Städtchen als Verkehrsknotenpunkt in Richtung Italien, ins Goms oder in die Aletsch Arena. Architekturfreunden dürfte wiederum vor allem das im 17. Jahrhundert erbaute Stockalperschloss – das grösste Barockschloss der Schweiz – ein Begriff sein. «Doch Brig-Glis hat den Wakkerpreis nicht einfach deshalb erhalten, weil es das Stockalperschloss hat, sondern weil die Gemeinde selbst viel getan hat», stellt Stadtarchitekt Daniel Giezendanner klar. So hat die Gemeinde im Jahr 2014 ein Leitbild verfasst und darin definiert, wie sich die Altstadt, die Wohn- und Gewerbezonen, aber auch die vorhandenen Grünräume und die dörflichen Ortsteile Gamsen und Brigerbad räumlich weiterentwickeln sollen. Stadtarchitekt Daniel Giezendanner sagt dazu: «Wir wollen einerseits den historischen Stadtkern respektieren, andererseits muss sich Brig-Glis aber auch entwickeln können. Hier gilt es, ein Gleichgewicht zu finden.» Ziel der Gemeinde ist es, ihre kulturelle Identität als Handels- und Verkehrsknotenpunkt zu bewahren; gleichzeitig sollen den historischen Bauten aber auch neue Funktionen zugeführt werden. «Brig-Glis hat den Wakkerpreis nicht einfach deshalb erhalten, weil es das Stockalperschloss hat.» Daniel Giezendanner, Stadtarchitekt Brig-Glis So wurde aus dem Schlösschen Mattini eine moderne Kinder- und Jugendeinrichtung. Das altehrwürdige Kollegium (Gymnasium) wurde nicht nur regelmässig erweitert und ausgebaut – auf dem Areal ist über die Jahrzehnte hinweg ein eigentlicher «Bildungshügel» entstanden, der heute verschiedene Schulen beherbergt. Das militärische Zeughaus wurde zum Kulturzentrum umfunktioniert, und das Marienheim des Ursulinenordens fungiert heute als Flüchtlingsheim und Gästehaus. Klar: Zeitpunkt und Art ihrer Umnutzung lassen sich bei jahrhundertealten Gebäuden nicht einfach von einer Arbeitsgruppe auf dem Reissbrett planen. Dennoch verfolgt die Gemeinde bei ihrer städtebaulichen Entwicklung ein übergeordnetes Konzept und wendet gewisse Prinzipien an, wie Daniel Giezendanner erklärt. So führt die Gemeinde bei Bau- oder Umnutzungsprojekten regelmässig Architekturwettbewerbe durch – auch wenn das nicht vorgeschrieben wäre. Jüngstes Beispiel ist die Sanierung der Strasse durch den Ortsteil Gamsen: Hier hat die Gemeinde einen Wettbewerb für Landschaftsarchitektinnen und ‑architekten ausgeschrieben, wodurch gleich das ganze Ortsbild aufgewertet werden soll, anstatt «nur» eine Strassensanierung durchzuführen. Auch die Transformation der ehemaligen Altstadtkommission in eine neue Gestaltungskommission, die nun nicht mehr nur für den historischen Stadtkern verantwortlich ist, fügt sich in dieses Bild ein. Neben dem vorbildlichen Umgang der Stadtgemeinde mit ihrem baukulturellen Erbe hat die Wakkerpreis-Kommission noch ein zweites Element überzeugt: das Vorgehen in Bezug auf die Klimaadaption, die Grünflächen und damit letztendlich auch auf die Verbesserung der Lebensqualität. Isabell Müller, Leiterin des Bauamts, erklärt: Nach der tragischen Überschwemmung im Jahr 1993 hat Brig-Glis die Altstadt bewusst autofrei und fussgängerfreundlich neu gestaltet. Die Unwetterkatastrophe wurde von der Gemeinde auch als Chance wahrgenommen. Seither wurden neue Baumalleen gepflanzt, die Stadt begrünt, die Natur als Ort der Erholung verstärkt in den Gemeindeperimeter eingebunden. Davon profitiert nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Natur selbst: Heute pflanzt die Stadtgärtnerei bewusst verschiedene Baumarten, um mehr Pflanzen und Tieren einen Lebensraum zu bieten. Flächen werden gezielt entsiegelt; Teer- durch Sickerbeläge ersetzt. Demnächst ist der Bau eines Wildbienenparks vorgesehen. Es sind viele kleinere Projekte, die aber gesamthaft viel dazu beitragen, dass sich Brig-Glis in Sachen Klimaadaption und Biodiversität positiv entwickelt. «Das sind Herausforderungen, mit denen sich wohl fast jede Gemeinde in der Schweiz befassen muss – im Wallis vielleicht noch ein wenig mehr», sagt Isabell Müller. «Das sind Herausforderungen, mit denen sich jede Gemeinde befassen muss – im Wallis vielleicht noch ein wenig mehr.» Isabell Müller, Leiterin Bauamt Brig-Glis Und was bleibt nun vom Wakkerpreis? Für Isabell Müller und Daniel Giezendanner stellt dieser einerseits eine Anerkennung der bisherigen Leistungen dar. Andererseits erhoffen sich die Leiterin des Bauamts und der Stadtarchitekt durch die Auszeichnung aber auch eine Sensibilisierung der Bevölkerung für unterschiedliche Themen. «Dass man sich bewusst wird: Wir haben diese Werte – denen wollen wir jetzt auch Sorge tragen.» Fabio Pacozzi

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